Sicherheitsbehörden erwarten Angriffe auf Islamisten in NRW

Radikaler Islam in der Öffentlichkeit: Zuhörer des Predigers Pierre Vogel beten vor einer Kundgebung in Berlin. Die Behörden befürchten, dass öffentlich auftretende Salafisten zukünftig Opfer von gewaltsamen Übergriffen werden.
Radikaler Islam in der Öffentlichkeit: Zuhörer des Predigers Pierre Vogel beten vor einer Kundgebung in Berlin. Die Behörden befürchten, dass öffentlich auftretende Salafisten zukünftig Opfer von gewaltsamen Übergriffen werden.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Sie gehen mit Plakaten umher und verteilen Korane: Ein Teil der radikalen Islamisten im Land zeigt sich öffentlich. Der NRW-Verfassungsschutz glaubt offenbar, dass die Missionierungstrupps Opfer von Übergriffen werden könnten. Bei Jesiden, Kurden und Schiiten wachse die Bereitschaft zur Gewalt.

Düsseldorf.. Radikale Islamisten könnten in Deutschland bald selbst Opfer von Gewalttaten werden. Das gehe aus einer Einschätzung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes hervor, berichtete "Spiegel Online" am Dienstag unter Berufung auf ein vertrauliches Dokument der Düsseldorfer Behörde. Bei Kurden, Jesiden und Schiiten in Deutschland gebe es "eine wachsende Bereitschaft, mit Gewalt gegen erkannte Salafisten vorzugehen". Vom NRW-Verfassungsschutz war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Gefährdet sind dem Bericht zufolge vor allem öffentlich auftretende salafistische Missionierungstrupps, deren Betätigung von kurdischen Kreisen als Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wahrgenommen werde. Der IS und kurdische Gruppen bekämpfen einander im Irak und in Syrien, vorige Woche eskalierten die Kämpfe um die syrische Stadt Kobane. Der Hass auf vermeintliche IS-Sympathisanten könne sich "jederzeit durch Handgreiflichkeiten entladen", warnt nun der Verfassungsschutz laut Bericht.

Extremismus Deutsch-kurdischer Rapper macht gegen Salafisten mobil

Als alarmierend werteten die NRW-Sicherheitsbehörden einen Aufruf des Kölner Rappers "Bero Bass". In einem Video habe der Deutsch-Kurde seine Gefolgsleute aufgefordert, Salafisten zu ermitteln sowie ihre Adressen und Auto-Kennzeichen festzuhalten. "Der von ihm genannte Zweck, nämlich alsdann die Polizei über salafistische Umtriebe zu unterrichten, wird hier als Vorwand gewertet", heiße es in der Analyse.

Im niedersächsischen Celle und in Hamburg war es bereits in der vorigen Woche zu Krawallen zwischen Islamisten und Kurden gekommen. (dpa)