Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Bundesregierung

Schäuble will deutlich mehr Personal für sein Ministerium

15.02.2010 | 19:24 Uhr
Schäuble will deutlich mehr Personal für sein Ministerium

Berlin.Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will trotz Sparzwangs die Zahl der Beschäftigten seines Ministeriums ausweiten: Laut Haushaltsentwurf sind alleine im Finanzbereich 417 Stellen zusätzlich vorgesehen, insgesamt 985. Die Opposition wirft Schwarz-Gelb Postenschacher vor.

Die Opposition wirft der Bundesregierung Postengeschacher für Parteifreunde und Trickserei bei der Neubesetzung der Ministerien und deren nachgeordneten Behörden vor. Hintergrund ist der Haushaltsentwurf des Bundes, nach dem die einzelnen Minister im Saldo 985 zusätzliche Stellen angefordert haben - trotz des schwarz-gelben Wahlkampfversprechens, den Bürokratieabbau voranzutreiben.

Nach dem Haushaltsentwurf, der DerWesten vorliegt, hat allein Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) 417 weitere Stellen angefordert. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) möchte zusätzliche 132 Mitarbeiter, darunter 61 Lkw-Maut-Kontrolleure. Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) plant mit 129 Personen, darunter 65 Mitarbeitern für das Bundesinstitut für Arzneimittel.

Grünen werfen Regierung Trickserei bei Bundeswehr-Stellen vor

„Die Bundesregierung will offensichtlich für Parteifreunde Posten im ganz großen Stil in der bürgerfernen Verwaltung schaffen“, sagte die designierte Parteichefin der Linken, Gesine Lötzsch, dieser Zeitung.

Ob es zu dem gewünschten Personalplus kommt, ist indes noch offen. Denn sollte die Sparbremse kommen, die Schwarz-Gelb aufgehoben hat, wäre die Wunschliste der Minister in dieser Form hinfällig. Die Sparbremse sieht vor, dass jedes Ressort in jährlich 0,6 Prozent seiner gesamten Stellen einsparen muss. In diesem Fall würde am Ende sogar 581 Beamte weniger als derzeit geben.

Aus der Sicht von Grünen-Haushälter Alexander Bonde rechnen einzelne Ministerien ihre Streich-Posten schön. Das Verteidigungsministerium etwa würde knapp 850 Stellen abbauen, dabei handelt es sich nach Angabe der Grünen um den Abbau des Zivilpersonals bei der Bundeswehr, was seit Jahren beschlossene Sache ist. „Der Versuch, den seit Jahren gültigen Abbaupfad bei den Zivilangestellten der Bundeswehr jetzt als schwarz-gelbe Stelleneinsparung auszugeben, ist ein plumper Trick“, sagte Bonde, DerWesten. „In Wirklichkeit werden in allen Ministerien neue Stellen geschaffen.“

Daniel Freudenreich

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3419876/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker in Hula
Syrien
Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben.
Video 11 Kommentare 11
Acht Zivilisten bei Nato-Angriff in Afghanistan getötet
Militäreinsatz
Bei einem Luftangriff der Nato sind im Osten Afghanistans nach offiziellen Angaben acht Zivilisten getötet worden. Wie die örtlichen Behörden am Sonntag mitteilten, handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen und sechs Teenager. Der Angriff sei am späten Samstag geflogen worden.