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Loveparade

Schallers Loveparade-Videos sind jetzt online

30.08.2010 | 09:46 Uhr
Schallers Loveparade-Videos sind jetzt online
Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller (l.) und Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Foto: afp

Duisburg.Sieben Wochen nach dem Loveparade-Drama sucht Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland wieder die Öffentlichkeit. Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller hat indes Videos und einen Dokumentarfilm von der Katastophe ins Netz gestellt.

Duisburgs umstrittener Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) plant sieben Wochen nach der Massenpanik und den 21 Toten auf der Loveparade seine Rückkehr in die Öffentlichkeit. So hat das Stadtoberhaupt nach Informationen der WAZ-Mediengruppe zum 12. September seine Teilnahme an der „Sinfonie der Tausend“ im Landschaftspark Duisburg-Nord zugesagt, eine Veranstaltung der Duisburger Philharmoniker und der Ruhr 2010.

Unter den 4000 Gästen werden auch Bundespräsident Christian Wulff und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) erwartet. Der Bundespräsident hatte kurz nach den tödlichen Ereignissen seinem christdemokratischen Parteifreund Sauerland in diplomatischer Form den Rücktritt vom Amt des Oberbürgermeisters nahegelegt. Jetzt sind die Veranstalter in Sorge, dass es im September zu protokollarischen Verwicklungen oder gar zu Störungen der hochrangig besuchten Veranstaltung kommen könnte. Die Konzertveranstaltung wird abweichend vom ursprünglichen Programm mit einer Gedenkminute für die Toten der Loveparade beginnen.

Taktische Fehlleistungen?

Unterdessen hat der Loveparade-Veranstalter Lopavent erneut schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Um die aus seiner Sicht taktischen Fehlleistungen der Polizei öffentlich belegen zu können, hat Rainer Schaller die Videoaufnahmen der sieben Überwachungskameras mit insgesamt 22 Stunden Material und einen Dokumentarfilm ins Internet gestellt.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat offenbar keine rechtliche Handhabe, die Veröffentlichung der Videos zu verhindern. „Nach meinen Informationen sieht die Staatsanwaltschaft Duisburg keine Möglichkeit, die Pläne Schallers juristisch zu stoppen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Strafverfolgungsbehörde habe Schaller aber in einem Schreiben „dringend aufgefordert, das Material der sieben Überwachungskameras aus Gründen der Pietät und Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht zu veröffentlichen“.

„Herr Schaller manipuliert und verdunkelt“

Auch der Gewerkschaftsvorsitzende warnte Schaller vor dem Schritt an die Öffentlichkeit: „Es wäre das Allerletzte, die Hinterbliebenen im Netz mit den Bildern ihrer sterbenden Angehörigen zu konfrontieren.“ Zudem bestehe ein erhebliches Risiko, mit den Videobildern Zeugen der Vorfälle zu beeinflussen. „Herr Schaller manipuliert und verdunkelt, wo er kann. Ihm geht es offenbar nicht um die Wahrheit, sondern nur darum, seinen eigenen Hals zu retten.“

Die Einsatzkräfte hätten „aus unerklärlichen Gründen“ drei Sperrketten eingerichtet, als sich die Menschen am Unglückstag ab 15.50 Uhr vor den Zugängen im westlichen und im östlichen Bereich des Veranstaltungsgeländes stauten, behauptet dagegen Schaller. Diese Ketten seien „vermutlich die Ursache der Katastrophe“ gewesen. Ohne die Polizeikette auf der Rampe würden die Menschen heute noch leben, zeigte er sich überzeugt. Vor dem Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags, der sich am Donnerstag mit dem Unglück beschäftigt, will er nicht erscheinen. Er werde aber Vertreter seiner Firma schicken.

Bildstörung im Lagezentrum?

Der Generalinspekteur der NRW-Polizei, Dieter Wehe, wies die Vorwürfe zurück. Die Polizei werde die Öffentlichkeit am Donnerstag über die ihr vorliegenden Erkenntnisse zum Handeln der Polizei bei der Loveparade weiter informieren. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, Frank Richter, attackierte Schaller massiv: „Seine Weigerung, dem Innenausschuss Rede und Antwort (...) zu stehen, ist feige und unerhört.“ Die „verlogenen“ Angaben über die Besucherzahlen, das „unbrauchbare“ Sicherheitskonzept, das viel zu späte Öffnen des Geländes, die gravierenden Fehler an den Einlassstellen und der mangelhafte Ordnereinsatz seien wesentliche Ursachen der Katastrophe gewesen, so Richter weiter.

Wie Duisburg nach der Loveparade...

