Schäuble beruhigt in der Euro-Krise - Experten halten dagegen
25.12.2011 | 14:35 Uhr 2011-12-25T14:35:03+0100
Berlin. Bundesfinanzminister Schäuble blickt positiv in die Zukunft und rät bei der Finanzkrise zu mehr Gelassenheit. Die Finanzmärkte würden sich 2012 wieder beruhigen. Das sehen Wirtschaftsexperten anders. Die Krise sei lange nicht überstanden und könnte weiter eskalieren.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht nach eigenen Worten davon aus, dass sich die Finanzmärkte im kommenden Jahr beruhigen werden. Es werde zwar noch einige "Überraschungen und Aufgeregtheiten geben, aber wir sind in der Lage, das zu managen", sagte der Minister der "Bild am Sonntag". Er rate "zu etwas mehr Gelassenheit". Schäuble zeigte sich zuversichtlich, dass die Investoren künftig wieder in die Euro-Zone vertrauen werden: "Europa ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen der Welt, und die Investoren wollen ihr Geld gewinnbringend anlegen."
Schäuble fordert weiter Finanztransaktionssteuer
Der Finanzminister betonte die Entschlossenheit der Bundesregierung, eine Steuer auf Finanztransaktionen einzuführen. Diese könne die "aberwitzigen Entwicklungen" an den Finanzmärkten zwar vielleicht nicht stoppen, aber zumindest abbremsen. "Ich möchte nicht abwarten, bis eine solche Steuer weltweit eingeführt worden ist. Sonst riskieren wir nicht nur die Stabilität unserer Finanzmärkte und neue Risiken, sondern gefährden die Legitimation des ganzen Systems bei den Bürgern", sagte Schäuble.
Schäuble kritisierte, "derzeit beschäftigen sich die Märkte viel zu stark mit sich selbst, statt die Realwirtschaft zu unterstützen. " Deshalb müsse die Politik das Tempo der Transaktionen entschleunigen. Sollte es keine Einigung in der EU geben, würden sich Deutschland und Frankreich gemeinsam dafür einsetzen, die Finanztransaktion-Steuer zunächst nur in den Euro-Staaten einzuführen. Widerstand gegen die Abgabe gibt es vor allem Großbritannien, das nicht Mitglied der Euro-Zone ist.
Wirtschaftsexperten waren vor weiterer Eskalation
Führende Wirtschaftsforschungsinstitute warnen vor weiteren Gefahren durch die Euro-Schuldenkrise. Der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, mahnte am Sonntag, die Krise sei "noch lange nicht ausgestanden". Vielmehr könne sie sogar "weiter eskalieren".
Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Christoph M. Schmidt, forderte eine zügige Umsetzung der Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels. Man dürfe "aber nicht übersehen, dass die beschlossenen Maßnahmen in erster Linie die langfristigen Rahmenbedingungen verbessern". Dies könne zwar beruhigend auf die aktuelle Lage wirken. Aber die akuten Probleme mancher Staaten seien damit nicht gelöst.
Der RWI-Präsident und "Wirtschaftsweise" fügte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd hinzu: "Der Sachverständigenrat hatte mit dem Schuldentilgungsfonds ein Instrument vorgeschlagen, um auch dieses Problem in den Griff zu bekommen. Die Politik ist dieser Idee leider - zumindest bisher - nicht gefolgt."
Schmidt betonte, die Mehrheit der Ökonomen sei sich einig, "dass Euro-Bonds aufgrund der mit ihnen verbundenen negativen Anreize schädlich wären". Insofern sei die Strategie der Bundesregierung richtig gewesen, auf vertragliche Regeln zu bestehen, die für eine bessere Kontrolle der Finanzpolitik der einzelnen Euro-Länder sorgen.
Der RWI-Präsident fügte hinzu: "Stehen solche Regeln, wird es für die Regierung vielleicht auch einfacher, zum Beispiel die Aufkäufe von Staatspapieren durch die EZB als kurzfristige Notmaßnahmen zu akzeptieren, obwohl sie gegen der Geist des EU-Vertrags verstoßen." Aber die Bundesregierung müsse "den europäischen Partnern gleichzeitig überzeugend signalisieren, dass ihr Beharren auf Prinzipien nicht das ganze europäische Projekt in Gefahr bringt".
