Sollte Joachim Gauck nun heiraten?
21.02.2012 | 18:45 Uhr 2012-02-21T18:45:00+0100
Berlin. Erste Stimmen raten dem künftigen Präsidenten, nun zum Standesamt zu gehen. Lebensgefährtin Daniela Schadt gibt sich bedeckt über etwaige Heiratspläne. Westerwelle reagiert empört auf die Debatte.
Ob sie demnächst neben Michelle Obama sitzen wird, wie es beim Damenprogramm üblich ist? „Ein bisschen unwirklich“ ist es für Daniela Schadt schon, für die designierte First Lady. „Ich muss mich noch ein bisschen sortieren“, gesteht sie in einem Interview mit den „Nürnberger Nachrichten“. Meint Norbert Geis auch. Mit der wilden Ehe von Joachim Gauck und Schadt kann sich der CSU-Politiker schwer anfreunden. Er drängt das Paar, bald seine Lebensverhältnisse zu ordnen: Geis rät Gauck und Schadt zum Schritt vor den Altar.
Er trat gestern eine kurze heftige Debatte los. Und: Er ist allein, zumindest in der Öffentlichkeit. „Halt den Mund“, ruft der SPD-Abgeordnete Dieter Wiefelspütz seinem Kollegen zu, „als ob wir keine Sorgen hätten!“ Der Chef der Linkspartei, Klaus Ernst, twittert: „Was für eine mittelalterliche Debatte.“ Derweil gibt Grünen-Fraktionsmanager Volker Beck zu bedenken, es bilde einen Teil der Realität ab, „dass auch Unverheiratete zusammen leben“. Gaucks Privatleben sei schon geordnet.
Nur eben: Anders geordnet.
Wie Wanderdünen haben sich die Konventionen im Laufe der Zeit bewegt. In der Gesellschaft weht seit Jahren ein neuer Wind. Das Land wird von einer Frau in zweiter Ehe regiert und von einem schwulen Außenminister vertreten. Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff hatte die Patchwork-Familie im Schloss Bellevue eingeführt.
Schreibt die Etikette den Gang zum Standesamt vor?
Eine wilde Ehe ist neu im Präsidialamt; wo auf den Partner des Staatsoberhaupts besondere Pflichten bei der Repräsentation zukommen.
Schreibt die Etikette in Schloss Bellevue etwa einen Gang zum Standesamt vor? Schadt wehrt Fragen dazu ab, ob sie heiraten wird. Es ist der Journalistin zu privat, es zu „ventilieren“. Gauck hatte 2010 eine Hochzeit nicht ausgeschlossen. Von ihm kennt man wenig Privates, eigentlich bloß, dass er seit 1991 von seiner Ehefrau getrennt lebt. Zumindest stimmte das noch 2010. Ob sie längst geschieden sind? Auch das ist unbekannt.

Joachim Gauck soll also Bundespräsident werden. Haben sich Merkel & Co. auf den richtigen Kandidaten geeinigt?
CSU-Mann Norbert Geis ist ein Konservativer alter Schule. Er ist sich für einen provokativen Zwischenruf nie zu schade. So gibt er nun via „Welt“ den Ratschlag an Gauck – aus Fürsorge. Denn Geis ist der Meinung, dass es im Interesse des ersten Mannes im Staat selber liege, seine Verhältnisse zu ordnen, „damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird“. Für wen eigentlich? Für Geis etwa?
Westerwelle spricht aus eigenem Erleben
„Stillos“, klagt Außenminister Guido Westerwelle in der „Rheinischen Post“. Es ist sein Beitrag zur Gauck-Debatte. Als die FDP-Spitze sich am Sonntag telefonisch kurzschloss, hatte einzig ihr früherer Parteichef keinen Anschluss gefunden. Deutschland sei ein modernes Land, betont Westerwelle nun. Er spricht aus eigenem Erleben.
Andere Politiker wollten sich nicht äußern. Viele waren im Karneval oder auch im Ausland unterwegs. Wolfgang Thierse konnte der Frage vor laufenden TV-Kameras nicht ausweichen. „Ich unterstelle mal“, setzt der Bundestag-Vizepräsident in N24 an, „dass er seine Lebenspartnerin auch liebt“. Denn die Frau, mit der man zusammenlebe, könne man doch auch heiraten. Schadt ist schon Gaucks First Lady, dann soll sie es auch offiziell für alle Bundesbürger werden. „Das ist ja dann der Vollzug. Also, ich würde daraus keine Staatsaffäre machen“, so der SPD-Politiker.
„Unbarmherzige Ausleuchtung des Privatlebens“
Eine Affäre machte keiner daraus. Die Kirchen zum Beispiel halten sich zurück, die Protestanten gewiss auch aus Solidarität mit ihrem Theologen – und die Katholiken aus Rücksicht auf die evangelische Kirche? Schadt und Gauck bekommen unterdessen einen Eindruck davon, wie es so ist, wenn man in der Präsidenten-Klasse spielt: Nichts ist privat, kein Hausbau, nicht die Lebensverhältnisse.
