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Arbeitsmarkt

Schavans Lockruf

12.07.2012 | 18:46 Uhr
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In den 50er- und 60er-Jahren lockte die Bundesrepublik Zehntausende Arbeitskräfte aus Südeuropa ins Land. Die „Gastarbeiter“, wie sie damals hießen, sollten die Jobs erledigen, zu denen die deutschen Wirtschaftswunderkinder keine Lust mehr hatten: im Bergbau, am Fließband bei Ford und VW, bei der Müllabfuhr. Jetzt wirbt Deutschland wieder im Süden um Arbeitskräfte – doch diesmal sind die Vorzeichen anders.

In Deutschland, das als letzte große Volkswirtschaft in Europa (noch) der Krise trotzt, herrscht Mangel an Fachkräften. Und in Krisenländern wie Spanien stehen viele Studienabsolventen ohne Job da – trotz guter Ausbildung. Sogar das deutsche Ausbildungssystem will Bildungsministerin Schavan nach Spanien exportieren.

Lockrufe sind in Ordnung, aber es mangelt an Feingefühl

Gegen die Lockrufe ist, zumal in Zeiten der Globalisierung, nichts einzuwenden. Job-Wechsel über Grenzen hinweg sind längst normal und erwünscht. Zu wünschen ist aber auch, dass die deutsche Seite die Aktion mit mehr Feingefühl angeht als dies bei den Anwerbungen vor 50 und 60 Jahren der Fall war. Denn in so manchem Euro-Partnerland ist man schon heute mächtig sauer auf „die Deutschen“, die gelegentlich oberlehrerhaft ihre Ratschläge verteilen. Wenn die Anwerbung hochqualifizierter junger Leute nun so rüber käme wie ein Beutezug auf dem Arbeitsmarkt, hätte dies verheerende Folgen fürs politische Klima in Europa. Deshalb: Sensibel vorgehen! Auch wenn’s schwerfällt.

Walter Bau

Kommentare
13.07.2012
12:04
Schavans Lockruf
von hajori | #2

Wer noch vor einigen Tagen in Report mitverfolgen konnte, daß ein Elektroingenieur schon 2 Jahre auf der vergeblichen Jobsuche ist, ähnlich auch einer Kommunikationsingenieurin, der weiß das Geschrei um den angeblichen Facharbeiter und Ingenieurmangel richtig einzuordnen! Ebenso steht es um die fehlenden Erzieher(innen) und Pflegekräfte!
Die Arbeitgeber und auch die öffentliche Hand sind einfach nicht bereit den Leuten, die die wirklich produktive Arbeit erledigen, angemessen zu bezahlen!
Sogenannte Führungskräfte und leitenden Angestellten werden mit Geld totgeschmissen, da kann das Gehalt nicht hoch genug sein, weil man ja für geringeres Geld keine guten Kräfte bekommt, aber für die an der Basis arbeitenden ist das kleinste Gehalt schon hoch genug!
Dieses Land steht mittlerweile, wenn es um Ausbeutung von Menschen und Korruption geht, an vorderster Stelle!
Da kommen die billigen Azubis aus Spanien gerade recht!
Auch die werden schnell merken, daß sie hier nur ausgenommen werden!

13.07.2012
07:46
Schavans Lockruf
von Funakoshi | #1

Hervorragend diese Ideen zur Förderungn der Ausbildungsqualität. Da passt doch endlich wieder einmal der Leitspruch: "Am deutschen Wesen, soll die Welt genesen!"!!! Ansonsten, bevor man sich hier wen auch immer hineinholt, sollt man die ca. 8 Mio. tatsächlichen Arbeitslosen in Deutschland in Brot und Arbeit bringen und vorrangig unseren eigenen Nachwuchs zu qualifizieren.

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