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Schweizer Bankangestellter wegen Datendiebstahls festgenommen

27.08.2012 | 09:44 Uhr
Schweizer Bankangestellter wegen Datendiebstahls festgenommen
In der Schweiz ist ein Angestellter der Bank Julius Bär wegen Datendiebstahls festgenommen worden.Foto: Getty Images

Zürich.  Bei der Schweizer Privatbank Julius Bär wurde ein Angestellter verhaftet, der offenbar Steuerdaten an NRW-Steuerfahnder verkauft hat. Wie viele Kunden möglicherweise betroffen sind, teilte die Bank nicht mit. Laut einem Medienbericht werden in NRW in Kürze 2000 Ermittlungen gegen mutmaßliche Steuerhinterzieher eingeleitet.

Bei der Schweizer Privatbank Julius Bär ist in Zürich ein Angestellter verhaftet worden, der Kundendaten gestohlen und an die deutschen Behörden weitergegeben haben soll. Das teilte der Sprecher der Bank am Sonntag mit und bestätigte damit einen Bericht der Schweizer "SonntagsZeitung". Der Datendiebstahl sei durch verschärfte Kontrollen und eine umfangreiche interne Untersuchung festgestellt worden, zitiert die Zeitung Bankchef Boris Collardi.

Der mutmaßliche Verdächtige sei verhaftet und entlassen worden, sagte Bank-Sprecher Jan Vonder Muehll der Schweizer Nachrichtenagentur SDA. Er soll im Alleingang gehandelt haben. Die gestohlenen Daten wurden offenbar auf einer CD an nordrhein-westfälische Steuerfahnder weitergegeben. Wie viele Kunden möglicherweise betroffen sind, teilte die Bank nicht mit.

Die nordrhein-westfälischen Behörden erwarben schon im Oktober 2010 eine CD mit Daten der Bank Julius Bär. Danach kam es zu zahlreichen Ermittlungen gegen deutsche Steuersünder und Selbstanzeigen.

Im April 2011 zahlte Julius Bär dann 50 Millionen Euro, damit die deutschen Behörden ihre Ermittlungen gegen die Bank und ihre Mitarbeiter einstellen.

Mehr als 2000 Verdächtige nach Kauf von Steuer-CDs

Nach dem erneuten Kauf von CDs mit Bankdaten aus der Schweiz sollen einem Zeitungsbericht zufolge in Nordrhein-Westfalen voraussichtlich im Herbst Ermittlungsverfahren gegen mehr als 2000 mutmaßliche Steuerhinterzieher eingeleitet werden. Aktenzeichen seien bislang noch nicht angelegt, weil die Daten weiter geprüft würden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" (Montagausgabe) ohne Angaben von Quellen.

Video
Arezzo, 07.08.12: In der Wirtschaftskrise verkaufen viele Italiener ihren Goldschmuck, um rasch an Bargeld zu kommen. Doch Experten warnen davor, dass die Goldbranche von der Mafia unterwandert wurde, die so die Gesetze zur Geldwäsche unterläuft.

Demnach werden sich die Staatsanwaltschaft Bochum mit Daten der Bank UBS, die Ermittler in Düsseldorf mit der Privatbank Coutts, die Aachener Strafverfolger mit Merrill Lynch und ihre Münsteraner Kollegen mit dem Institut Julius Bär befassen. Julius Bär hatte am Wochenende bestätigt, dass der Bank Kundendaten abhandengekommen sind.

Nordrhein-Westfalen hat schon mehrfach CDs mit Daten von Bundesbürgern gekauft, die ihr Geld vor dem Fiskus auf Schweizer Bankkonten verstecken. Das Vorgehen ist in der Eidgenossenschaft und auch in Deutschland umstritten und soll mit einem Steuerabkommen zwischen beiden Ländern verhindert werden.

Von den SPD und Grünen regierte Bundesländer lehnen den Vertrag aber ab und werden ihn wohl im Bundesrat im Herbst blockieren. Nach ihrer Ansicht kommen mit dem Abkommen Steuersünder zu günstig davon. Vorgesehen war eine Besteuerung der Vermögen. Die Täter sollten aber anonym bleiben.

Scholz will Steuerabkommen neu aushandeln

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Olaf Scholz will das Steuerabkommen mit der Schweiz neu aushandeln. "Das Steuerabkommen hat viele Mängel. Wenn alles bleibt, wie es ist, kann es nicht in Kraft treten", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister der Zeitung "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. "Es kann kein Abkommen geben, das den Ankauf von Steuer-CDs untersagt. Wir müssen dafür sorgen, dass Gesetze eingehalten werden. Das ist ein Gebot der Gerechtigkeit."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte dagegen dem "Tagesspiegel am Sonntag", die Schweiz habe das Steuerabkommen ratifiziert und sehe keine Möglichkeit, es noch einmal zu verändern.

Das Abkommen sieht eine pauschale, anonyme Nachversteuerung von Schwarzgeld in der Schweiz vor, mit einem Satz zwischen 21 und 41 Prozent. Die Steuerflüchtlinge sollen anonym bleiben und strafrechtlich nicht mehr belangt werden können. Ohne die Stimmen der SPD kann der Vertrag im Bundesrat nicht ratifiziert werden. (dapd/rtr)

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Kommentare
27.08.2012
18:08
Jetzt hängen wir uns noch an #2 an
von eulenspiegel777 | #7

und jubeln ihm auch einen "Barschel" unter - dann haben wir alle durch.

