Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Familienministerin

Schröder will Recht auf zwei Jahre Pflege-Zeit durchboxen

03.03.2010 | 11:42 Uhr
Schröder will Recht auf zwei Jahre Pflege-Zeit durchboxen

Frankfurt/Main. Familienministerin Kristina Schröder will zwei Jahre Pflege-Zeit durchsetzen. Pflegende Angehörige sollen währenddessen nur halbtags arbeiten dürfen, aber dennoch drei Viertel ihres Gehalts beziehen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat erstmals Details zu ihren Plänen für ein Teilzeitmodell für pflegende Familienangehörige genannt. Um berufstätigen Menschen mehr Freiraum bei der Pflege von Angehörigen zu verschaffen, wolle sie einen Rechtsanspruch für eine zweijährige Pflegezeit einführen, sagte Schröder der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Mittwoch. Die pflegenden Angehörigen würden während dieser Zeit mindestens 50 Prozent arbeiten, würden aber dennoch drei Viertel ihres Gehalts beziehen.

Nach Schröders Plänen müsste der Angehörige später dann „wieder voll arbeiten, bekäme aber weiterhin so lange 75 Prozent des Gehalts, wie er zuvor Teilzeit gearbeitet hat - bis also das Zeit- und das Gehaltskonto wieder ausgeglichen sind“. Der Steuerzahler würde nach den Worten der Ministerin fast keine Kosten tragen. Der Staat verzichte lediglich auf Steuereinnahmen, wenn nur 75 Prozent des Gehalts gezahlt werden. „Der Pflegeversicherung dagegen käme die Familien-Pflegezeit langfristig zugute, denn Pflege zu Hause kostet weniger als im Heim - abgesehen davon, dass sie dem Wunsch der Menschen entspricht“, hob sie hervor.

Schröder räumte allerdings ein, dass für Arbeitgeber „ein gewisses Risiko“ bestehe, „wenn Arbeitnehmer mitten in der Pflege-Teilzeit den Betrieb verlassen, ohne das zu viel bezahlte Gehalt wieder eingespielt zu haben“. Für diesen Fall schwebt der Ministerin ein Versicherungsmodell vor, um mögliche Ausfallrisiken abzusichern. Das lasse sie derzeit durchrechnen, sagte sie. In Deutschland sind etwa 2,2 Millionen Menschen pflegebedürftig, rund zwei Drittel davon werden in der Familie gepflegt. (afp)

DerWesten



Kommentare
Aus dem Ressort
Ukrainische Rebellen verspotten Kiew
Krieg
Die Beschlüsse des ukrainischen Parlaments über einen Sonderstatus für den Donbass stößt fast überall auf Ablehnung. Ukrainische Nationalisten fühlen sich verraten, ostukrainische Separatisten lachen über die Entscheidungen in Kiew. Immerhin: Das Parlament hat ein klares Bekenntnis zur EU abgegeben.
Neues Gesetz verbietet Jägern, streunende Katzen zu töten
Jagdgesetz
Das NRW-Kabinett hat den ersten Entwurf eines neuen Jagdgesetzes beschlossen. Wesentliche Änderungen: Jäger dürfen künftig keine streunenden Katzen mehr schießen, die Jagd mit Tötungsfallen wird verboten und die Dachsjagd mit Hunden ebenso. Naturschützer loben den Entwurf.
Experten fordern internationales Klon-Verbot für Menschen
Gentechnik
Die rechtlichen Regelungen halten mit den Fortschritten in der Stammzellforschung nicht Schritt. Nach Ansicht des Deutschen Ethikrats sollte sich die Bundesregierung für ein internationales Klon-Verbots für Menschen einsetzen. Technisch rücke die Möglichkeit zum Klonen von Menschen immer näher.
Zahl illegaler Einreisen nach NRW drastisch gestiegen
Grenzkontrollen
Die Zahl der illegaler Einreisen nach NRW ist 2014 dramatisch gestiegen. Im Bereich der Bundespolizeiinspektion Kleve hat sich ihre Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien oder Eritrea. Deutschland ist für sie aber oft nur eine Durchgangstation.
EU und Ukraine verabschieden Partnerschaftsabkommen
Ukraine
Die Europäische Union und die Ukraine haben am Dienstag ein umstrittenes Partnerschaftsabkommen unterzeichnet. Vor allem der Handel zwischen den beiden Regionen soll ab 2016 deutlich erleichtert werden. Russland hatte Teile des Abkommens scharf kritisiert - und Änderungswünsche angemeldet.
Umfrage
Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?

Hannelore Kraft hat das Unwetter von Münster verpasst, weil sie im Urlaub war und keinen Handyempfang hatte . Muss eine Ministerpräsidentin immer erreichbar sein?