Serbiens Regierungschef reist zu Gedenkfeier nach Srebrenica

Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic hat seine Reise zur Gedenkfeier in Srebrenica in Bosnien und Herzegowina angekündigt.
Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic hat seine Reise zur Gedenkfeier in Srebrenica in Bosnien und Herzegowina angekündigt.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Vor 20 Jahren kamen beim Massaker von Srebrenica rund 8000 Männer ums Leben. Der serbische Ministerpräsident reist am Samstag zur Gedenkfeier an.

Belgrad.. Der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic nimmt an der Gedenkfeier zum 20. Jahrestag des Völkermordes in Srebrenica in Bosnien und Herzegowina teil. Er werde am kommenden Samstag in den kleinen Ort nach Ostbosnien reisen, kündigte Vucic am späten Dienstag in Belgrad an.

Kriegsverbrechen In Srebrenica hatte das serbische Militär im Juli 1995 am Ende des Bosnienkriegs (1992-1995) rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet. Unter der Führung von Ratko Mladic von der Armee der Republika Srpska, der Polizei und des serbischen Paramilitärs hatten die Täter Tausende Leichen in Massengräber geworfen. Internationale Gerichte hatten dieses Massaker als Völkermord klassifiziert. Serbien spricht lediglich von einem Kriegsverbrechen und verweist auf Opfer in den eigenen Reihen.

Britische Resolution im UN-Sicherheitsrat

Grund für die Reise ist offenbar eine britische Resolution zu Srebrenica im UN-Sicherheitsrat, die am Dienstag auf Mittwoch vertagt worden war. Serbien war dagegen Sturm gelaufen, weil damit seine Landsleute als Völkermörder abgestempelt würden, hatten serbische Spitzenpolitiker argumentiert.

Russland hatte einen eigenen Entwurf vorgelegt, in dem der Genozid nicht erwähnt wird, jedoch die Verbrechen aller Seiten verurteilt werden. Vucic erklärte, Moskau habe ihm versichert, dass die britische Resolution auch am Mittwoch in New York keine Chancen habe. (dpa)