Schrecklich, nicht erschreckend

Wo war Eva Högl in den vergangenen Wochen und Monaten? Die SPD-Fraktionsvize im Bundestag findet ernsthaft, der Erfolg der AfD bei der hessischen Kommunalwahl sei „erschreckend“. Dabei war doch nichts erwartbarer: Dass einige Wähler den etablierten Parteien jetzt endlich zeigen wollten, wo der Hammer hängt, und dass viele ­einfach zu Hause blieben – was
den Rechtspopulisten im Ergebnis ebenfalls nutzte. Erschreckend ist das nicht. Es ist vielmehr schrecklich. Und es ist der Vorgeschmack auf das Erwartbare am kommenden Sonntag, wenn es um mehr geht.

In zwei bis drei Bundesländern wird die AfD drittstärkste Kraft ­werden, mit allen Konsequenzen
für die jeweilige Regierungsbildung. Rot-Grün und Schwarz-Gelb sind längst Geschichte, und „groß“ sind „Große Koalitionen“ auch nicht mehr. Schlimmer aber wirkt die Veränderung der politischen Kultur. Der Rechtspopulismus ist dann angekommen in den Landtagen.

Wie nachhaltig das ist? Abwarten. Die Personaldecke der AfD ist dünn; ein schönes Aufgebot wird das sein, das das Volk da vertreten will! Und die Flügelkämpfe werden zunehmen, bis Petry ... den Lucke macht.