Schlammschlacht in der AfD-Führung

Berlin..  Wenige Wochen vor der wichtigen Wahl im Stadtstaat Hamburg erschüttert ein offener Machtkampf die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD). Die beiden gleichberechtigten Co-Vorsitzenden von Parteichef Bernd Lucke, Frauke Petry und Konrad Adam, begehren auf gegen dessen Plan, sich den Posten des alleinigen Vorsitzenden zu sichern. Über eine entsprechende Satzungsänderung will Lucke Ende des Monats den Bundesparteitag abstimmen lassen.

Vergangene Woche hatte Lucke eigenmächtig zu einer Konferenz der Landes-, Bezirks- und Kreisvorsitzenden nach Frankfurt am Main eingeladen, um seine Reformpläne zu bewerben. Der 52-jährige Wirtschaftsprofessor ist das bekannteste Gesicht der AfD.

In einem Schreiben an Lucke beschweren sich Petry, Adam und andere Unterzeichner über Luckes Führungsstil „nach Gutsherrenart“ sowie dessen Versuche, Parteifreunde „auf Linie zu bringen“. Am 18. Januar wollen sie ihn deswegen in Frankfurt zur Rede stellen - unmittelbar vor Beginn der von Lucke einberufenen Konferenz. Die Autoren des Briefes lehnen eine Satzungsänderung ab und fordern Lucke auf, sich in der Öffentlichkeit auf die ihm zugedachten Themen zu konzentrieren.