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Sexuallehre

16.02.2010 | 20:42 Uhr

Was da nach und nach über den sexuellen Missbrauch durch katholische Priester bekannt wird, sprengt jede Vorstellungskraft. Erst waren es Priester in den USA, dann in Irland und – wie wir nun wissen – auch hier bei uns. Jeder sexuelle Missbrauch ist ein schändliches, abscheuliches Verbrechen. Doch wenn Priester Kinder missbrauchen, ist es besonders perfide. Weil Priester Vertrauenspersonen sind.

Die Kirche büßt viel von ihrer Glaubwürdigkeit ein. Schließlich verlangt sie von ihren Gläubigen die Einhaltung einer strengen Morallehre. Dass sie trotzdem die Verbrechen einiger ihrer Priester deckte, ist unfassbar.

Doch zur Auseinandersetzung gehört auch Redlichkeit. Weder der Papst noch die Deutsche Bischofskonferenz vertuschen heute oder reden klein, was passiert ist. Das Gegenteil ist der Fall.

Dass allerdings Bischof Walter Mixa jetzt die 68er und ihre sexuelle Revolution zu den eigentlich Schuldigen erklärt, ist eine Unverschämtheit. Solche Äußerungen vergrößern das Leid der vielen Opfer nur noch mehr.

Angelika Wölk

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Kommentare
17.02.2010
12:30
Sexuallehre
von Widerrede | #4

Ist nur komisch das seit Jahrhunderten die unehelichen Kinder der Priester geduldet und gegebenenfalls heimlich unterstützt werden. Achso und das alles wegen der sexuellen Revolution Ende der 60 er.
Das Ehetabu gehört abgeschafft ebenso das ein Priester sich nicht als Homosexueller outen kann, d.h. ja nicht das er seine Neigung dann mit Kindern und Jugendlichen auslebt denn das sind Straftatbestände.

Dazu muß die katholische Kirche auch Frauen zum Priesteramt zulassen. Wenn sie all das nicht tut wird sie in spätestens 50 Jahren in westlichen Ländern nur noch ein Restrelikt sein.

17.02.2010
10:24
Sexuallehre
von pantelitz | #3

Der Muff von ca. 3500 Jahren!

17.02.2010
10:06
Sexuallehre
von Richie | #2

Vielleicht ist das dumme Geschwätz des Herrn Mixa ja doch nur der Aufruf zum Massenaustritt.
Sexuelle Übergriffe gab es in der katholischen Kirche schon immer. Wenn Mixa jetzt erklären würde, dies sein Ausfluss dieses obszönen und verlogenen Zölibats, das könnte eine Erlärung sein. Aber ist es nicht die kath. Kirche, die wegen Ausbeutung von Schutzbefohlenen in Kinderheimen (Kinderarbeitslager) wegen brutalster Erziehungsmethoden inden 50ern ebenfalls zum Teil vor Gericht gezerrt wird???? Herr Mixa, ist das auch gesellschaftliche Reaktion auf die zu erwartenden 68er????
Fest steht jedoch eines, und es gilt für die katholische Kirche täglich mehr: unter den Talaren ist der Muff und die Geilheit von 1000 Jahren.

17.02.2010
07:58
Sexuallehre
von Auntie | #1

Mißbrauchsfälle (wie beispielsweise in Irland) gab es schon weit vor der sexuellen Revolution. Und betrachtet man zeitgenössische Schriften wurde immer wieder gemunkelt, dass Priester immer wieder mal gegen kircheneigenen Moralvorstellungen verstießen.
Die ungeheure Autorität verhinderte oft eine Anzeige, denn wer glaubte früher schon, dass ein Priester zu Mißbrauch fähig war.
Nach der sexuellen Revolution, die Frauen befreite und zur Aufklärung von Krankheiten führte, brachte es auch mit, dass man Sexualität nicht nur als Strafe Gottes betrachtete.
So war es eigentlich die Revolution, die dazu führte, dass die Fälle publik wurden.
Viel schlimmer finde ich aber bei Mixa, dass er durch diese Äußerungen die Priester außerhalb der Hierachie der Kirche stellt.
Der katholische Männerbund, der ja immer von einem berufenen Priester spricht, der auch noch geweiht ist - mit einer hierachischen Ordnung, die streng auf Gehorsam basiert hat nun ein Problem. Vor allem mit der Vertuschung.
Aber diese Priester sind ja keine richtigen Priester - sie waren verwirrt von der sexuellen Revolution. An sich hat also die Kirche keine Schuld.
Ich glaube eher (wenn man den Begriff glauben benutzen kann), dass Personen wie Mixa, die ohne Nächstenliebe mit einen menschenfeindlichen Moralkodex bestehen, Priester in der Dunkelheit treiben, Opfer lieber schweigen sehen wollen und somit zu den Personenkreis gehören, die die Angelegenheit vielleicht nicht gut finden - aber vertuschen wollen.

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