Schulkampf in Hamburg mit harten Bandagen
16.07.2010 | 18:00 Uhr 2010-07-16T18:00:00+0200
Hamburg/Essen.Keine Frage: Der Stadtstaat Hamburg hat in Sachen Bildung eine Menge aufzuholen. Mehr als in anderen Bundesländern hängt hier der Lernerfolg vom Elternhaus ab. „Herkunftselite” nennt Hamburgs Senatorin Christa Goetsch (Grün-Alternative Liste) die leistungsstarken Schüler.
Dass begabte Migrantenkinder – immerhin hat jedes zweite Kind in Hamburg ausländische Wurzeln – automatisch auf der Hauptschule landen, will der Stadtstaat mit einer umfassenden Schulreform beenden: mit längerem gemeinsamen Lernen bis zum Ende der sechsten Klasse und einer parallel zum Gymnasium laufenden Stadtteilschule, die nach 13 Jahren das Abitur ermöglicht.
So glatt das Vorhaben politisch über die Bühne ging – alle vier Bürgerschaftsfraktionen CDU, GAL, SPD und die Linke tragen es mit –, so groß ist der Widerstand in der Bevölkerung. Zäh und unnachgiebig hat die Elterninitiative „Wir wollen lernen” so lange gegen die neue Primarschule gewettert, bis sie mit einer Unterschriftenaktion einen Volksentscheid erzwingen konnte. Der wird an diesem Sonntag über die Zukunft der Reform entscheiden und womöglich für große politische Unruhe sorgen.
Ursprünglich ging die Initiative vom bürgerlichen Teil der Stadt aus, eben von den Eltern der so genannten Herkunftselite. Der kann nicht verstehen, dass ausgerechnet der CDU-Bürgermeister Ole von Beust sich so vehement für die Schulreform einsetzt, die, so die Kritiker, den Gymnasiasten zwei wertvolle Jahre stiehlt auf dem Weg zum Abi nach Klasse zwölf.
„Wie in Düsseldorf“
Christdemokrat von Beust wiederum ließ in den vergangenen Wochen und Monaten kaum ein gutes Haar an der Elite: „Der Reichtum wird heute erbarmungslos gezeigt. Die Uhren werden immer größer, die Autos immer chrombeladener”, zitiert ihn die „Zeit”, „inzwischen wird in Hamburg genauso angegeben wie in Düsseldorf.”
Anlass für diese lästerlichen Äußerungen gab es genug. So ereiferten sich aufgeregte Eltern aus dem edlen Vorort Blankenese: „Dass ein Arbeiterkind mit dem Kind eines Vorstandsvorsitzenden nachmittags spielt, und davon profitiert, mag vielleicht manchmal funktionieren. In der Regel wird das jedoch nicht der Fall sein.“
Für die Medien war nun klar: Die Schulreform legt die immer härteren sozialen Gegensätze in Hamburg offen. Statt zu beschwichtigen, schürte der Bürgermeister die Auseinandersetzung, indem er einigen Reformgegnern Ausländerfeindlichkeit vorwarf. Es habe ihn überrascht, dass manche Gegner „so unverhohlen sagen: Wir wollen nicht, dass unsere Kinder länger als notwendig mit Kindern mit Migrationshintergrund zur Schule gehen”.
Doch die Reformgegner rekrutieren sich nicht nur aus dem elitären Teil der Hamburger Bevölkerung. Immer mehr Menschen lehnen inzwischen generell das schwarz-grüne Bündnis ab, das zwar zu einer modernen Großstadt passt, aber nicht zur großen konservativen Wählerschaft. In Umfragen verlieren beide Koalitionspartner, eine Mehrheit hätten sie derzeit nicht.
Kopf-an-Kopf-Rennen
Soziale Gegensätze und Po-litikverdrossenheit also könnten eher den Ausgang der Abstimmung bestimmen als die Inhalte der Schulreform. Klar ist schon jetzt: Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben, so die Einschätzung des Hamburger Abstimmungsleiters Willi Beiß. Womit die Hamburger Koalition bereits verloren hat. Sie kann nur durch ein eindeutiges Votum für die Reform Stabilität gewinnen.

20:00
Das Ergebnis des Hamburger Volksentscheids ist eine schallende Ohrfeige für die arrogante, ideologisierende politische Klasse!!! Mündige Bürger, weiter so, die politische Klasse hat noch eine weitere Backe!
