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Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind

14.04.2009 | 13:58 Uhr
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind

Berlin. Wie viel braucht ein Kind mindestens zum Leben? Ein Bündnis von Sozialverbänden und Wissenschaftlern verlangt einheitlich 500 Euro als monatliche Grundsicherung. Damit soll die Förderung vereinheitlicht und Benachteiligungen vor allem ärmerer Familien abgeschafft werden.

500 Euro monatlich als Grundsicherung für jedes Kind in Deutschland hat ein Bündnis von Sozialverbänden und Wissenschaftlern gefordert. Dafür sollen in einem radikalen Schnitt alle bisherigen Familienleistungen abgeschafft werden. Ziel ist es, rund 2,4 Millionen Jungen und Mädchen bundesweit aus der Armut und aus einem Teufelskreis der Chancenlosigkeit zu holen, wie Christiane Reckmann vom Bündnis Kindergrundsicherung am Dienstag in Berlin sagte.

Die Regierung reagierte allerdings zurückhaltend. «Im Prinzip kann man darüber nachdenken, wie Leistungen für Kinder zusammengefasst werden können», erklärte ein Sprecher des Familienministeriums. Das sei ein Thema für die nächste Legislaturperiode. Er verwies auf die bereits laufende Gesamtprüfung der Familienleistungen bis 2011. «Die bisher vorgelegten Modelle allerdings sind nicht fundiert genug und werden deshalb von uns nicht unterstützt», erklärte der Sprecher.

Bisher ungleiche Förderung

Das Bündnis Kindergrundsicherung, dem unter anderen die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Kinderschutzbund, die Erziehungsgewerkschaft GEW und diverse Sozialwissenschaftler angehören, rechnet nach eigenen Angaben auch nicht mit einem schnellen Erfolg. «Wir wollen gemeinsam eine Revolution in der Familienpolitik», sagte AWO-Präsidiumsmitglied Reckmann. «Wir wollen das schrottreife Fördersystem nicht länger reparieren, wir wollen es abwracken.»

Reckmann rechnete vor, dass die staatliche Hilfe für Kinder von Erwerbslosen - 211 bis 281 Euro monatlich je nach Alter - schlicht nicht ausreiche. Das Risiko armer Kinder für Gesundheitsgefahren wie Karies und Übergewicht sei drastisch höher, ihre Chancen auf Bildung und Förderung ihrer Talente etwa in Musik oder Kunst dramatisch niedriger als bei Altersgenossen aus wohlhabenderen Familien.

Gleichzeitig sei das bisherige staatliche Fördersystem ungerecht. Während Hartz-IV-Familien für ihre Kinder nur das Sozialgeld und kein zusätzliches Kindergeld bekämen, erhielten Arbeitnehmer mit niedrigem bis mittlerem Einkommen zumindest dieses in voller Höhe, nämlich 164 Euro im Monat für das erste bis dritte Kind und 195 Euro für alle weiteren Kinder. Gutverdiener mit mehr als 70.000 Euro im Jahr würden hingegen mit bis zu 240 Euro je Kind gefördert, weil sie von Steuervorteilen profitierten.

100 Milliarden Euro Kosten

Stattdessen sollen nach Vorstellungen des Bündnisses die einheitlich 500 Euro vom Staat für alle Kinder bis 27 Jahre künftig alles abdecken. Die Summe setzt sich zusammen aus dem vom Verfassungsgericht ermittelten Existenzminimum von 322 Euro und dem Erziehungs- und Bildungsbedarf von 180 Euro monatlich.

«Damit könnte der Staat zeigen, dass ihm alle Kinder gleich viel wert sind», sagte Reckmann. Die neue Leistung würde versteuert. Damit bliebe armen Familien meist die ganzen 500 Euro, während Gutverdiener nur einen Teil behalten würden. Trotzdem hätten fast alle Familien mehr als bisher, sagte Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers.

Kosten würde die neue Leistung den Staat brutto etwa 100 Milliarden Euro, wie Hilgers weiter sagte. Davon würden 30 Milliarden Euro durch die Besteuerung der Grundsicherung wieder hereingeholt. Der Großteil des Rests würde durch Streichung Familienleistungen wie Kindergeld, Sozialgeld, BAföG oder Ehegattensplitting gegenfinanziert. Unter dem Strich müsste der Staat zehn Milliarden Euro drauflegen - finanziert wahrscheinlich durch Einschnitte an anderer Stelle.

