Selbstmordattentäterin in Nigeria war offenbar eine Zehnjährige

Kano..  Bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt im Nordosten Nigerias sind am Samstag mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 18 Menschen seien bei dem Anschlag teils schwer verletzt worden, erklärte ein Polizeisprecher. Örtliche Medien berichteten, dass ein zehnjähriges Mädchen das Attentat in der Stadt Maiduguri aus­geführt hätte. Eine Bestätigung von offizieller Seite gab es dafür zunächst nicht.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der Ablauf der Tat trug aber die Handschrift der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, die schon mehrfach Attentate in Maiduguri verübt hat. So waren bei zwei Anschlägen auf den Markt der Hauptstadt des Bundesstaats Borno Ende letzten Jahres Dutzende Menschen umgekommen.

Einen Angriff von Boko-Haram-Kämpfern auf die rund 130 Kilometer westlich gelegene Hauptstadt des Bundesstaats Yobe wehrten die nigerianischen Streitkräfte nach eigenen Angaben ab. Bei den Kämpfen am Freitag in Damaturu seien fünf Soldaten schwer verletzt worden. Die Zahl der Opfer in der Zivilbevölkerung oder unter den Angreifern blieb unklar. Soldaten hätten Sprengstoff und auch Panzerfäuste sichergestellt, teilte das Militär mit.

Experten gehen davon aus, dass Boko Haram rund um die Wahlen in Nigeria am 14. Februar das Land mit vermehrten Anschlägen destabilisieren will. Die sunnitischen Fundamentalisten wollen im Norden des ölreichen Landes und in Kamerun einen Gottesstaat errichten.