11:30
Der Schulstreit in Hamburg hat tatsächlich die Untersuchungsergebnisse manifestiert, die aussagen, dass Kinder aus minder begüterten Familien, jedoch mit gleichen intellektuellen Voraussetzungen in unserem Schulsystem untergehen.
Ja, die Politik hat kläglich versagt, indem sie bis heute keine strikten Regeln für die Zuwanderung festlegte. Dennoch müssen wir uns mit der vorhandenen Situation auseinandersetzen und dürfen nicht schon unsere Kinder dem Willen der Geldelite, die sie übrigens oft weniger durch geistige Elite auszeichnet, opfern. Eines sollte uns allen klar sein - den Lebensunterhalt für die Kinder, die unterwegs verlorengehen, weil sie nicht ausreichend gefördert werden, zahlen wir später alle.
Ausserdem sei hier noch einmal festgestellt, dass eine Demokratie immer nur so gut ist, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht!
Schade, dass Herr von Beust, den ich immer für einen integren und klugen Politiker hielt, daran gescheitert ist, dass er Missstände anging und verbessern wollte. Seine Aussage - sinngemäss -, dass in Hamburg inzwischen ebenso geprollt wird wie in Düsseldorf, macht für mich sehr deutlich, dass er in seiner früher mal so noblen und geistig offenen Stadt nicht mehr die Möglichkeiten sieht, etwas zu verändern.
08:05
Es geht nicht um Ausländerfeindlichkeit, sondern darum, dass das Beherrschen einer Sprache sowie eine gute Allgemeinbildung eminent wichtig ist, um sich in einem zuerst einmal fremden Land zurechtzufinden. Vielleicht haben schon zu viele deutsche Eltern erlebt, dass die Migrationshintergrundeltern weder zu den Elternsprechtagen kommen, sich nicht an den Elternpflegschaftsitzungen beteiligen, sich mit den Eltern deutscher Schüler nicht verständigen können, weil sie die deutsche Spache nicht beherrschen?
Die Politik weiß, dass Bräute nach Deutschland geholt werden, die kein Wort deutsch verstehen oder sprechen, und das auch jahrelang nach den Zuzug nicht. Brauchen Sie auch nicht, man kann in den Parallelgesellschaften wunderbar sich mit seiner Landessprache zurechtfinden. Und die Ehemänner wollen das manchmal auch nicht, um damit die Abhängigkeit der Frauen von ihnen zu sichern.
Die Politik sollte mal endlich aufwachen, dass die große Mehrheit der Bürger nicht ausländerfeindlich ist, sondern einfach später mal Angst davor hat, sechs oder mehr fremde Spachen beherrschen zu müssen, um sich z.B. im Krankenhaus oder im Altenheim mit dem Personal verständigen zu können.
Wäre es nicht einfacher, wenn alle deutsch sprächen in Deutschland?
Um es nochmal zu betonen, es gibt keine wirkliche Auskänderfeindlichkeit, sondern nur die Angst, als Deutschsprechender einmal Ausländer im eigenen land sein zu müssen, weil die Politik die Probleme erkannt aber immer verniedlicht hatte.
06:35
Eine große Ausnahme:
Die Politik setzt sich nicht gegen die Bevölkerung durch.
Die Regel ist eigentlich genau umgekehrt:
85% der Deutschen wollen den Afghanistaneinsatz nicht.
Die meisten Deutschen wollen die DM
usw.
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12:40
Der ideologische Streit um ein Schulsystem hat zwei Seiten.
Die Eltern, die sich gute Lehrer wünschen damit ihre Sprösslinge, je nach Talent, gut durch die Schule kommen und in gutbezahlten Berufen landen.
Und die Grün-linken Systemkritiker, die den Bildungserfolg nicht am Talent der Kinder, sondern an ihrer Herkunft und dem elterlichen Vermögen vermuten. Diese Annahme stellte sich in der DDR schon als visionärer Unfug dar, obwohl die ja ein sozialistisches Schulsystem hatte. Wie seltsam nun diese Systemkritiker mit ihrer Einheitsschule drauf sind, zeigt sich auch darin, dass Kopfnoten die zu Leistugsbereitschaft, Zuverlässigkeit.. usw.anhalten, also Grundvoraussetzungen für jeden Erfolg, sofort abgeschaft werden.
Es würde mich nicht wundern, wenn neben den bisherigen Hauptfächern demnächst auch Soziale Gerechtigkeit und Ökologie auf den Stundenplan muss, um die Befindlichkeit dieser Systemkritiker den Schülern einzutrichtern.
10:34
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