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Kommentare
11.01.2010
18:06
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von rumpelpumpel | #21

Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind,kann man ja fordern ,aber bitte nicht von den Zahlpapis macht bei 2 Kindern 1000,- ,na soviel verdient ein normalo nicht. Rede hier nicht von bankern und co ; sondern von normalen Gehaeltern.
Am besten jedoch setzt KEINE KINDER IN DIE WELT !!
Es gibt zu viele Menschen und zu wenig arbeit und das wird dank neuere Technologien weiter voran schreiten, Ihr züchtet also neue Arbeitslose ,macht die Augen auf!

14.12.2009
10:52
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von karlosdallos | #20

Kinder mit Angst vor Arbeitslosigkeit !

Wie grotesk
kann man das Versagen der Politik noch umschreiben.

19.04.2009
23:10
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von ashanti1311 | #19

Ja, und die Partei heißt D4U - Deutschland für Dich.
Gestern fand in Fulda das erste Mitgliedertreffen statt. Ich war dabei.
Wer die Idee unterstützen möchte, kann sich hier gerne informieren und als Mitglied anmelden. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und ohne Verpflichtungen.

http://www.d4u-partei.de/default.asp?friend=654

19.04.2009
22:09
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von bellomen aus Wattenscheid | #18

Wichtig ist es doch das jetzt alle merken, das die Kinder unsere Zunkuft sind. Genauso das sich am Symstem etwas ändern muss.
Daher verlangen doch auch einige das Grundeinkommen, dies ist auch finanzierbar. Eine Partei ist gerade in Gründung.

15.04.2009
10:23
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von dsnero20090405 | #17

Ja was ist dann da passiert - da hat jemand nachgedacht:
* 8.000 € / Jahr sind beim Einkommen pro Kind steuerfrei, da Existenzminimum.
* SGB II / Harz IV ergibt - je nach Mietanteil 250..300 € pro Monat - also weniger die Hälfte des o.a. Existenzminimums und wird Existenzsicherung genannt!?
Uuups - das hatten ja schon viele Leute formuliert - aber jetzt haben es sogar die Medien bemerkt!

15.04.2009
10:22
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von dsnero20090405 | #16

Ja was ist dann da passiert - da hat jemand nachgedacht:
* 8.000 € / Jahr sind beim Einkommen pro Kind steuerfrei, da Existenzminimum.
* SGB II / Harz IV ergibt - je nach Mietanteil 2500..300 € pro Monat - also weniger die Hälfte des o.a. Existenzminimums und wird Existenzsicherung genannt!?
Uuups - das hatten ja schon viele Leute formuliert - aber jetzt haben es sogar die Medien bemerkt!

14.04.2009
20:19
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von armerBURentner | #15

Da mein Töchterlein mir eine Rechnung von über 300€, allein für ihren Kauknochen (Handygebühren) präsentiert hat, sind 500€ eindeutig zu wenig, 1000€ müssen es schon sein, dafür kann man Renten und Pensionen kürzen.

14.04.2009
18:54
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von wohleinscherz | #14

Kinderarmut heißt auch für die Eltern armut. Wenn ich mit dem Geld das meine Kinder vom Staat bekommen alle Kosten meiner Kinder bestreiten müßte hätten beide in der 4 Monatswoch nichts mehr zu essen. Somit finanziere ich mit meinem anteil der Leistungen meine Kinder, was für mich seit jahren heißt, Kleidung nur im Diakonieladen und Lebensmittel auf der ständigen Suche nach Angeboten. Ausgehen ist für mich als alleinerziehende Mutter garnicht mehr drin. aber auch daran gewöhnt man sich. Früher bin ich mal gern in ein Konzert oder Teater gegangen. Und zu Rauschgift, Zigaretten und Alkohol kann ich nur sagen das Problem haben die armen Reichen Kinder.

14.04.2009
18:53
Blockierter Kommentar.
von udo123454321 | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.04.2009
17:55
Sozialbündnis fordert 500 Euro für jedes Kind
von kimku55 | #12

Also brauch ein Kind mehr geld als ein Erwachsener.Wieso die Rauchen die Trinken nicht die gehen nicht auf den Puff.Wieso brauchen die also mehr Geld

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