Sollen Asylbewerber im ehemaligen KZ-Außenlager untergebracht werden?

Die Geschichte des Geländes, auf dem einmal die Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald in Schwerte ­stand, war mit dem Tag seiner Befreiung im Januar 1945 nicht zu Ende. Man mag es für unsensibel halten, dass hier später Kriegs-Vertriebene aus Ungarn untergebracht wurden. Aber auch das gehört zum Werdegang dieses Geländes, genau wie die jüngste Nutzung als Kindergarten-Bau und Künstler-Atelierhaus.

Die unheilvolle Vergangenheit des Ortes ist aufgegangen in der historischen Entwicklung. Denn aus dem einstigen Nazi-Reich ist eine bürgerliche Demokratie geworden, und es war nicht zuletzt eine Lehre aus dem Terror der Nazis, dass im deutschen Grundgesetz ein Asylrecht für Flüchtlinge verankert wurde. So gesehen ist das Gelände des einstigen SS-Außenlagers geradezu sinnfällig umgenutzt worden. Wenn die Flüchtlinge einver­standen sind und nicht an eine ­unheilvolle Magie des Ortes glauben, sollten sie dort einziehen. Besser als Zelte und ­drangvolle Enge wäre es allemal.