Integration
Schäuble: "Islamkonferenz muss weiter gehen"
25.06.2009 | 06:39 Uhr 2009-06-25T06:39:00+0200Berlin. Wenn am heutigen Donnerstag in Berlin die Deutsche Islamkonferenz zum vierten und vorläufig letzten Mal zusammenkommt, liegen Zufriedenheit und Enttäuschung eng beieinander. Nach drei Jahren Gesprächen ist das Verhältnis zwischen Islam und Staat noch längst nicht geklärt.
Natürlich fällt die Bilanz gemischt aus. Wenn heute im Hamburger Bahnhof in Berlin die Deutsche Islamkonferenz zum vierten und vorläufig letzten Mal zusammenkommen wird mit ihren je 15 Vertretern der staatlichen und der muslimischen Seite, liegen Zufriedenheit und Enttäuschung eng beieinander. Zufriedenheit darüber, wie Initiator und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagen wird, dass der Dialog zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen endlich in Gang gekommen ist, dass wenigstens erörtert wird, wie "die über Jahrhunderte entwickelte deutsche Verfassungs- und Rechtsordnung zur Entwicklung eines modernen deutschen Islam beitragen kann". Enttäuschung, werden nicht nur die weltlich orientierten Muslime wie die Anwältin Seyran Ates am Verhandlungstisch sagen, dass das Verhältnis zwischen Islam und Staat in all seinen Ausprägungen noch immer nicht geklärt ist.
Hoffnung auf einen "europäischen Islam"
Genau darum ging es, als am 27. September 2006 im Schloss Charlottenburg in Berlin der Startschuss gegeben wurde. Die DIK hatte sich ambitionierte Ziele gesteckt. Es geht nicht nur darum, generell mehr Wissen und Verständnis untereinander zu erreichen, um Vorurteile und Missverständnisse abzubauen. Auf der Agenda standen und stehen bis heute auch ganz konkrete Projekte, um zum Beispiel die Integration junger Muslime in der Schule oder im Berufs- und Arbeitsleben zu verbessern. Vier Arbeitsgruppen beackern seither diese Themenfelder: "Deutsche Gesellschaftsordnung und Wertekonsens", "Religionsfragen im deutschen Verfassungsverständnis", "Wirtschaft und Medien als Brücke", "Sicherheit und Islamismus".
Schäubles Ansinnen war es auch, einen "Ansprechpartner" auf muslimischer Seite herauszubilden, mit dem der Staat Dinge wie Islamunterricht an Schulen, Ausbildung von Imamen und den Moscheebau verhandeln kann. Seine Hoffnung: So werde sich vielleicht ein "europäischer Islam" herausmendeln, der eines Tages mit dem Fundamentalismus arabischer Herkunft nichts mehr zu tun hat und uneingeschränkt in der Demokratie heimisch werden kann.
Ein gutes Stück vorangekommen?
Kein leichtes Unterfangen bei der Mannschaftsaufstellung. Den traditionell denkenden Verbänden - Zentralrat der Muslime, der Moscheeverband VIKZ, die türkisch gesteuerte Ditib oder der Islamrat, von der Milli Görüs dominiert - saßen mit Necla Kelek säkulare Frauenrechtlerinnen gegenüber, die den männerlastigen Verbänden ununterbrochen Paroli boten.
Schäuble glaubt, die Runde sei trotz aller Schwierigkeiten ein gutes Stück vorangekommen und habe die integrationspolitische Landschaft positiv verändert. Liberale Muslime halten insofern dagegen, als dass sie den Verbänden noch immer einen Alleinvertretungsanspruch ankreiden bei kleinen Themen mit großer Publikumswirksamkeit; etwa die Teilnahme muslimischer Schüler an Klassenfahrten oder Schwimmunterricht. Für den Innenminister steht gleichwohl fest: "Die Islamkonferenz muss fortgesetzt werden."

23:43
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18:00
http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz/meinung/2009/6/24/news-123623275/detail.html
Lesen Sie den Kommentar von Herrn Hautkapp. Der Dialog mit den Muslimen wird hoffentlich unter Beteiligung des deutschen Bundestages weiter gehen. Und dann wird von nicht-muslimischer Seite hoffentlich endlich mal der Mut aufgebracht, inhaltlich zu argumentieren und zu diskutieren.
17:21
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17:14
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14:02
Nach drei Jahren Gesprächen ist das Verhältnis zwischen Islam und Staat noch längst nicht geklärt.
Das wird auch nicht in 100 Jahren passieren.
13:47
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13:43
Integration junger Muslime
Auch das stand auf der Agenda. Aber, darf das überhaupt auf der Agenda stehen. Nein, natürlich nicht. Gemeint ist auch ganz etwas anderes:
Intergation junger Zuwanderer
Ob dies Muslime sind oder Christen, zum Beispiel aus Rußland, darf doch keine Rolle spielen. Der Staat ist in religiöser Hinsicht neutral. Es gibt um die Intergation von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien. Nicht um deren Religion. Die ist Privatsache.
Das Thema Religionsunterricht haben ja auch nicht islamische Verbände zum Thema gemacht. Die Katholische Bischofskonferenz, genauer die „Dokumentationsleitstelle für christlich-islamische Begegnung, die feststellen, dass der Staat das Thema Islam immer nur als Aspekt der Ausländerpolitik behandelt hat. Im Kern gehe es aber um den Anspruch einer Religionsgemeinschaft auf freie Ausübung und Unterweisung in ihrem eigenen Glauben.
Sicher, da haben beide Religionsgemeinschaften ein gemeinsames Interesse.`
Ist dieses Interesse auch sachlich begründet?
Tatsache ist nur, dass die meisten Zuwanderer Muslime sind und sich hier ein pädagogisches Problem stellt, kein religiöses: Dass diese Kinder die Brüche zwischen traditionellen Lebensmustern einserseits, sowie die Normen einer westlichen Industriegesellschaft andererseits aushalten müssen.
Inwieweit spielt bei der Identitätsfindung die Religion eine Rolle?
Von daher scheint es nur konsequent, wenn Vertreter aus der Islamkonferenz fordern: Die religiösen Verbände sollten draußen bleiben.