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Plagiatsvorwürfe

Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe - "Ich werde kämpfen"

17.10.2012 | 15:19 Uhr
Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe - "Ich werde kämpfen"
Annette Schavan gibt nicht klein bei trotz der Plagiatsvorwürfe gegen sie.Foto: dapd

Berlin.  Die SPD legt der Bundesbildungsministerin den Rücktritt nahe, Unions-Fraktionschef Kauder stellt sich hinter die Politikerin. Und Annette Schavan selbst findet klare Worte: "Ich werde kämpfen. Das bin ich mir schuldig", sagte sie auf ihrer Jerusalem-Reise. Ihr wird vorgeworfen, sie habe bei der Doktorarbeit nicht korrekt zitiert.

Die SPD hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan wegen des Plagiatsverdachts bei ihrer Doktorarbeit den Rücktritt nahegelegt. Die CDU-Ministerin sei als "Bildungs- und Forschungsministerin bereits heute irreparabel beschädigt", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Bundestag, Thomas Oppermann, am Mittwoch in Berlin. "Sie sollte deshalb ernsthaft überlegen, ob sie nicht von sich aus zurücktritt."

Der Promotionsausschuss der Universität Düsseldorf wollte am Nachmittag über die Vorwürfe beraten, Schavan habe bei ihrer Doktorarbeit vor mehr als 30 Jahren nicht korrekt zitiert und damit bewusst getäuscht. Eine Entscheidung über die Aberkennung des Doktortitels wurde aber nicht erwartet.

Kauder kritisiert die Uni Düsseldorf

Schavan wies die Vorwürfe am Mittwoch erneut zurück und bekräftigte, sie werde um ihren Ruf kämpfen. "Ich werde kämpfen. Das bin ich mir schuldig, und das bin ich der Wissenschaft schuldig", sagte sie vor Journalisten am Rande eines Besuchs in Jerusalem. Unterstützung bekam sie von Unions-Fraktionschef Volker Kauder, der die Düsseldorfer Universität wegen ihres Umgangs mit der Plagiatsaffäre scharf kritisierte. "Die Art und Weise, in der mit Frau Schavan umgegangen wird, ist ein Armutszeugnis für eine deutsche Universität", sagte der CDU-Politiker der "Mitteldeutschen Zeitung". Kauder forderte neue Gutachter und ein ordnungsgemäßes Verfahren.

Die Heinrich-Heine-Universität steht unter Druck. Wissenschaftler haben sie wegen ihres Vorgehens kritisiert. Die Hochschule war am Dienstag mit einer Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts auf die Weitergabe vertraulicher Informationen in die Offensive gegangen . Der Prüfungsausschuss werde möglicherweise nach seiner Sitzung eine Erklärung abgeben, sagte ein Sprecher.

Die Uni hatte mitgeteilt, dass sich das Verfahren noch in der ersten Phase befinde. Nach der zweiten, in der der Ausschuss sich mit der Sache befasse, könne Schavan vom Dekan um eine Stellungnahme gebeten werden. Dann werde geprüft, ob weitere Expertisen eingeholt würden. Erst danach gebe die Kommission eine Empfehlung an den Fakultätsrat, der über Schavans Titel entscheiden muss.

Plagiatsvorwürfe
Wie sich die Uni Düsseldorf im Fall Schavan blamiert

Der Fall Schavan könnte der Uni Düsseldorf mehr schaden als der Ministerin, die in der Wissenschaft hoch angesehen ist. Bevor sich der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät mit der Frage beschäftigt, ob Schavan sauber gearbeitet hat, sollte er sich erst einmal bei ihr entschuldigen.

Schavans Fall liegt anders als bei Guttenberg

Oppermann räumte ein, dass bei Schavan der Fall anders liege als bei Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) , der im März 2011 als Verteidigungsminister zurückgetreten war, weil er Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben und dies nicht gekennzeichnet hatte. "Bei ihr ist die Lage noch unklar", sagte Oppermann mit Blick auf Schavan. Die Ministerin habe "Anspruch auf ein faires, korrektes Verfahren". Er wolle ihre politische Lebensleistung keinesfalls infrage stellen. Mit einem Rücktritt könne sie aber "sich und der politischen Öffentlichkeit weitere Monate dieser Debatte" ersparen. (rtr)



Kommentare
18.10.2012
07:25
Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe -
von Solo6 | #12

Es ist ein glücklichmachendes Gefühl mit anzusehen, wie sich Politiker aus dem Fenster hängen und statt nach oben, nach unten Fallen, so wie Frau Schavan.
Es wird immer so bleiben im Leben, dass drei Finger auf mich zeigen, wenn ich mit dem Zeigefinger auf andere zeige.
Ich könnte mich vor Schadenfreude abrollen.Nur weiter so liebe Politiker, wir hören euch gerne weiter zu.Es ist immer sehr unterhaltsam mit ihnen.Gutenberg lässt grüßen.

