Abitur - was gegen die Versagensangst vor der Prüfung hilft

Stress in Prüfungen: Das Stresshormon Cortisol kann das Gehirn bei der Informationsabfrage hemmen.
Stress in Prüfungen: Das Stresshormon Cortisol kann das Gehirn bei der Informationsabfrage hemmen.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Das Herz schlägt schneller, die Atmung wird schwerer. Wenn die Abitur-Klausur auf dem Tisch liegt, wirft das Stresshormon Cortisol viele aus der Bahn.

Essen.. Die ersten Abitur-Klausuren in Nordrhein-Westfalen werden am Dienstag geschrieben. Bei wichtigen Prüfungen wie dem Abitur steigt die Anspannung. Bei einigen kommt eine Versagensangst dazu - und dann sind sie sehr rasch innerlich vollkommen blockiert. Unsicherheit, schlechte Erfahrungen in Prüfungsituationen, hohe eigene Ansprüche und Leistungsdruck von außen sind mögliche Ursachen für Prüfungsangst. Wenn eine oder mehrere dieser Ursachen zusammen kommen, dann beschäftigt sich der Schüler eher mit sich selbst, als mit den Inhalten, die in der Klausur erfragt werden.

Frühzeitiges Lernen - gegen den Stress

Für solche Panik-Reaktionen ist das Stresshormon Cortisol verantwortlich, erklärt Psychologe Professor Oliver T. Wolf, von der Ruhr-Universität Bochum. Erlernte Inhalte können dann nicht mehr so gut abgerufen werden, wie noch Tags zuvor. Untersuchungen hätten ergeben, dass etwa 20 bis 30 Minuten nach Eintritt des Stressauslösers Cortisol ausgeschüttet wird. "Oft kommen Schüler oder Studierende schon mit dem Stress zur Prüfung", sagt Wolf. Und dann sei es bereits zu spät.

Abschluss Eine gute Vorbereitung und frühzeitiges Lernen hilft, dem vorzubeugen. Wer sich das Wissen frühzeitig angeeignet hat, kann es auch unter Stress besser abrufen. Denn dann sind die Verknüpfungen zwischen den Gehirnzellen gebildet worden. Die so verfestigten Informationen sind nicht mehr so anfällig für die Wirkung des Stresshormons.

Realistische Anspruchhaltung

Weitere Möglichkeiten, die Angst vor der Prüfung zu verringern, ist möglicherweise der Abbau einer allzu hohen Anspruchshaltung und die Reduzierung des Leistungsdruck aus dem Umfeld. "Wenn die Leistungen im Fach vorher bei sieben oder acht Punkten im Halbjahreszeugnis waren, dann ist sind 14 oder 15 Punkte in der Abitur-Prüfung eher unwahrscheinlich", sagt Psychologe Professor Joachim Wirth von der Ruhr-Universität Bochum. Trotzdem wird häufig nochmals alles auf die Karte Abiprüfung gesetzt. Diese überzogene Erwartungshaltung - die eigene und die von Eltern, Lehrern oder Mitschülern - kann bereits vor der Prüfung Versagensängster sorgen.

Als kleine Maßnahmen gegen Prüfungsangst können auch Entspannungstechniken helfen. Auch das Lernen in Gruppen hilft, die Unsicherheit vor einer Prüfung zu beseitigen. Insgesamt sei eine Unterstützung aus dem sozialen Umfeld sehr wichtig, so die Psychologen.