Europaparlament
Silvana Koch-Mehrin lächelt und schweigt zu Vorwürfen
06.06.2009 | 08:48 Uhr 2009-06-06T08:48:00+0200
Recklinghausen. Alles nur ein Missverständnis? Zwei Tage vor der Europawahl stehen die Vorwürfe um die Präsenzquote der FDP-Abgeordneten Silvana Koch-Mehrin weiter im Raum. Am Freitag wollte DerWesten Antworten von Koch-Mehrin auf einer FDP-Wahlkampfveranstaltung in Recklinghausen.
Das Lächeln hat Charme. Mit ihrer Körperhaltung strahlt sie Selbstbewusstsein aus. Auch rhetorisch kann sie ihr Publikum fesseln. Silvana Koch-Mehrin setzt ihre sympathische Ausstrahlung dezent, aber gezielt ein – perfekt für Medien und Massen. Am Freitag lächelte die FDP-Spitzenkandidatin an der Seite von FDP-Parteichef Guido Westerwelle auf der Abschlussveranstaltung zur Europawahl in Recklinghausen. Die Diskussion um ihre Präsenzquote im Europaparlament? Kein Thema.
DerWesten war vor Ort und bat Silvana Koch-Mehrin trotzdem um Aufklärung. Doch sie verweigerte die Antwort auf die offenen Fragen. Unter anderem: Lügt die Verwaltung des EU-Parlaments? Befürchtet sie Konsequenzen wegen ihrer eidesstattlichen Erklärung vor Gericht?
Während Koch-Mehrin in Recklinghausen schwieg, erläutert sie ihre Präsenzquote bei den Plenarsitzungen des Europäischen Parlaments auf ihrer Internetseite. Dort gibt die 38-Jährige an, sie sei an 154 Tagen der Plenarsitzungen dabei gewesen. „Hinzu kommen 59 Tage Mutterschutz, da ich 2005 und 2008 mein zweites und drittes Kind bekommen habe“, so Koch-Mehrin. Nach den EU-Regularien fließen die 59 Tage als 100-prozentig anwesend in die Statistik ein. So ergebe sich eine Präsenz von 213 der 282 Sitzungstagen und eine Quote von 75,53 Prozent.
FDP-Politikerin: Verwaltung habe sich verzählt
Trotzdem bescheinigt die offizielle Webseite des Europaparlaments Koch-Mehrin nur eine Anwesenheitsquote von 62 Prozent. In ihrer Erklärung auf ihrer Homepage stellt sie klar, dass die bisherigen Veröffentlichungen durch die Verwaltung des Europäischen Parlaments falsch seien. Unter anderem habe es nicht 288 sondern nur 282 Plenarsitzungen gegeben und Koch-Mehrin habe man zwölf Tage nicht angerechnet, weil ihre Anwesenheit nur in einer internen Liste des EU-Parlaments vermerkt worden sei.
In zwei eidesstattlichen Versicherungen für das Hamburger Landgericht hatte sie auf Grundlage ihrer Berechnungen ihre Anwesenheitsquote mit 75,53 Prozent angegeben. Daraufhin hagelte es Kritik. Unter anderem griff der CDU-Politiker Werner Langen die FDP-Spitzenkandidatin scharf an und unterstellte ihr, dass die Versicherungen falsch seien. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hakte weiter nach: Nach ihren Informationen sei Koch-Mehrin nur an drei von 37 Sitzungstagen den Haushaltsausschuss zwischen dem 1. April 2008 und dem 27. April 2009 als präsent vermerkt worden.
Westerwelle verteidigt Spitzenkandidatin
Guido Westerwelle versucht derweil schützend die Hand über seine Spitzenkandidatin zu halten. Von Johannes B. Kerner in dessen Talkshow am Donnerstagabend angesprochen, betonte Westerwelle, wie stolz er auf das Engagement und die Arbeit der Politikerin und Mutter Silvana Koch-Mehrin sei: „Ich finde es toll, wie oft sich Frau Koch-Mehrin auch vor Ort zeigt“, so der FDP-Chef. Eine geringe Präsenzquote dürfe kein Indiz für Faulheit sein, denn sonst würden er selbst, Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier auch sehr schlecht aussehen.

