Schadenfreude in Brüssel

Brüssel..  In Brüssel wird die Draghi-Offensive schon seit Wochen eifrig diskutiert. Vielfach mit Schadenfreude darüber, dass der Italiener im Schutze der Unabhängigkeit der EZB eine Linie verfolgt, die den deutschen Schulmeistern mit ihrer harten Sparpolitik nicht behagt.

Italiens Premier Matteo Renzi hatte schon vor der EZB-Entscheidung verkündet, Draghi werde „ein Zeichen setzen, dass Europa wirtschaftlich in eine neue Richtung geht“. Beifall bekam Draghi auch von den Sozialdemokraten im EU-Parlament. Er sorge für die Investitionsanreize, die bei der einseitigen Kürzungspolitik auf der Strecke geblieben seien, lobte der Chef der Europa-SPD, Udo Bullmann.

Ähnlich die Grünen: Draghi müsse „den Ausputzer für die tatenlosen Euroländer spielen“, so Finanzexperte Sven Giegold.

CSU-Mann Markus Ferber dagegen sagte, es werde „Kosmetik betrieben, die die Probleme in Frankreich und Italien verdeckt“.