Schlechtes Management

Migration ist kein Problem, das man lösen kann. Es ist eine Realität, die man managen muss“, sagt William Lacy Swing, Chef der Internationalen Organisation für Migration. Er hat recht. In seiner Erkenntnis stecken die beiden Hauptprobleme der Flüchtlings- und Migrationspolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten: Den Bürgern wird durch Geschäftigkeit und vollmundige Bekenntnisse vorgegaukelt, man sei auf gutem Wege. Und es wird unterschlagen, dass ein anständiges und effektives Management viel höheren Einsatz erfordert, als die Europäer bislang zu leisten bereit sind.

Wie schon beim Projekt „Zerstörung von Schlepper-Booten“ sind die Pläne der EU-Kommission für die faire Verteilung der Flüchtlinge mit glühender Nadel gestrickt. Wie das funktionieren soll, ist unerfindlich. Was etwa ist mit der unkontrollierten Weiterreise in der grenzfreien EU? Um das zu verhindern, sagt die Kommission, brauche man lückenlose Identifikation der Flüchtlinge und Kooperation mit den Herkunfts- und Transitländern. Nur ist beides leider nicht in Sicht.

Wie wäre es mit einem EU-Flüchtlingsfonds mit zehn Milliarden Euro und fairen Preisen für Kakao- und Kaffeeproduzenten in der Dritten Welt? Beides fordert Entwicklungsminister Müller. Den CSU-Mann nehmen nicht viele wahr und noch weniger ernst. Vielleicht ein Fehler.