16:59
Was soll sie sonst tun? Zunächst handelt es sich um Vorwürfe! Vorwürfe! Kein Schuldspruch! Unschuldsvermutung. Wenn das ganze also ein Kampagne ist, dann ist es in der Tat das Klügste, zu schweigen.
16:57
Silvana Koch-Mehrin lächelt und schweigt zu Vorwürfen
Und macht so weiter wie bisher...
So ein dreistes Verhalten habe ich schon lange nicht mehr gesehen...
15:22
@6 Nicht nur für Frau Koch-Mehrin lohnt es sich nicht zu arbeiten, viele Sozialhilfeempfänger ziehen es seit Jahren vor andere für sich arbeiten zu lassen.
14:43
Werden die Bürger ihre Bürgerrechte verteidigen?
Werden sie nicht! Sie werden aus Gewohnheit weiter SPD und CDU wählen.
Bürgerrechte sind leider sehr abstrakt, wenn darüber besprochen wird. Sie sind aber leider auch sehr konkret, wenn sie abgeschafft werden und man selbst es zu spüren bekommt.
SPD und CDU hatten ihre Chance und werden sie wohl diesmal wieder bekommen. Die Bürgerrechte werden weiter schwinden. Leider!
14:23
Jeder der arbeitet hat auch da zu sein!
Diese Anwesenheitspflicht gilt für alle Abgeordneten und in allen Parlamenten, das ist auch meine Meinung.
Das bei den entscheidenden Abstimmungen alle Abgeordneten da sind, dafür sorgen schon die Parteien!
Ich beteilige mich nicht an dieser offensichtlichen Kampagne gegen die FDP, es gefällt einigen anderen Parteien offenbar nicht, das die FDP zur Zeit so erstarkt ist beim Wähler.
Und das für mich vollkommen zurecht!
Die CDU/CSU und SPD werden den größten Sturz ihrer Geschichte erleben.
Ich denke in diesem Wahljahr werden die Regierungsparteien vom Wähler die Quittung für den umfassenden Frontalangriff auf die Bürgerrechte bekommen!
Und dazu für das immer dreistere Abzocken der Bürger durch Steuererhöhungen und Abgabenerhöhungen.
Und das haben sie zurecht verdient!
Meine Stimme bekommt die FDP, Freiheitsrechte und Bürgerrechte sind für mich eminent wichtig und unverzichtbar, und nur die FDP macht sich in ihrem Wahlprogramm ausdrücklich dafür stark.
13:41
Koch-Merin: Eine Faulenzerin? Hätte ich bei der Schönheit nicht gedacht. So kann man sich täuschen, liebe FDP. Ihr seit mausetot für mich!!!
11:48
Ich kann die Dame mathematisch nicht ganz nachvollziehen: In der Abwesenheit des Mutterschutzes sollte doch die Statistik ruhen?! Oder?
11:42
okay. bekommt mit 2 m...aber egal, Hauptsache ich bekomm meine Politiker...:-)
11:40
Hier an diesem Beispiel dieser Politikerin sieht man doch, worum es den Politikern in erster Linie geht: nur um sich selber.
Wenn man morgen wieder sieht, wieviele diese etablierten Parteien nebst ihren fürs Volk kämpfenden Politiker wählen kann man einfach nur verzweifeln.
Deswegen hier bitte nicht rummeckern sondern es akzeptieren:
Jedes Volk bekomt die Politiker die es verdient!!
11:29
Es ist egal, wer wo wann aufs Klo geht.
Die Frage, um die es geht, heisst doch:
Was tut diese Abgeordnete für die EU-Bürger?
Erst nach der Antwort darauf können wir uns fragen, ob sie hinreichend oder zuviel Kohle abgreift.