Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Ärzte

Schlechte Deutschkenntnisse - Patienten verstehen Arzt nicht

31.12.2012 | 13:19 Uhr
Schlechte Deutschkenntnisse - Patienten verstehen Arzt nicht
Eine Ärztekammer beklagt die schlechten Deutschkenntnisse vieler Mediziner in Krankenhäusern.Foto: ThinkStock

Berlin.   Eine Ärztekammer beklagt die mangelhaften Deutschkenntnisse von Medizinern. Es häuften sich Beschwerden von Patienten, die ihren Arzt nicht verstehen. Einige Chefärzte erklärten, dass sie sich nur noch mit einem Drittel ihrer Mitarbeiter auf Deutsch unterhalten könnten.

Der Präsident der Berliner Ärztekammer, Günther Jonitz, beklagt die schlechten Deutschkenntnisse vieler Medizine r in Krankenhäusern. Es häuften sich Beschwerden von Patienten, die sich mit ihrem Arzt nicht mehr verständigen können, sagte Jonitz an Silvester im Deutschlandradio Kultur. Und Chefärzte berichteten, dass sie sich nur noch mit einem Drittel ihrer Mitarbeiter auf Deutsch unterhalten könnten.

Diese Verständigungsprobleme belasten laut Jonitz die Arzt-Patienten-Beziehung und seien eine der Hauptursachen dafür, wenn in der Behandlung etwas schief laufe. Auch würden die Ärzte, die gut und fließend Deutsch könnten, mehr und mehr von der unmittelbaren Patientenversorgung abgezogen, um Arztbriefe oder Berichte zu schreiben. "Die Risiken insgesamt steigen", mahnte der Berliner Ärztekammerpräsident.

Medizin
Ärzte in der Kritik - Mediziner sollen besser Deutsch lernen

Marlis Bredehorst machte unmissverständlich klar, was sie von Ärzten erwartet: „Radebrechen am Krankenbett ist nicht akzeptabel.“ Die 56-Jährige, Staatssekretärin im NRW-Gesundheitsministerium, sprach im Kongresszentrum des St. Anna-Hospitals vor Dutzenden Vertretern aus der Gesundheitsbranche.

Ursache dieser Entwicklung sei die Ökonomisierung des Gesundheitswesens, sagte Jonitz. So lege eine "richtig miese Gesundheitspolitik" zu viel Wert auf Zahlen und wirtschaftliche Erträge und vergesse die Menschen im System. Dies würden sich deutsche Ärzte und Krankenschwestern mittlerweile jedoch nicht mehr bieten lassen: "Wer kann, geht weg, geht in andere Länder und arbeitet dort, wo er als Arzt oder als Krankenschwester angesehen ist - in der Schweiz, in Skandinavien, in England, in Frankreich, in Holland - und diese Lücken werden dann gestopft mit den Ärzten, die aus den Ländern kommen , wo es noch schlimmer ist. (dapd)



Aus dem Ressort
Grüne wollen nach der Energiewende jetzt die Agrarwende
Parteitag
Die Partei versucht, einen Schlussstrich unter ihre Führungskrise zu ziehen und will mit der Agrarwende punkten. Der Grünen-Parteitag stärkt die Vorsitzenden und feiert den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.
SPD und Grüne wollen "Soli"-Geld ab 2020 auch für den Westen
Soli
Die Ministerpräsidenten von SPD und Grünen einigten sich darauf, dass der Solidaritätszuschlag ab 2020 nicht ersatzlos wegfallen soll. Dann soll auch der Westen von den Einnahmen profitieren. Das Modell soll den CDU-geführten Ländern bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz vorgelegt werden.
Im Ruhrgebiet verfallen die Immobilienpreise
Immobilien
Eine Studie des Onlinedienstes Immowelt zeigt: Das Ruhrgebiet hinkt dem großen Immobilienrausch in Deutschland hinterher, im Durchschnitt verlieren sie in Städten wie Dortmund und Essen sogar an Wert. Doch das muss nicht automatisch ein Nachteil sein.
Mehrheit für Soli-Förderung in Ost- und Westdeutschland
Umfrage
Soli Ost auch für den Westen - dafür ist eine deutliche Mehrheit der Deutschen. In Düsseldorf diskutieren am Sonntagnachmittag die Ministerpräsidenten von SPD und Grünen über die Soli-Zukunft.
45 Tote bei Selbstmordanschlag während Volleyballturnier
Anschlag
Bei einem Selbstmordanschlag während eines Volleyballturniers sind im Osten Afghanistans mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden befürchten, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte. Ein Provinzsprecher sagte, die Bombe sei während des Turniers zwischen den Zuschauern detoniert.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos