Schwedischer Professor soll Giftgasvorwürfe in Syrien prüfen

Die syrischen Rebellen könnten nach Auffassung der Regierung in Damaskus Chemiewaffen einsetzen und die staatlichen Sicherheitskräfte dafür verantwortlich machen.
Die syrischen Rebellen könnten nach Auffassung der Regierung in Damaskus Chemiewaffen einsetzen und die staatlichen Sicherheitskräfte dafür verantwortlich machen.
Was wir bereits wissen
Der schwedische Wissenschaftler Ake Sellström soll im Auftrag der Vereinten Nationen prüfen, ob im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt worden sind. Wer die Waffen einsetzt, solle nicht überprüft werden, hieß es. Ein Mandat für die Mission gibt es aber noch nicht.

New York.. Die Vereinten Nationen wollen den schwedischen Wissenschaftler Ake Sellström mit der Untersuchung eines möglichen Einsatzes von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg beauftragen. Sellström, der bereits in den 1990er Jahren an der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak beteiligt gewesen war, solle Chef einer entsprechenden Expertengruppe werden, teilte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Martin Nesirky, am Dienstag in New York mit.

Sellström gehörte zudem einer Expertengruppe der Vereinten Nationen an, die 2002 in den Irak zurückkehrte und keinen Hinweis auf eine Wiederaufnahme der Programme für den Bau von Massenvernichtungswaffen fand.

Syrien Entsprechende Vorwürfe waren ein Jahr später die Begründung für den US-geführten Einmarsch in den Irak. Bisher gibt es für die Mission jedoch noch kein Mandat.

Nesirky betonte, dass es nicht Aufgabe der Experten sein solle, eine der am Bürgerkrieg beteiligten Seiten des Einsatzes von Chemiewaffen zu beschuldigen. "Es geht um eine technische Untersuchung, nicht um eine Kriminalermittlung", teilte er mit.

Startzeitpunkt der Syrien-Mission ist unklar

Die Führung von Syriens Staatschef Baschar al-Assad und die gegen ihn kämpfenden Rebellen werfen einander gegenseitig den Einsatz von Chemiewaffen vor. Die Untersuchung soll Nesirky zufolge lediglich klären, "ob Chemiewaffen eingesetzt wurden, nicht aber, von wem".

Wann die Mission ihre Arbeit aufnehmen könnte, blieb zunächst unklar. Die syrische Führung hatte zuerst um eine Untersuchung ihrer Vorwürfe gegen die Rebellen gebeten. Später forderten Frankreich und Großbritannien, sämtliche Anschuldigungen zu untersuchen.

Nach Angaben von UN-Diplomaten sollen an der Mission keine Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats teilnehmen. Während die USA, Frankreich und Großbritannien den Rücktritt Assads fordern, stärken ihm Russland und China den Rücken. (afp/dpa/rtr)