Siegener Polizei ermittelt dreisten Täter

Siegen..  Es begann mit einem besonders dreisten Fall von Fahrerflucht und endete mit einem selbstgebackenen Kuchen für die Polizeihauptkommissare Gerhard Schulze und Ulrich Dickel. Die beiden Verkehrsunfallfluchtermittler des Verkehrskommissariates Siegen konnten trotz dünner Spuren den Täter ermitteln, der einem älteren Ehepaar ins Auto gefahren war – nachzulesen auf der Internetseite der Polizei NRW (polizei.nrw.de/siegen-wittgenstein/artikel__873.html).

Erst „kroch“ er mit seinem Kleinwagen der 69-Jährigen auf der B 54 bei Burbach ins Heck, dann krachte der etwa 20-Jährige mit seinem kleinen blauen Auto hinten drauf. Ausgestiegen räumte er gleich seine Schuld ein. Als das Ehepaar seinen Wagen umsetzte, um dann die Polizei zu rufen, machte sich der Fahrer aus dem Staub.

Die Angaben der geschockten Geschädigten waren nur vage, aber es blieben einige blaue Plastikteilchen zurück. Polizeihauptkommissar Schulze. puzzelte sich die Teile auf seinem Schreibtisch zusammen. Eine Lackiererei identifizierte sie: „Die gehören zu einem blauen VW Lupo!“ Doch es fehlte ein Kennzeichen. „Wahrscheinlich war es aber, dass der Täter aus den Grenzbereichen im ,Dreiländereck’ kam. Deshalb habe ich eine gezielte Fahndung auch in Hessen und Rheinland-Pfalz eingeleitet“, so Gerhard Schulze.

15 in Frage kommende blaue Lupo galt es für die Polizeiinspektion Westerburg zu überprüfen. Kommissar Zufall half, schon das erste Auto passte. Über den Fahrzeughalter führte der Weg zu einem Autohändler in Detmold und zum 25-jährigen Täter, der sich dort in einer Klinik aufhielt. Sein Motiv für die Unfallflucht war recht simpel. Er hatte bereits zum Zeitpunkt des Unfalls keinen Führerschein mehr.