Schweiz droht deutschen Politikern mit Steuer-Pranger
14.02.2010 | 11:19 Uhr 2010-02-14T11:19:00+0100
Berlin.Die Schweiz und Deutschland ringen um den Ankauf von Daten deutscher Steuersünder. Schweizer Politiker drohten mit der Veröffentlichung der Daten steuerflüchtiger deutscher Kollegen. Und auch hierzulande geht der Streit um einen möglichen Daten-Deal weiter.
Die Ankäufe der Daten von mutmaßlichen Steuersündern mit Schweizer Konten belasten zunehmen die Beziehungen zum Nachbarland. Schweizer Politiker drohten am Samstag gar mit der Veröffentlichung der geheimen Kontendaten ihrer deutschen Kollegen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) will vermitteln.
Erste Daten angeblich schon angeboten
In Schweizer Finanzkreisen gebe es Hinweise, dass zahlreiche deutsche Politiker und Richter in Liechtenstein und der Schweiz Konten oder Stiftungen unterhielten, sagte der schweizerische Nationalrat Alfred Heer, der auch Präsident des Bundes der Steuerzahler in der Schweiz ist. «Die ersten Informationen darüber werden uns schon angeboten», betonte er.
Der Chef der einflussreichen konservativen SVP im Kanton Zürich sagte weiter. «Falls Deutschland gestohlene Bankdaten kauft, werden wir auf eine Gesetzesänderung hinarbeiten, dass sämtliche Schweizer Konten von deutschen Personen, die öffentliche Ämter bekleiden, offengelegt werden müssen.»
Westerwelle will beschwichtigen
Westerwelle ist um eine Entschärfung des Streits zwischen Deutschland und der Schweiz bemüht. Er wolle seinen Einfluss als Außenminister geltend machen, «dass gerade befreundete Staaten wie Deutschland und die Schweiz hier enger kooperieren als bisher». Es gelte, Steuerstraftaten und Datendiebstahl gemeinsam einen Riegel vorzuschieben.
Zugleich äußerte sich der FDP-Chef kritisch zum umstrittenen Ankauf von Kontendaten. Auch Datendiebstahl sei ein Rechtsbruch, der bestraft gehöre. «Nicht politische Opportunität, sondern nur der Rechtsstaat darf bei der Entscheidung der allein zuständigen Finanzbehörden der Maßstab sein.»
Baden-Württtemberg hat angeblich noch nicht über Daten-Deal entschieden
Nach Nordrhein-Westfalen stehen Steuerhinterzieher-Daten gegenwärtig auch in Bayern und Baden-Württemberg zum Kauf. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte am Samstag, seinem Haus liege bereits eine Anfrage aus Stuttgart vor. Zugleich gab er grundsätzlich grünes Licht für einen Kauf: «Ich werde in dem einen Fall nicht anders entscheiden als in dem anderen.»
Ein Sprecher des baden-württembergischen Finanzministeriums betonte allerdings am selben Tag, dass im Land noch keine Entscheidung zum Kauf der angebotenen Steuersünder-CD getroffen habe. Bei der Anfrage in Berlin handle es sich um einen routinemäßigen Vorgang, der der Abstimmung mit dem Bund diene. «Das ist mitnichten irgendeine Festlegung.»
Baden-Württemberg war Anfang Februar für 500 000 Euro ein Datenträger mit 1700 Namen mutmaßlicher Steuerhinterzieher angeboten worden. Während Landesjustizminister Ulrich Goll (FDP) sich gegen einen Ankauf wehrt, ist Finanzminister Willi Stächele (CDU) zum Erwerb der CD entschlossen.
Schäuble verteidigt Kaufabsichten
Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) sprach sich für den umstrittenen Kauf der offenkundig aus Banken illegal beschafften Daten. Es handele sich dabei juristisch weder um Hehlerei noch um Anstiftung zu einer Straftat. Schwere Steuerhinterziehung sei ein Delikt, das Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren vorsehe. Das Strafverfolgungsinteresse des Staates und das Aufklärungsinteresse der Öffentlichkeit seien dann höher einzustufen als das Geheimhaltungsinteresse der Bank.
Auch Schäuble verteidigt diese Linie weiter gegen Kritik auch in der Union. Niemand habe ein «gutes Gefühl» dabei, auch er selbst nicht. «Aber wir haben auch die Verpflichtung, im Interesse der Gerechtigkeit und des Vertrauens der Menschen in die Fairness unseres Sozialstaates, die Gesetzmäßigkeit der Besteuerung auch im Verwaltungsvollzug durchzusetzen», sagte der Minister. Sein Mitleid mit Steuerhinterziehern sei begrenzt. (ddp)

08:59
Cd an Hacker verkaufen, die sie ins Netz stellen für 1Euro pro klick. Das wird sicherlich ein Klick Weltrekord.
10:13
Man sollte der Schweiz klar machen, das sie das große Übel hier in Europa ist. Nur durch sie und anderer fauler Staatan ist es ja erst möglich Steuern zu hinterziehen. Sie leben ja direkt dadurch und nicht durch den Verkauf ihres Käses oder ihrer Schokolade.
Also eine große Mauer um solche Staatan und ihre Ein- und Ausreise überwachen.
15:50
Bin bereit nen Euro zu spenden... muß aber auch sicher sein, dat die CD wirklich kein Fake ist und wirklich veröffentlicht wird.
An sonsten last uns wieder eine Guillotine auf alle Marktplätze stellen...
11:42
Das wäre doch ein klassisches zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.
Problematisch dabei ist nur, dass eine der Fliegen dazu selbst die Klappe schlagen muss. Da dürften nicht nur Bilologen auf die Logik und Verhaltensweisen der Fliegen gespannt sein,,,,
11:31
los geht`s leute , wenn alle arbeitslosen und hartz IV empfänger 1€ spenden haben wir schnell 2,5 mio. zusammen , können diese cd von den schweizern kaufen und veröffentlichen , mal sehen was dann so passiert
23:56
Nur zu! die Namen von allen Politikern brauchen wir in Deutschland, damit wir wissen, wen wir nicht mehr wählen dürfen!!!
23:47
Eher umgekehrt,
solange noch CDs eien Wert haben, werden die angeboten.
Panorama war gut heute:
Die Finanzämter informieren steuerhinterzieher selbst um eine Selbstanzeige einzuleiten.
14:28
Sehr geehrte CD Besitzer.
Bitte verzichtet auf euer Geld und macht die Daten auf der / den CD/s im Internet öffentlich.
So kann sich kein Steuersünder (egal ob Wirtschaftsboss oder Politiker) mehr freikaufen.
Wir Deutschen werden es euch danken.
21:19
Der gläserne Politiker.... ein guter Ansatz. Das würde dann auch nur Leute da hinein treiben, die nicht erstmal sich selbst im Fokus wissen wollen.
Die Schweiz droht also deutschen Politikern..... man, unter Kohl wurde schon ein Gesetz geändert damit nicht die Hälfte des Bundestages als Vorbestraft dasteht.... schon vergessen was?
Der aktuelle Zustand unserer real existierenden Demokratie: ... das Bild dürfte klar sein....
16:40
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