Wie der WDR meldete, litt das in einem Hochhaus untergebrachte Lagezentrum von Veranstalter und Polizei bei der Duisburger Loveparade am 24. Juli offenbar in der kritischen Phase der Veranstaltung zeitweise unter technischen Störungen der Überwachungskameras. Das sagte der Geschäftsführer eines der beteiligten Sicherheitsunternehmen dem Magazin „Westpol“. (NRZ/ddp)

Stefan Endell

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Kommentare
01.09.2010
14:19
Schallers Loveparade-Videos sind jetzt online
von vaikl | #240

@ #239 Sascha Frohns

Schaller hat die Markenrechte an der LoPa. Auch wenn er sie verkaufen wollte, gäbe es keinen Käufer, weil der Markenname verbrannt ist. Es gibt aber genügend andere Rave- und Techno-Events in DE, da sollten Sie sich keinen Kopp machen.

Zum Rest: Ich werde jetzt nicht wiederholen, was schon durch Schaller, die Polizei und die bekannten Dokumente belegt wurde. Wenn Sie den Fakten keinen Glauben schenken wollen, weil Sie auf eine Entlastung Schallers zuungunsten der Polizei hoffen und insistieren, dann glauben Sie halt daran. Macht ja nix.

01.09.2010
07:07
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von Sascha Frohns | #239

#238 vaikl
Also du denkst Loveparade ohne Schaller nicht möglich? Das ist aber nicht weit gedacht muß ich sagen. Ist doch egal dann wäre halt ein anderer gekommen und hätte es finanziert in Gelsenkirchen, aber nun durch diesen Medienrummel und die Toten wird nie wieder irgendjemand eine Loveparade veranstalten können. Das ist doch der Kern der Aussage von mir. Du hast zwar recht in Bezug auf LoPa und Schaller, jedoch vergißt du, das es noch andere Möglichkeiten gibt durch andere Leute so etwas auf die Beine zu stellen. Dies wird jetzt nicht mehr möglich sein.

Nun nur mal ein kurzer Gedanke. Was sollten die Polizeisperren bewirken? Was hat man sich gedacht dabei? Wie hätte es weiter gehen sollen, wenn es nicht zur Katastrophe gekommen wäre? Wohin hätten die Leute den gehen sollen? Warum hat man die Leute, als man die Polizeisperre auf der Rampe errichtet hat, nicht zu anderen Ausgängen geleitet?

Ab dem Zeitpunkt als man begann die Polizeisperren zu errichten, ab da war es klar das dies kein gutes Ende nehmen konnte und das ist fast niemanden 1h lang aufgefallen? Das riecht doch förmlich nach gewollt und nicht nach ups warum ist das denn jetzt passiert, damit konnte man ja gar nicht rechenen.

31.08.2010
20:10
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von vaikl | #238

@ #233 Sascha Frohns

Die Lopavent lebt ausschließlich von Sponsorengeldern großer und mittlerer Firmen. Sponsoren haben im Allgemeinen solche Gelder nicht irgendwo hinterm Spülkasten liegen, sondern müssen mit solchen Beträgen ebenso wirtschaften mit ihren anderen Ausgaben, brauchen also velässliche Planungszeiträume und Partner.

Wenn also in Duisburg genauso wie in Bochum die LoPa das zweite mal hintereinander abgesagt worden wäre, hätte Schaller als *nicht* verlässlicher Partner keine Sponsorengelder mehr eintreiben können.

Das ist jetzt aber kein sehr komplexer Sachverhalt, den man groß hinterfragen muss, sondern eine simple Wirtschaftswahrheit. Deswegen stand Schaller, dessen McFit-Kette ja ebenso an den Marketing-Möglichkeiten der LoPa hing, ebenso unter Druck wie Sauerland und Co.

31.08.2010
19:15
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von Stefano | #237

@comptur,

dann behaupte ich jetzt (ebenfalls ganz unbewiesen) dass der Papst ein Frau ist und zu Weihnachten ganz unspektakulär in Jerusalem ihren Geliebten geheiratet hat.

31.08.2010
18:59
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von comptur | #236

#193
Man kann die Physik nicht mit unpassenden Beispielen erklären. Sie stellen unbewiesene Behauptungen auf. Woher wissen Sie daß das Glas nur 200 ml faßt. Ich behaupte es faßt 1000 ml.

