Sommerferien beginnen künftig etwa eine Woche früher

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Was wir bereits wissen
Die Kultusminister der Länder folgen dem Drängen der Tourismus-Industrie, die eine Ausweitung des zeitlichen Korridors für die Schulferien verlangt hat. Grund: Das bringe mehr Einnahmen. Allerdings werden dadurch die Unterrichts-Zeiten verzerrt - Schul-Halbjahre mitunter sehr kurz.

Berlin.. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat sich über die Termine für die Schulsommerferien von 2018 bis 2024 geeinigt. Der Zeitraum, in dem die Ferien liegen können, wurde entsprechend der Wünsche der Tourismusbranche erweitert, wie am Donnerstag in Berlin mitgeteilt wurde. Das heißt konkret, dass die Schulsommerferien-Periode künftig am 20. Juni beginnen und am 13. September enden wird - um einen 85-Tage-Zeitkorridor bei der Gestaltung der unterschiedlichen Ferientermine in den 16 Ländern auszuschöpfen. Bisher lag dieser bei etwa 81 Tagen. Die Sommerferien-Periode beginnt derzeit meist gegen Ende Juni und zieht sich bis in die erste September-Woche.

Die Sommerferien-Termine werden von den Bundesländern langfristig nach einem rollierenden System festgelegt: In einem Jahr starten die einen Länder früher, im anderen Jahr die anderen. Das soll Staus auf den Straßen und Engpässe im Tourismus vermeiden und möglichst allen Eltern und Kindern ermöglichen, in den Feriengenuss warmer Hochsommertage zu kommen. Nur in Bayern und Baden-Württemberg beginnen die Sommerferien traditionell erst Ende Juli/Anfang August. Beide Länder pochen auf Erhalt dieses Privilegs, dass früher damit begründet wurde, dass die Kinder bei der Ernte helfen müssten.

Mehr Korridor = bessere Auslastung

Tourismus

Die Wirtschaftsministerkonferenz der Länder hatte die von der Tourismusbranche geforderte Ausschöpfung eines Zeitkorridors von "weitmöglichst 90 Tagen" unterstützt. Das soll die Auslastung in den Urlaubsregionen verbessern. Je nicht gewährtem Ferientag müsse mit geschätzten wirtschaftlichen Einbußen im Tourismus von rund 100 Millionen Euro gerechnet werden. "Diese werden von Urlaubern möglicherweise im Ausland ausgegeben, wenn die Anreise wegen der Verkehrssituation unattraktiv ist und es in deutschen Ferienregionen keine freien Betten mehr gibt", heißt es in einem vom Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) initiierten Beschluss der Konferenz. Außergewöhnlich kurze Ferienkorridore wie 2014, mit nur 73 Tagen, führen zudem zu Engpässen bei Ferienquartieren und steigenden Preisen.

Mehr Korridor = kurzes Schulhalbjahr

Die Kultusminister führen gegen eine erhebliche Verlängerung des Ferienkorridors pädagogische Argumente an. So sollten die beiden Schulhalbjahre möglichst gleich lang sein, Unterrichtsphasen zwischen den Ferien mindestens sechs Wochen betragen und Prüfphasen für Abitur und Mittlere Reife zwischen Ostern und Sommerferien nicht zu sehr komprimiert werden - vor allem in den Jahren mit spätem Osterfest. Zudem müssten Klassenfahrten und Sportwettkämpfe zeitlich verteilt werden. Das fällt nun schwerer: Diejenigen Länder, die mit einem frühen Ferienbeginn an der Reihe sind, müssen jetzt um den 20. Juni herum in die Ferien starten. Das Sommerhalbjahr wird so extrem kurz und der Stress groß.

„Wir sind bis an die Grenze des pädagogisch und schulorganisatorisch Vertretbaren gegangen“, sagte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) als amtierende KMK-Präsidentin gestern in Berlin zum nun ausgehandelten Kompromiss. (dpa)

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