Einspruch, ruft Alois Glück, CSU-Mann wie Geis und außerdem Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Er sei in großer Sorge über eine „unbarmherzige Ausleuchtung des Privatlebens“, erzählt er. Es könne Bewerber für öffentliche Ämter abschrecken. „Es muss noch ein Privatleben geben.“ Und wer sagt es Geis?

19:19
@37
Gauck hat sein Privatleben geregelt. Er ist mit der Mutter seiner Kinder verheiratet und führt mit Frau Schadt eine Beziehung. Das ist eine Regelung, auf die sich die 3 Menschen geeinigt haben, die es angeht.
Und das ist nicht unchristlich!
Vielleicht das nicht Ihr Lebensentwurf, aber vielleicht entspricht auch nicht der Lebensentwurf früherer Präsidenten den Lebensentwürfen aller Bürger ...
Unterschiedliche Menschen treffen unterschiedliche Entscheidungen - und jetzt gilt das auch für unterschiedliche Präsidenten.
Soweit mir bekannt, bekommt Frau Schadt nach aktuellem Stand auch später keine Witwenrente - das gälte wohl nur für seine Frau.
17:51
Die Frau des BP ist eine First Lady und nicht eine Freundin. Für dessen Freundin bin ich nicht bereit, Steuer zu zahlen. Sicherlich kann er auch in einer wilden Ehe leben, dann kann er aber keine moralische Instanz für alle Deutsche sein, jedenfalls nicht für die bekennenden Christen. Wenn ich was zu sagen hätte, würde ich ihn nicht zum Deutschen Katholikentag Mitte Mai in Mannheim einladen, wenn er nicht bis dahin seine private Beziehung geregelt hat. Ich hoffe, das werden die deutschen Bischöfe auch nicht tun.
So sehe ich das auch! Jeder kann sein Leben so gestalten wie er möchte, wenn er nicht gegen Gesetze verstößt. Aber ich habe in den vergangenen Woche lesen könne, dass das Amt des Bundespräsidenten eine gewisse Vorbildfunktion und Würde innehat. Das scheint aber nur eine Auslegungssache zu sein, welche von dem Medien mitbestimmt wird.
15:38
@festus04,woelly,matrix666
Das private Beziehungsleben von Herrn Gauck geht im Moment genau 3 Leute etwas an. Seine Ex-Partnerin und Mutter seiner Kinder, mit der nach formal weiterhin verheiratet ist; seine Partnerin Frau Schadt - und nicht zuletzt ihn selbst. Wenn die drei sich einig sind, können sie gerne den jetzigen Zustand beibehalten.
Daraus entsteht niemandem ein Nachteil! Es kann sowieso kein Amtsinhaber alle Lebensumstände aller Deutschen abbilden: und welchem Alleinerziehenden oder in eingetragener Lebenspartnerschaft lebendem ist bisher ein Nachteil dadurch entstanden, dass bisher nur Ehepaare das Schloss Bellevue und die Villa Hammerschmidt bewohnt haben?
Wenn Herr Gauck beim User woelly angeblich einen Ehekrach provoziert, ist das nicht die Schuld von Herrn Gauck, sondern das Problem von User woelly! Gauck will weder Herrn Geis noch diversen Fundamentalisten hier seinen Lebensstil aufzwingen. Umgekehrt wird das versucht!
Zwangsehe nach bayerischer Art!
15:38
Neeiin, aus- aus- aus !!!!
Man kann dieses BP gefasel nicht mehr lesen und hören, verkommt Politik denn immer mehr zur Yello-Press.
Wir haben wichtigeres zu regeln, wir leben mitten in einer Inflation und unsere Gesellschaft driftet immer mehr auseinander und wir lassen uns durch diesen Mist verschaukeln.
Unglaublich !!!
13:34
Bisher war es guter Brauch, sich nicht um das Privatleben der Politiker zu kümmern. Es ist beschämend, dass nun das Privatleben des zukünftigen Bundespräsidenten öffentlich diskutiert wird. Es hat seine Ordnung, wenn auch eine andere, als von manchem bevorzugt. Doch es geht uns nichts an.
Die künftige First Lady scheint eine hochintelligente und selbstbewusste Frau zu sein, die sich offenbar durch grosse Bescheidenheit auszeichnet. Man darf sicherlich davon ausgehen, dass sie nicht in home stories bei Bunte und Gala auftauchen wird wie ihre Vorgängerin.
13:12
Nein, er sollte nicht heiraten. Der moralische Aspekt ist mit egal. Nicht egal ist mir, dass seine 20 Jahre jüngere Ehefrau auch lebenslang versorgt werden wird.
Da soll er lieber mit der alten verheiratet bleiben.
