Senioren-CDU gegen offizielle Schwulen-Gruppe der Partei

Leonhard Kuckart, Landesvorsitzender der Senioren-Union der CDU Nordrhein-Westfalen, ist gegen eine Anerkennung des Verbands der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) als eigene Partei-Vereinigung.
Leonhard Kuckart, Landesvorsitzender der Senioren-Union der CDU Nordrhein-Westfalen, ist gegen eine Anerkennung des Verbands der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) als eigene Partei-Vereinigung.
Foto: Felix Heyder
Was wir bereits wissen
In der Diskussion über eine neue offizielle Partei-Vereinigung für Homosexuelle in der CDU ist der Landesvorsitzende der Senioren-Union in NRW auf Gegenkurs gegangen.

Düsseldorf.. In der Diskussion über eine neue Partei-Vereinigung für Homosexuelle in der CDU ist der Landesvorsitzende der Senioren-Union in NRW, Leonhard Kuckart, klar auf Gegenkurs gegangen: „Dieser Vorschlag sollte schnellstens wieder begraben werden“, erklärte Kuckart. Schwule und lesbische CDU-Mitglieder seien kaum für eine eigene Vereinigung zu begeistern, zudem bestehe durch sie „die Gefahr der gesellschaftlichen Ausgrenzung“. Man solle nicht anfangen, eine überholte Diskussion über unterschiedliche Lebensformen neu aufzuwärmen, so Kuckart.

Bereits CDU-Landesvize Karl-Josef Laumann hatte Ablehnung signalisiert: „Ich sehe keinen Sinn in einer Parteivereinigung, die nur an die sexuelle Orientierung anknüpft. Das ist doch reine Privatsache.“

"Wir sind keine Exoten mehr"

Das Magazin „Spiegel“ hatte am Wochenende berichtet, Generalsekretär Peter Tauber setze sich dafür ein, den rund 400 Mitglieder zählenden Verband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) als offizielle Vereinigung ins Statut aufzunehmen. Bisher gibt es in der CDU sieben offizielle Vereinigungen. Dazu gehören die Junge Union, die Frauen-Union, die Mittelstandsvereinigung (MIT) und die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA). Eine Reform der Parteiarbeit will die CDU beim Bundesparteitag im Dezember in Karlsruhe beschließen.

Ein Status als Parteigliederung würde den LSU, die erst neuerdings auch im Konrad-Adenauer-Haus tagen dürfen, finanzielle Unterstützung und mehr Mitsprache in der Union bescheren. Der LSU-Vorsitzende Alexander Vogt hatte zuletzt betont: „Wir sind in der Partei keine Exoten mehr.“