Schröder will Frauenquote in Unternehmen
14.06.2010 | 16:13 Uhr 2010-06-14T16:13:00+0200
Düsseldorf.Eine Frauenquote von 20 Prozent in den Führungsetagen - dieses Ziel hat Familienministerin Kristina Schröder den deutschen Unternehmen aufgetragen. Eine gesetzliche Regelung hält sie aber nicht für notwendig.
Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will die Unternehmen hierzulande zu mehr Frauenförderung zwingen. Zusammen mit dem Justizministerium will sie ein Gesetz vorlegen, das den Firmen vorschreibt, auf der Führungsebene eine eigene Frauenquote festzulegen und zu veröffentlichen, wie sie dem „Handelsblatt“ vom Montag sagte. Schröder hält einen Frauenanteil von im Schnitt 20 Prozent im Jahr 2015 für „machbar“.
Im Koalitionsvertrag sei eine sogenannte verbindliche Berichtspflicht vereinbart und die solle „so schnell wie möglich kommen“, sagte Schröder dem „Handelsblatt“. Mit Einführung der Berichtspflicht würden Firmen, die keine Frauenquote veröffentlichen, gegen das Gesetz verstoßen, schreibt die Zeitung; die Selbstverpflichtung werde so zum Zwang. „Breitere Berichts- und Transparenzpflichten können Öffentlichkeit herstellen und Debatten auslösen“, sagte Schröder.
Telekom peilt freiwillig 30 Prozent an
Im März hatte die Deutsche Telekom als erster großer börsennotierter Konzern freiwillig eine Frauenquote eingeführt. Bis Ende 2015 sollen dort 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Konzern mit Frauen besetzt sein. Die Telekom argumentierte, Firmen mit einem höheren Frauenanteil erzielten ein signifikant besseres Ergebnis und eine höhere Rentabilität.
Die Regierungskommission für gute Unternehmensführung (Corporate Governance) empfiehlt, dass die 30 größten börsennotierten Firmen im Dax und die 50 mittelgroßen Firmen im MDax Frauen in ihren Aufsichtsräten „angemessen“ berücksichtigen. Der Vorsitzende Klaus-Peter Müller erklärte Ende Mai, im bevorstehenden Kampf um die besten Talente wäre die mangelnde Berücksichtigung von Frauen ein „gravierender Nachteil im globalen Wettbewerb“.
Keine gesetzliche Regelung geplant
Ministerin Schröder lobte die „stetige Verbesserung“ in der Wirtschaft. „Aber wir brauchen eine ständige Veränderung in die richtige Richtung.“ Eine gesetzlich vorgeschriebene Quote will sie aber nicht einführen. „Das Beste an einer angedrohten Quote ist, dass sie wie ein Damoklesschwert wirkt.“
Die Familienministerin wies Kritik zurück, die Politik sei schuld am niedrigen Frauenanteil in den Führungsetagen der Unternehmen, da über Jahrzehnte kaum Kinderbetreuung angeboten worden sei. Schröder sagte: „Wir haben mächtig zugelegt: Das ist ja gerade einer der Gründe, warum ich so für den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ab 2013 kämpfe.“ Damit falle diese Ausrede für die Firmen weg. Die Wirtschaft müsse jetzt auch mitmachen, appellierte sie.
Die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, Elke Ferner, forderte dagegen eine gesetzliche Frauenquote in Aufsichtsräten, wie sie in Norwegen „mit großem auch wirtschaftlichem Erfolg“ eingeführt wurde. Die Frage, ob mit Nachdruck der Frauenanteil in Führungspositionen und Aufsichtsräten gesteigert werde, dürfe nicht ins Belieben der Wirtschaft gestellt werden. Die Grünen erklärten, sie unterstützten Schröders Vorschlag, verbindliche Ziele festzulegen. Ein Frauenanteil von 20 Prozent reiche aber nicht aus. Sie forderten eine verbindliche Frauenquote von 40 Prozent in Aufsichtsräten bis 2017. (afp)

13:52
Dummes Gechwätz an der Praxis vorbei. Frauen bekommen nun mal die Kinder. Schröder sollte sich um ihren Nachwuchs kümmern. Und eine möglichst lange Auszeit nehmen, bis die CDU abgewählt ist.
02:54
Haha, Frauenquoten :D
Also entweder muß man qualifiziert sein, oder man muß eine Frau sein? Wie im öffentlichen Dienst also?
Und was ist mit Männerquoten in Frauenberufen?
23:37
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
20:27
Quoten schaffen nur Diskriminierung statt welche zu verhindern.
Die jeweiligen Jobs/Stellen sollen die besten bekommen, nicht die, die benachteiligt sind. Das sollte auch für die Politik gelten, Frau Schröder..
Heutzutage steht es jeder Frau frei, Kinder zu bekommen oder Karriere zu machen. Und die Frauen, die Kinder bekommen sind sehr glücklich damit - vielleicht mehr als die kinderlosen Menschen auf Ihren Chefsesseln (geschlechterübergreifend).
Jedem ist überlassen, was er aus seinem Leben macht, aber man muß wirklich nicht alles regeln...
Es lebe die Politik, die zunehmend an der Realität vorbei geht...
18:39
Junge Frau, träumen Sie weiter. Arbeiten Sie mal selbst in einem Unternehmen. Es liegt in der Natur der Sache, dass Frauen Mütter werden. Und ihre Chancen bleiben einfach begrenzt. Ein Unternehmen kann keine Arbeitsplätze freihalten. Es muss sich täglich im Markt bewegen und im Wettbewerb stellen. Politik soll sich um andere Dinge kümmern, vor allem um soziale Gerechtigkeit, die nicht einmal von den Schwarzen mehr kommt. Dabei muss sie die Frauen in Mutterschaft besser unterstützen.
17:40
Dieses unerfahrene Küken soll erst mal im richtigen Leben ankommen und Erfahrungen sammeln, bevor sie sich anmasst solche Unqualifizierten Äusserungen von sich zu geben.
16:54
Die Ministerin verzichtet also vorläufig darauf, den privaten Unternehmen per Gesetz vozuschreiben, wie sie ihre Führungspositionen besetzen. Na prima. Und der Online-Journalist von heute setzt uns diesen gequirlten Bullshit vor, ohne mit der Wimper zu zucken. Das nenne ich Qualitäts-Information!