Auch aus finanziellen Gründen wird er sich nicht hat scheiden lassen (Steuerklasse).
13:09
Was soll denn diese Frage? Es ist doch wohl Privatsache. Hat man jemals Seehofer oder gar Wulff sein Privatleben vor geworfen? Und der Aussenminister kann doch auch machen was er will.
13:02
da ist sie wieder...die Scheinheiligkeit der Deutschen, insbesondere der CDUler.
Wen interessiert es denn wirklich ob und wie Herr Gauck sein Bett teilt?
Wäre ich Journalist würde ich mal das Eheleben von Personen wie Herr Geis hinterfragen...
am Ende steht da ehelicher Frust, leben nebeneinanderher und der wöchentliche Puffbesuch.
AUs meiner Erfahrung raus haben diejenigen die aus den hinteren Rängen heraus am lautesten schreien auch den meisten Dreck am Stecken.
Ich finde das was Herr Gauck mach ist eine in Deutschland in jeder vierten Familie vorzufindende Konstallation.
Eine gute Quote....
Diese moralinsauere Gerede mancher Leute denen gerade mal wieder einfällt wofür das C in der cdu /csu steht ist widerlich, mehr nicht.
Wieso handeln diese CDU Mitglieder nur bei Lust und Laune nach ihrem tiefem Glauben?
Eben.....der Oberbegriff hierfür ist SCHEINHEILIGKEIT...das Synonym der CDU & Co.
12:40
Von all den Dingen, die man Wulff vorgeworfen hat - störte mich am wenigsten - oder gar nicht, dass er eine "neue FRau" hat. Wir leben nicht mehr im MA - sondern jeder hat das Recht nach seiner Fascon selig zu werden.
Gauck hat sich in Absprache mit seiner Frau nicht scheiden lassen. Auch seine Frau hätte ja die Scheidung einreichen können. Augenscheinlich leben die beiden sehr gut damit und gehen mit ihren Leben tolerant um. Wer ist man, dass man sich anmaßt einen moralischen Zeigefinger zu erheben?
Er kandidiert nicht in einer Funktion eines religiösen Vereins - sondern als Oberhaupt eines Staates, der alle Teile des Volkes vertritt. Und ja dort gibt es Geschiedene, Verheiratete und in wilder Ehe lebende. Mir ist immer jemand lieber, der privat mit sich im Reinen ist - als jemand, der aus falschen Gründen aggiert. Privat ist Privat! Das geit uns nit an.
12:30
Was hier teilweise "abgeht" ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Dieses pharisäerhafte Gejaule ist widerwärtig. Ich freue mich, dass Joachim Gauch unser neuer Bundespräsident wird, egal, ob er sich scheiden läßt, nicht scheiden läßt, wieder heiratet oder nicht. Welchen Familienstand er am KATHOLIKENTAG haben wird, ist mir auch piepegal.
Das kann ihnen ja piepegal sein- mit aber eben nicht! Denn er will ja nicht nur Bundesvorbild werden, sondern er kommt ja noch als evangelischer Theloge und Pfarrer daher. Alles und Nichts kann man einem Großteil der deutschen Bevölkerung auch nicht zumuten. Wenn dass hier so weitergeht, dankt Herr Gauck schon vor der Pseudowahl ab. Hatten wir auch noch nicht!
29-1
Auch evangelische Pfarrer können geschieden sein - oder in gleichgeschlechtlicher Ehe leben (kenne selber welche).
In diesem Fall sagt die Kirche nichts dazu. Der Sprüch päpstlicher als der Papst passt ja bei Ihnen nicht ganz. Aber sie sollten erst ihren Balken rausziehen, bevor sie über die vermeinlichen Splitter herziehen.
Und als BP ist er nicht mehr in seinem Beruf tätig. Er hat keine Pfarrei und seine moralischen Wertvorstellungen wird er zwar nicht abgeben. Aber er spricht als BP nicht als Theologe. Er wird nicht abdanken, denn mit solchen Leuten wie IHnen hat er wahrscheinlich im Laufe seines Lebens schon zu tun gehabt haben. Seine Liebe hält noch - genau wie seine Ehe. Und du meine Güte. Es ist ihnen nicht egal - dann steht die Welt still. Ist nicht so - und darüber bin ich zutiefst dankbar.
Ich möchte ihre Thesen der evangelischen Glaubenslehre ja nicht bestreiten, aber Herr Gauck will ja auch das Bundesvorbild aller katholischen Glaubesbrüder und Glaubensschwestern sein. Damit läßt sich sein gewollter Lebensplan aber nur schwerlich zusammenbringen. Er sollte mit seiner Auffassung einfach auf die katholische Kirche zugehen und dort Überzeugungsarbeit leisten, bevor er zum Katholikentag eingeladen wird. Denn, ich gehe mal davon aus, dass er eingeladen wird.