HWWI: Euro-Bonds nicht verteufeln
Straubhaar mahnte, man sollte "in Deutschland Euro-Bonds nicht aus ideologischen Gründen verteufeln". Denn es werde "auch in einer Fiskalunion eine gemeinsame Kasse geben, um schwächeren und überschuldeten Ländern Notkredite finanzieren zu können". Ob die gemeinsame Kasse "Rettungsfonds" oder "Euro-Bond" genannt werde, sei "dabei dann nur eine nebensächliche und eher technische Frage".
Nach Ansicht des HWWI-Direktors steht "die Politik vor dem Zielkonflikt, gleichzeitig zu konsolidieren und die Konjunktur nicht abzuwürgen". Straubhaar fügte hinzu: "Schon die bisherigen Sparanstrengungen haben die von der Krise besonders betroffenen Länder in die Rezession geführt." Notwendig seien nun "überzeugende Konsolidierungsstrategien", die das Vertrauen in die Problemlösungsfähigkeit der Politik wieder herstellen und die Finanzmärkte beruhigen.
DIW kritisiert "Hysterie" auf den Finanzmärkten
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet zu Beginn des neuen Jahres einen "leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung" in der Bundesrepublik. Danach dürfte sich die Lage "beruhigen", sagte der DIW-Vorstandsvorsitzende Gert Wagner im dapd-Interview. Voraussetzung dafür sei jedoch, "dass die Politik die Eurokrise schnell in den Griff bekommt".
Wagner kritisierte zugleich, auf den Finanzmärkten sei "nach wie vor sehr viel Irrationalität und Hysterie im Spiel". Es bleibe "zu hoffen, dass alsbald mehr Nüchternheit einkehrt". (dapd/afp)

13:04
Das Wort "Krise" bedeutet auch Krise. Warum spricht man immer davon, wenn es keine gibt, Herr Schäuble? Meinen Sie, die Bürger wären blöd???
07:37
Schaut nach Griechenland und Portugal und zu den anderen Schuldenstaaten...da seht ihr was uns noch bevorsteht...
21:47
Hat er eine Ratingagentur gegründet?
17:51
Wer einmal lügt...
17:16
Schäuble hat - ebenso wie Merkel - die Krise nicht richtig verstanden.
Er und seine Kanzlerin sind zu einem guten Teil selbst Schuld an der Zuspitzung der Krise - durch ihre Inkompetenz und ihre ideologische Verbohrtheit.
09:08
Wenn die Kriese erst mal richtig da ist dann bin ich mal auf das Gejammer dieser Gurkentruppe gespant.
08:10
Ich glaube diesen Leuten kein Wort mehr,die sollen einfach nur noch ihr Maul halten.Der grosse Knall der kommt erst noch,bin mal gespannt,wie diese Verbrecher,uns das verkaufen wollen!!!
07:38
Mir ist es mittlerweile egal, für welchen Mist meine Steuern ausgegeben werden.
Wir können sowieso nichts an der Lage ändern (und wenn man mal was sagt oder sich regt, ist man direkt ein Nationalsozialist).
Die einzigen Währungen, welche im Jahre 2012 noch zählen werden, sind Konservendosen und Gold; ich habe vorgesorgt... :-)
06:08
Laufen nicht schon genug osteuropäische Landsleute in Deutschland herum und bevölkern die Hartz 4 Agenturen, um hier Stütze und Kindergelder abzugreifen damit sie in ihren Heimatländern reich werden können, wir sind doch mit dem Klammerbeutel gepudert das wir sowas zulassen.
Je mehr arme Staaten in die EU kommen, desto schlechter geht es den Armen, in den sogenannten reichen Ländern, wärend die Reichen immer reicher werden.
Die Armen passen sich den unteren Durchschnitt an, die Reichen aber eben nicht, die profitieren von neuen Wirtschaftsräumen, so ist das !!
19:49
Schäuble, du lügst ...