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Selbstblockade

15.02.2010 | 19:33 Uhr

Wer immer sich der Mitte zugehörig fühlt, den Konservativen oder Liberalen, und eine gewisse Abneigung gegen die Linke hegt, kann sich gelassen zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen: Die Linkspartei ist dabei, sich in verschiedenste Macht- und Interessengruppen zu atomisieren.

Lafontaine war autoritär, selbstbezogen und der puren Ideologie wegen kaum zu Kompromissen bereit. Er war deswegen umstritten, abgelehnt, gar gehasst. Und dennoch hielt er den Laden zusammen und hinterlässt nun ein Machtvakuum, um das ein immer unverhohlenerer Kampf um Einfluss und Führung entflammt ist.

Wenn es der Linkspartei nicht beizeiten gelingt, dieses Gezerre und Gespreize einzudämmen, droht ihr das Schicksal, das auch andere Protestparteien erlitten: Nach anfänglichen respektablen Wahlerfolgen verschwanden sie in der Bedeutungslosigkeit.

Vorausgesetzt, die Linkspartei kann ihre verbohrten Ideologen mäßigen, wäre sie zumindest auf Länderebene ein potenzieller Koalitionspartner und damit Teil eines linksorientierten Gegengewichts im Spektrum der Parteien. Wenn die Linke das sein will, wird sie sich auf ein Ende ihrer Machtgefechte besinnen müssen.

Rolf Potthoff

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