Schon 400 Tote bei Unruhen in China?
08.07.2009 | 10:23 Uhr 2009-07-08T10:23:00+0200Peking. Bei den blutigen Unruhen in der chinesischen Uiguren-Region Xinjiang sind nach Angaben des Uigurischen Weltkongresses vom Mittwoch rund 400 Demonstranten von Polizisten getötet worden. Die Proteste hätten sich inzwischen auf andere Orte ausgeweitet. Die Behörden schicken Tausende Polizisten.
Bei den blutigen Unruhen in der chinesischen Uiguren-Region Xinjiang sind nach Angaben des Uigurischen Weltkongresses rund 400 Uiguren von Polizisten getötet worden. Sie seien durch «Schüsse und Schläge» der Polizei ums Leben gekommen, schrieb die im Exil lebende Uiguren-Führerin Rebiya Kadeer am Mittwoch in einem Beitrag für die asiatische Ausgabe der Zeitung «Wall Street Journal». Bei ihren Angaben berief sich die 62-Jährige auf eigene Quellen in der Provinz Xinjiang, die von den Uiguren als Ostturkestan bezeichnet wird. Nach offiziellen Angaben kamen bei den Auseinandersetzungen am Wochenende mehr als 150 Menschen ums Leben.
Tausende Polizisten in Krisenregion
Die Proteste hätten sich mittlerweile über die Regionalhauptstadt Urumqi hinaus auf andere Teile der Provinz ausgeweitet, berichtete Kadeer. So gebe es auch unbestätigte Berichte über mehr als 100 Tote in der Stadt Kashgar. Besorgt zeigte sich die Uiguren-Führerin über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen der chinesischen Behörden wie Hausdurchsuchungen und Festnahmen.
Die chinesischen Behörden haben das Sicherheitsaufgebot nach den ethnischen Unruhen im Uiguren-Gebiet Xinjiang inzwischen massiv verstärkt. Tausende Soldaten und Polizisten marschierten am Mittwoch in der Provinzhauptstadt Urumqi auf, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die mit automatischen Schusswaffen ausgerüsteten Sicherheitskräfte riegelten die von Uiguren bewohnten Viertel ab. Über der Stadt kreisten Hubschrauber der Armee.
Uiguren sind mit Stöcken und Steinen bewaffnet
Ungeachtet der Militärpräsenz gingen hunderte Uiguren mit Stöcken und Steinen bewaffnet auf die Straße, wie der AFP-Journalist berichtete. Sie versammelten sich unmittelbar vor einer Polizeikette, die zwischen ihrem Viertel und einem von Han-Chinesen bewohnten Stadtteil aufgebaut wurde.
Gestern waren Han-Chinesen mit Knüppeln, Schaufeln und Messern bewaffnet durch Urumqi gezogen, um sich für die Übergriffe muslimischer Uiguren am Wochenende zu rächen. Nach Behördenangaben kamen bei den Auseinandersetzungen am Wochenende mehr als 150 Menschen ums Leben. Uiguren und Chinesen machen sich gegenseitig für die Eskalation der Gewalt verantwortlich.
Uiguren-Führerin Rebiya Kadeer erklärte, dass sie Gewaltanwendung auf beiden Seiten ablehne. Sie verurteile die «übertriebene Gewalt gegen Demonstranten» genauso wie die Übergriffe der Uiguren bei einer zunächst friedlichen Demonstrantion gegen den Tod zweier uigurischer Fabrikarbeiter am Wochenende. Peking wirft der Chefin des Uigurischen Weltkongresses vor, die Ausschreitungen angestiftet zu haben. Die Uiguren machen dagegen die chinesische Seite für die Gewalt verantwortlich. (afp)

15:52
es ist richtig,Europa darf nicht wegschauen,aber ich
vermisse den Aufschrei und Protest der Muslime in
der restlichen Welt!!!
12:03
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11:49
Bundeskanzlerin Angela Merkel möge doch bitte auf dem G8-Gipfels die Unterdrückung der muslimischen Uiguren zum Anlass nehmen, eine Resultion für die Einhaltung der Menschen- und Religionsfreiheit in China international zu verabschieden.
Europa darf nicht wegschauen, insbesondere, wenn es um die Einhaltung von Menschenrechten geht.
Ich kann mich erinnern, dass im Falle Tibet ganz andere Reaktionen aus Europa zu vernehmen waren.
Menschenrechte sind nicht teilbar!
11:11
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11:09
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11:08
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10:41
Uiguren haben ja doch einen Bezug zu Deutschland.
Und sogar einen sehr starken Bezug. Vor einiger Zeit, als es um die Aufnahme uigurischer unschuldiger Gefangener ging, sagte man uns, dass Uiguren keinen Bezug zu Deutschland hätten und deshalb eibne Aufnahme nicht Betracht kommen könnte.
Wie ich jetzt lese, haben die Uiguren sogar in München ihre Weltauslandsvertretung. Also, wenn dies kein Bezug zu Deutschland ist. Von daher sollte man die ablehnende Entscheidung in der Aufnahmesache doch noch einmal überdenken.
10:36
Ethnische Unruhen wegen Integration
Zu den ethnischen Unruhen konnte es doch nur deshalb kommen, weil China von den zahlreichen ethnischen Bevölkerungsgruppen eine bedingungslose Integration fordert. Dies möchten die Menschen nicht. Sie wollen ihre kulturelle, religiöse und sprachliche Selbstbestimmung nicht aufgeben.
Besser wäre es, den unterschiedlichen ethnischen Gruppierungen Freiheit in kultureller und religiöser Hinsicht zu gewähren.
In Europa klappt es ja auch. Hier gibt es Länder, in denen ethnisch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammen leben.
Friedlich zusammenleben. Hier gibt es keine Unruhen zwischen diesen Gruppen. Dies liegt doch letztlich daran, dass jede Gruppe nach ihren kulturellen und religiösen Vorstellungen leben kann. Daneben gibt es auch eine sprachliche Vielfalt. Man denke ich nur an Belgien, was zwei Amtssprachen hat. Ebenso Litauen, Lettland, Estland, Spanien etc.
China könnte da schon von Europa lernen.