Schwere Hypothek für Infantino

Der Schweizer Gianni Infantino ist neuer Chef des Fußballweltverbandes Fifa.
Der Schweizer Gianni Infantino ist neuer Chef des Fußballweltverbandes Fifa.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Gianni Infantino ist zum Chef des Fußballweltverbandes Fifa gewählt worden. Kein leichte Aufgabe in einer Zeit voller Skandale. Ein Kommentar von Pit Gottschalk.

Vom Fifa-Kongress in Zürich soll ein Signal des Aufbruchs und der Erneuerung ausgehen, ein Zeichen der Toleranz und des Miteinanders. Was man halt so sagt, wenn man gerade zum Präsidenten des Fußballweltverbandes gewählt worden ist und nicht viel mehr zu bieten hat als gute Worte und ein Versprechen auf Besserung. Gianni Infantino, jetzt Oberhaupt von 209 Mitgliedsverbänden weltweit, trägt eine schwere Hypothek. Die Ermittlungen des FBI, wie die Geldflüsse bei WM-Vergaben und Gefälligkeiten wirklich erfolgten, werden seine vierjährige Amtszeit begleiten. Er hat nur drei Dinge entgegenzusetzen: maximale Transparenz, persönliche Integrität und den festen Willen, das mit Getöse verabschiedete Reformpaket durchzusetzen. Fußball wird ewig gespielt. Ob er auch von der Fifa in ferner Zukunft organisiert werden darf, hängt ab von seinem Geschick und Durchhaltevermögen.

Eine Chance hat Gianni Infantino verdient. Und nur diese eine. Er versprach den Delegierten: Das ist euer Geld, was die Fifa reinholt, es gehört euch. An dieser dienenden und nicht mehr selbstherrlichen Position, die man von seinem Vorgänger Blatter kannte, wird der zweite Schweizer in diesem Amt jetzt gemessen.