Das Dritte Reich ist auch schon da - also Historien-Trip - wobei an anderer Stelle stets die DDR-Vergangenheit der LINKEN ausgeblendet wird. "Die Schweiz" also ... also als Schweizer würde ich den Satz umdrehen gegen "die (alle) Deutschen". Das Dritte Reich war ja in Deutchland und der wohl unzufriedene Phrasendrescher ist vermutlich Deutscher.......


Die Abkürzungsdeutung CDU wurde auch von einem anderen Kommentatoren aus einem anderen Blog übernommen.

Ach ja für den Moderator- damit sie diese Post auch diesem Artikel zuordnen können (siehe #5):

Schweiz, Schweiz, Schweiz, ...................

27.08.2012
17:51
meigustu | #3 , oder: Einem gekauften Barsch (el) schaut man nicht in den ...
von wohlzufrieden | #6

Die Schweiz kann keinen guten Ruf verlieren, da sie keinen hat. Sie konnte immer gut mit denen, die am Machtruder waren, siehe drittes Reich. Dabei interessierte nur das Geld, nicht das Schicksal der Menschen, was wiederum gut zur CDU passt. Vielleicht hat Herr Barschel deswegen die Schweiz ausgesucht, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.Vielleicht wurde er aber nur seiner Partei zu gefährlich. Denn der Umgang der schwarzen mit Schwarzgeld ist nicht erst seit Herrn Schäuble bekannt. Von daher kann man behaupten: Criminal Dealer Union, der beste Freund der Rösti-Connection.

27.08.2012
17:44
Schweiz Bank CD...
von eulenspiegel777 | #5

Der wievielte Blog zu diesem Thema ist dies eigentlich. Alles bereits dreimal durchgekaut und verdaut - ...
Daher driften nun einige Kommentare auch komplett vom Thema ab hin zu
- Lebensmittelvergiftung (wobei: wer ißt Schweit(!)zer Käse?)
- Todesfälle in Badewannen
- Selbstmord

Der WAZ-Moderator für diesen Blog ist so gelangweilt, dass er nicht mehr liest. Möchte vielleicht noch jemand irgendwas abliefern.

Es müssen nur die Buchstaben S c h w e i z vorkommen. Dann wird der Moderator dies schon hinnehmen.

Nicht gemeint sind hier die Kommentare # 1 und #2 - beschäftigen sich zumindest mit dem Thema.

Bleiben wir dabei:
Steuerhinterziehung ist zu bestrafen; eine Schweizer Bank darf Angestellte entlassen die den Datenschutz verletzen; über die Rechtmäßigkeit von CD-Käufen diskutieren bitte Juristen.

27.08.2012
13:55
Schweizer Bankangestellter wegen Datendiebstahls festgenommen
von wohlzufrieden | #4

Hoffentlich stirbt der Mann nicht an einer Schweitzer Käse Vergiftung...oder gar in einer Hotel-Badewanne, obwohl dieses Privileg ja nur CDU-Politikern zusteht...

1 Antwort
... Badewanne...
von kitty73 | #4-1

Vorsichtshalber setzen Sie sich ja nicht mehr in Badewannen - wer weiß was sonst ....

Ansonsten hilft der Herr DUDEN - schweitzen Sie nicht zu viel.

27.08.2012
12:43
Wenn der jetzt auch wieder freiwillig aus dem Leben scheidet,
von meigustu | #3

verliert die Schweiz so langsam ihren guten Ruf.

1 Antwort
Schweizer Bankangestellter wegen Datendiebstahls festgenommen
von kitty73 | #3-1

wieso sollte er?

Der Selbstmörder war doch auch kein Schweizer Banker sondern der österreichische Mittelsmann.

27.08.2012
10:47
Schweizer Bankangestellter wegen Datendiebstahls festgenommen
von schnippig | #2

Gute Sache, dass durch den Ankauf solcher CD´s Wirbel bei den Steuerhinterziehern entfacht wird! Die Schweiz sollte sich schnellstens ein anderes Geschäftsmodell überlegen oder aber prüfen inwieweit man die Wirtschaft mit dem Export von Frischmilch, Käse und sonstigen bäuerlichen Erzeugnissen am Leben erhalten kann......

2 Antworten
Schweizer Bankangestellter wegen Datendiebstahls festgenommen
von woelly | #2-1

Die Schweiz scheint ihnen fremd zu sein. Die Schweiz gibt es länger als NRW und sie wird NRW auch noch überleben, denn die Bayern werden NRW nicht retten wollen.

Rechtsstaatlichkeit!?!?
von Demokratorius | #2-2

Die Schweizer hatten schon eine gut funktionierende Demokratie,
als wir noch auf die eigenen Landsleute geschossen haben.

Und Bürger aus anderen Ländern durch Bestechung zu einer
Straftat zu motivieren, ist eines Rechtsstaates nicht würdig.

Oder wie würden Sie das Ankaufen von gestohlenem Datenmaterial
bezeichnen, wenn nicht als Hehlerei!

Die wahren Verfassungsfeinde sitzen in der Regierung, oder wie
erklären Sie sich den Umstand, dass das BVerfG viele Aktionen
der Bundesregierung als nicht verfassungsgemäß berurteilt?

Über die Rechtmäßigkeit des Datenankauf ist insoweit noch nicht
abschließend geurteilt worden. Bislang hat das BVerfG nur die
Verwendung der Daten - wenn sie verfügbar sind - erlaubt.

27.08.2012
10:02
Letzter Aufruf für Julius Bär-Kunden
von knueppeljunge | #1

Letzter Aufruf für Julius-Bär Kunden,

ready for take off.

schnappen Sie sich ihren Anwalt/Steuerberater und dann auf zum Finanzamt: Selbstanzeige.

Alles andere wurde bereits hinreichend an anderer Stelle kommentiert.

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