Schlagabtausch - Steinbrück arbeitet sich an Merkel ab
18.10.2012 | 14:12 Uhr 2012-10-18T14:12:25+0200
Berlin. Im ersten Schlagabtausch zwischen Kanzlerin Angela Merkel und ihrem SPD-Gegenkandidaten hat der Herausforderer die Amtsinhaberin frontal angegriffen. Noch fehlt ihm der Erfolg: In Umfragen liegt Merkel vor Peer Steinbrück. Sie bleibt gelassen und konzentriert sich auf den EU-Gipfel.
Es ist das erste Rededuell, bei dem die Kanzlerin und ihr frisch gekürte Herausforderer aufeinandertreffen. Ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl zielt aber vor allem einer auf den politischen Gegner: Peer Steinbrück nimmt am Donnerstag im Bundestag Amtsinhaberin Angela Merkel aufs Korn, wirft ihr in der Europa-Politik "Kleinmut" vor, "Doppelspiel", "innenpolitische Händel".
Die Kanzlerin sei eine Getriebene, die er ermahnt, dass sie den Bürgern ihre Politik erklären müsse: "Das ist Ihre Pflicht." Die Kanzlerin erwähnt den SPD-Kanzlerkandidaten dagegen mit keinem Wort, spricht ihn auch nicht an. Statt Kritik geht sie auf die Opposition zu: "Trotz aller Gegensätze haben wir uns immer wieder zusammengerauft. Dafür möchte ich Danke sagen", flötet die CDU-Vorsitzende.
SPD überlässt ihrem Kanzlerkandidaten die Bühne
Steinbrück spricht die Kanzlerin gleich im ersten Satz an: "Ebenso wie Sie, Frau Bundeskanzlerin, freuen wir Sozialdemokraten uns über die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union." Er pflichtet der Regierungschefin bei, die zuvor gesagt hatte, Europa sei mehr als seine Währung. "Ja, Frau Bundeskanzlerin, was Europa zu bieten hat, ist einmalig in der Welt."
Zum ersten Mal seit seiner Kandidatur zum Bundeskanzler hat sich Peer Steinbrück (CDU) zur Griechenland-Krise geäußert. Er hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, ihre Europapolitik sei zu einseitig und halbherzig. Auch aus den anderen Fraktionen erntete Merkel vor dem EU-Gipfel Kritik.
Dann ist es mit den Freundlichkeiten vorbei. Indirekt attestiert Steinbrück der Kanzlerin zwar, dass sie mit größerer Leidenschaft als zuvor über Europa gesprochen habe, mahnt aber: "Diese Rede und diese Beschreibung Europas, die hätten Sie schon vor zwei Jahren geben müssen."
Steinbrück poltert nicht, er will unterhalten. "Wahlkampf soll auch Spaß machen", hat er nach seiner Nominierung durch den SPD-Parteivorstand am 1. Oktober gesagt. Er kritisiert Merkel, aber stets in einem Ton, der ihm sichtlich Vergnügen bereitet.
Steinbrück-Nominierung geht für die SPD noch nicht auf
Einwürfe aus den Reihen der Koalition zu seinen hoch dotierten Nebeneinkünften als Vortragsreisender pariert er mit einer Anspielung darauf, dass sich Union und FDP keine zwei Stunden früher in einem Ausschuss des Ältestenrates gegen eine Offenlegung aller Abgeordneteneinkünfte gesperrt haben.
Am Ende spricht Steinbrück 27 Minuten, die Kanzlerin ohne Redezeitbegrenzung 41 Minuten. Dabei hat die SPD ihrem Kandidaten schon die Bühne und ihre gesamte Redezeit überlassen, mit gutem Grund. Denn anders als Merkel, die am Abend bereits wieder vom EU-Gipfel über die TV-Bildschirme flimmern wird, dringt der Herausforderer bislang nur selten in die Wohnstuben der Wähler vor.
Der positive Effekt seiner Nominierung in den Umfragen erwies sich als kurzlebig, wie eine Forsa-Umfrage am Mittwoch zeigte: Die SPD hat demnach wieder leicht verloren, der Abstand zwischen Merkel und ihrem Herausforderer ist gewachsen.
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19:50
Da beklagt Steinbrück Merkels Sparabsichten und will Investitionen in Europas Zukunft, wie sie bei der Deutschen Einheit nötig waren.
1. Wir schieben immer noch 2 Mrd. € Schulden vor uns her, die Einheit ist damit noch lange nicht bezahlt!
2. Und nun will Steinbrück auch mit neuen Schulden in die EU investieren?
Ich fürchte er kann die Last der Überschuldung Griechenlands u.a. nicht als Gefahr für uns richtig einschätzen! Die Schuldenzinsen können auch uns zurückwerfen, da ist eher Sparen angesagt!
So taugen seine Theorien vielleicht als Honorarkanzlerkandidat, aber seine Politik unterstützt nur die Reichen!
Unwählbar!
18:16
Steinbrück: "Deutschlands Zukunft ist Europa, und in diese Zukunft werden wir investieren müssen, genau so, wie wir in die Wiedervereinigung investiert haben."
Die BRD ist schon bei den ersten Billion Euro für den Osten pleite gegangen und pleite Europa braucht mind. 10 Billionen Euro. Woher wollen die deutsche Politiker das Geld holen? Haben die Politiker eine Antwort darauf?
Steinbrück kann bei seinen Vorträgen schon mal sammeln gehen. Die richtigen Kapitalisten hat er ja vor sich sitzen.
17:52
Wie sagt doch unsere Kanzlerin, nein....., vielleicht und dann ja.
Was "Mutti" heute sagt, hat doch morgen sowieso keinen Bestand mehr.
Selbst die Vergemeinschaftung der Schulden hat doch schon ihre Zustimmung gefunden.
17:44
Wäre Steinbrück ein richtiger Sozialdemokrat wäre das Thema Merkel und
ihrer neoliberalen Blase schon längst durch.
Aber sonst ...... nichts Neues an der Politfront.
Der Trog ist der gleiche - nur die Schweine werden sich verändern +++
17:42
"Steinbrück arbeitet sich an Merkel ab." Die Schlagzeile hört sich etwas schlüpfrig an...
17:33
Steinbrück wirft Merkel auch alle Fehler vor, die von der SPD während rot-grün und schwarz-rot begangen wurden.
Gut, dass der Wähler vergesslich ist.
Meine Oma nannte so einen Steinbrück "Schwaderlappen".
16:40
egal wie das Duell ausgegangen ist, Steinbrück zwingt Merkel zur Konkretisierung
16:18
Das sehen andere Kommentatoren ganz ander. Klar das die WAZ Werbung für Steinbrück macht.
16:14
Schlagabtausch?: Alles nur Show, denn nach den Wahlen kriecht Steinbrück ins Bett von Frau Merkel.
Sehe ich auch so. Und dort kann er sich ja weiter an ihr "abarbeiten..." Schönen Abend noch!
16:11
Windbeutel gegen Hosenanzug....