17.10.2012
22:40
"Steinbrück dürfte nach der WDR-Sendung zum Thema WestLB sehr viele Stimmen verloren haben."
von wattearvolt | #11

Das sehe ich genau so ! Dieser Auftritt von Steinbrück im Jahr 2003 war megapeinlich .

1 Antwort
Ergänzung:
von wattearvolt | #11-1

Mein Kommentar bezieht sich auf #1 / 1

17.10.2012
20:20
Und die Medien karten nach
von weihnachtsmann78 | #10

Die Uni wird nach entsprechender Forderung von Anwälten von Frau Schavan derzeit keine weiteren Infos zum Stand des Verfahrens geben - bis Frau Schavan der Weitergabe zugestimmt hat

Dennoch kartet die RP schon mal nach:
"Nach Informationen unserer Redaktion will die Heine-Universität offenbar das Verfahren gegen Schavan möglichst rasch abschließen. An der Universität verdichteten sich zuletzt die Hinweise darauf, dass Schavan ihren Doktortitel verlieren wird "
"Vielmehr gibt es Hinweise, dass die Kommission dem Fakultätsrat empfehlen wird, Schavan den Doktortitel abzuerkennen. Das letzte Wort hat der Fakultätsrat, der regulär am 6. November wieder zusammenkommt."

Also die Uni will raus aus den Schlagzeilen und deshalb schnell verurteilen? Oder wie soll man das verstehen? So wie die Diskussion derzeit läuft wird Frau Schavan dann klagen und dann?
Durch die Weitergabe des vertraulichen Gutachtens hat die Uni selbst jegliche Glaubwürdigkeit verloren.

1 Antwort
Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe -
von meinemeinungdazu | #10-1

Vertraulichkeit gibt es in dieser Welt nicht mehr. Wer daran glaubt, liegt voll daneben.

17.10.2012
20:15
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #9

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.10.2012
20:12
Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe -
von bloss-keine-Katsche | #8

sicherlich darf sie das,
aber was man bisher gehört(gelesen) hat, ist eindeutig!
Man kennt es ja, Politiker aller Coleur gebe eh nur zu, was eh schon bewiesen ist,
aufzuklären hat noch nie einer geholfen!
Warum nun das Ergebnis vorab den Medien zugespilet wurde, bleibt sicherlic ungeklärt.
zwei Möglichkeiten:
1. Jemand wollte verhindern, dass gemauschelt und vertuscht wird, zu verstrickt ist das Bundesbildungsministerium mit den Hochschulen.
oder 2. Jemand wollte ein keines "Zubrot" verdienen!

2 Antworten
@bloss-keine-Katsche | #8
von vaikl2 | #8-1

"aber was man bisher gehört(gelesen) hat, ist eindeutig!"

Wieviele Doktorarbeiten haben Sie in Ihrem Leben denn schon geschrieben/gelesen, um das "eindeutig" beurteilen zu können???

Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe -
von meinemeinungdazu | #8-2

Es wird die erste Möglichkeit sein. Mit Sicherheit!

17.10.2012
19:12
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.10.2012
18:06
Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe -
von knueppeljunge | #6

das ist ihr gutes Recht.

Nicht jeder Vorwurf ist berechtigt, nicht jede Anklage führt zur Verurteilung.

Erst wenn der Verdacht zur Gewissheit wird, dann sind Konsequenzen zu ziehen.

Jemandem aufgrund einer "Rufmordkampagne" in den Rücktritt zu zwingen gehört nicht zu einer gesunden Demokratie.

17.10.2012
17:54
Vorwürfe nach geworfen
von wohlzufrieden | #5

"Ich werde kämpfen." So ähnlich drückte sich auch der Baron einen Tag vor seinem Rücktritt aus.

17.10.2012
17:21
Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe -
von festus04 | #4

Der Satz ich werde kämpfen, spricht schon Bände. Wenn nun doch festgestellt wird, das die angeblich 60 Seiten so nicht in Ordnung sind, dann hat sie gegen die Wahrheit gekämpft und das wird dann ganz fatale Auswirkungen für Frau Schavan und die CDU haben. Auch wenn es nicht für eine Aberkennung ihres Titels ausreicht, der Makel mit den 60 Seiten bleibt an ihr hängen.

17.10.2012
16:55
Schavan wehrt sich gegen Vorwürfe -
von kitty73 | #3

und Steinbrück und die SPD verlieren Stimmen gem der letzten Umfrage.

Die Nebeneinkünftedebatte zeigt Wirkung - da hilft alles Schreien der SPD nach zukünftiger Transparenz nichts. Inzwischen wird vermutet, dass Steinbrück doch genaue Zahlen liefern wird - da wurde der innerparteiliche Druck wohl doch erwas größer. Ein bißchen spät Herr Steinbrück - die Glaubwürdigkeit ist dahin.

Genau deshalb schreit die SPD auch so laut in Richtung Schavan "Rücktritt".
Eine echte Begründung haben sie aber nicht.
Ja der Wahlkampf.

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