31.08.2010
18:20
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von R.M. | #235

Schallers Verhalten in den vergangenen Wochen zeigt, dass nicht nur seine Fitness-Studios billig sind, sondern auch der Mensch, der im Mc-Fit-Betreiber steckt. Denn wenn am Donnerstag der Innenausschuss des Landtags zur Loveparade-Katastrophe tagt, wird der 41-Jährige nicht daran teilnehmen. Er hat angekündigt, Firmenvertreter nach Düsseldorf zu schicken. Die Gewerkschaft der Polizei findet seine Weigerung feige und unerhört, getoppt wird Schallers Abwesenheit jedoch noch von seiner Anwesenheit am gleichen Abend in der Sat.1-Talkshow von Johannes B. Kerner.
aus http://www.presseportal.de/pm/65487/1673134/neue_westfaelische_bielefeld

31.08.2010
14:41
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von Stefano | #234

#233 @Sascha Frohns,

ich finde schon, dass hier ordentlich hinterfragt wird - auch wenn gewisse Kommentatoren meinen, das Denken in Zusammenhang mit der Katastrophe der LoPa wäre ein Privileg der Staatsanwaltschaft oder der Verdächtigen.

Allerdings kann ich für Ihre Verschwörungstheorie keinerlei Hinweis finden. Ich finde Sie auch nicht logisch, sondern an den Haaren herbei gezogen.

Ich gehe vielmehr davon aus, dass die Verantwortlichen derart geil auf die Veranstaltung und dem damit erhofften Prestige waren, dass sie ein unzulässig hohes Risiko bereit waren einzugehen. Diese Geilheit auf Publicitiy hat denen vermutlich die Birne so vernebelt, wie es nicht einmal ein @r.kant oder @Abwigeln statt Aufklärung vermocht hätte.

Als Politiker, Behördenmitarbeiter oder Veranstalter darf man sich aber schlicht solche Tagträume nicht leisten - sie könnten am Ende Menschenleben fordern. Und so ist es auch gekommen.

Und dafür haben sie verdammt noch mal die Verantwortung zu übernehmen.

31.08.2010
13:54
Schallers Loveparade-Videos sind jetzt online
von Sascha Frohns | #233

Die frühzeitige Absage hätte dieses Event für den Ruhrpott eventuell sterben lassen, aber nicht für immer. Mit Todesopfern wird dem Event dann wohl eher keine Chance mehr gegeben. Schließlich will keiner mit den Gedanken an Tote feiern gehen. Dieses Event ist dadurch gestorben, dass es immer mit Todesopfern in Verbindung gebracht wird, und es wäre nicht gestorben, wenn es nicht veranstaltet worden wäre, oder ist es etwa gestorben weil Bochum es abgesagt hat?
Ich finde man sollte dieses Event nicht sterben lassen oder hören wir etwa auf Auto zu fahren, weil es über 6000 Todesopfer jedes Jahr im Straßenverkehr gibt, oder hören wir auf durch die Welt zu fliegen, weil letzte Woche wieder eine Passagiermaschine abgestürzt ist und es Todesopfer gab, oder hören wir auf Türkische Vereinsmannschaften in Mönchengladbach antreten zu lassen, weil bei den Ausschreitungen im Stadion eine junge Frau ums leben kam? Nein wir hören nicht auf ! Also warum soll dann das Event Loveparade ein Tabuthema werden und nicht mehr veranstaltet werden?
Man macht es sich einfach wenn man die Fakten und die Tatsache die ich hier erwähne als sogennante Verschwöhrungstheorie deklariert. Es ist einfacher als mal alles genau zu hinterfragen.

31.08.2010
11:30
Schallers Loveparade-Videos sind jetzt online
von vaikl | #232

@ #231 Sascha Frohns

Vielleicht hilft es, nicht immer so viele Hollywood-Schinken zu Verschwörungen zu sehen. Die einfachste und sauberste Möglichkeit, die LoPa als Event sterben zu lassen, wäre deren frühzeitige Absage gewesen.

31.08.2010
06:50
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von Sascha Frohns | #231

Irgendwie kommt mir das komisch vor. Ist doch sonnenklar, dass solch ein drei Fronten Krieg große Verluste mit sich bringt. Also die Zuströmenden Menschenmassen wurden im Westen und Osten aufgehalten und die abströmenden im Norden und das alles an einem Nadeloehr. Schließlich gibt man die Stellung auf und die Menschenmassen prallen aufeinander. Das gleiche passiert wenn man drei Schleusen von drei Dämmen gleichzeitig öffnet und die Wassermassen aufeinader prallen lassen würde. Das Wasser würde auch nicht ruhig weiterfliessen, es würden verwirbelungen geben und ein aufpeitschen der Wassermassen. Also ich will niemanden etwas unterstellen, aber so blöd ist doch kein Mensch. Somit nehme ich eher an das Jemand diese Loveparade absichtlich manipuliert hat um dieses Event abzuschaffen, ein sogenannter Inside Job. Denn es ist ja auch aufgefallen, dass diese Veranstaltung einigen Politikern nicht in den Kram passt und es als einzige große Drogenpartie deklarieren.

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