Schreck lass nach

Es gibt schönere Dinge im Leben als einen tüchtigen Schreck. In pulstreibender Erinnerung etwa ist der Rottweiler in einem parkenden Auto, der beim Vorbeigehen scharf anschlug. Doch wer wollte es ihm verübeln: Er war halt ein Hund, den die Langeweile im geparkten Wagen bewegt haben dürfte, einfach mal kräftig anzuschlagen. Beim Segeln mit den Jungs wagten wir vor einigen Jahren den Versuch, ob ein mit Druckluft betriebenes Signalhorn dem Mittagsnickerchen von Kumpel H. tatsächlich ein schnelles Ende setzt oder sich der Kerl einfach träge auf die andere Seite dreht wie es nun mal seine Art ist. Was soll ich sagen, das Ergebnis war imposant und H.s Schreck wahrlich groß: Der Junge, obschon runde 89 Kilo schwer, hing augenblicklich senkrecht in der Luft und war so was von hellwach, dass wir ihn kaum wiedererkannten – wie auch, waren unsere Augen Lachtränen-nass. So ein Schreck, das sagen Evolutionsforscher, löst gemeinhin einen Überlebensmechanismus in Gang. H. gab uns insofern zu denken, wollte er auf den Schreck doch nur ein kaltes Bier...