Jedes vierte Kita-Kind in NRW hat Sprachdefizite

Viele Kinder haben Sprachprobleme und brauchen spezielle Hilfe.
Viele Kinder haben Sprachprobleme und brauchen spezielle Hilfe.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Über 35.000 Kita-Kinder in NRW bekommen eine zusätzliche Sprachförderung. Die Landesregierung stellt 100 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln zur Verfügung, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Mit dem Geld sollen geschulte Erzieher bezahlt werden, die Zwei- und Dreijährige gezielt fördern.

Düsseldorf.. Fast jedes vierte getestete Kita-Kind in NRW hat Sprachdefizite. Nach Angaben von Familienministerin Ute Schäfer (SPD) erhielten im Vorjahr von 143.000 getesteten Kita-Kindern immerhin 35.571 eine zusätzliche Sprachförderung.

Seit Beginn des neuen Kita-Jahres 2014 wird der bisher verpflichtende Sprachtest "Delfin 4" nur noch bei den Kindern durchgeführt, die mit vier Jahren noch keine Kita besuchen. Eltern, die ihr Kind nicht an einer Sprachstandsfeststellung teilnehmen lassen, droht ein Bußgeld.

Sprachförderung In der Antwort auf eine CDU-Anfrage stellte Ministerin Schäfer klar, dass alle Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, „dort eine kontinuierliche alltagsintegierte Förderung ihrer Sprachentwicklung“ erhalten. Erzieher erstellen vom ersten Kita-Tag an eine durchgängige Dokumentation über Leistungsfortschritte der Kleinkinder. Weniger als 20 Prozent der Kleinkinder besuchen auch mit vier Jahren noch keine Kita.

Land stellt 100 Millionen zur Sprachförderung zur Verfügung

Der verpflichtende Sprachtest "Delfin 4" war in NRW abgeschafft worden, weil viele Vierjährige beim einmaligen Test mit dem unbekannten Lehrer auf stur schalteten. So hatte es nach Angaben von Bildungsexperten keine belastbaren Erkenntnisse über Sprachdefizite gegeben.

Kitas Der Test sollte aber als "Frühwarnsystem" dienen, ob Kleinkinder später den Übergang zur Grundschule bewältigen können oder eine zusätzliche Förderung erforderlich wird. Die Ergebnisse externer Prüfer wichen zum Teil erheblich von der Einschätzung der Erzieher ab.

Zur Verbesserung der Qualität der Kitas stellt das Land zusätzlich 100 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung, damit geschulte Erzieher Kleinkinder mit zwei und drei Jahren gezielt fördern. Für rund 1800 der 9300 Kitas in NRW greift das Programm "Kita plus", das Kinder in sozial benachteiligten Regionen zusätzlich fördern soll.