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Todesstrafe

Saudi-arabische Regierung verteidigt die Massenhinrichtung

02.01.2016 | 16:52 Uhr
Saudi-arabische Regierung verteidigt die Massenhinrichtung
In Bahrain protestierten Menschen gegen die Hinrichtungen in Saudi-Arabien. Sie zeigten dabei Bilder des hingerichteten schiitischen Geistlichen Scheich Nimr al-Nimr. Foto: dpa

Riad.  Saudi Arabien hat 47 Todesurteile vollstreckt. Unter den Getöteten ist auch ein Geistlicher. Die Saudis verteidigen die Hinrichtungen.

Saudi-Arabien hat 47 Menschen hingerichtet. Wie die offizielle saudische Nachrichtenagentur SPA meldete, wurden die Todesstrafen am Samstag wegen Terrorismus und Anstiftung zur Gewalt vollstreckt.

Nach einem Bericht des Nachrichtensenders Al-Arabija wurde auch der inhaftierte schiitischen Geistliche Scheich Nimr al-Nimr hingerichtet. Ihm war Ungehorsam gegenüber dem Herrscherhaus vorgeworfen worden. Der Aktivist war für seine Unterstützung friedlichen Protests bekannt. Inspiriert von den arabischen Aufständen hatten Angehörige der schiitischen Minderheit in der saudischen Ost-Provinz ab 2011 Demonstrationen gegen Diskriminierung organisiert.

„Sie folgten den Fußstapfen des Teufels“

Die saudischen Machthaber verteidigten die Massenhinrichtung. „Diese Gruppe folgte den Fußstapfen des Teufels. Durch ihre terroristischen Taten ist unschuldiges Blut vergossen worden mit dem Ziel, die Stabilität in diesem Land zu erschüttern“, heißt es laut SPA in einer Stellungnahme des Innenministeriums in Riad vom Samstag.

Die Bundesregierung kritisierte die Hinrichtungen und zeigte sich besorgt über die dadurch wachsenden Spannungen in der Region. „Entsetzt durch Berichte über die jüngsten Exekutionen in Saudi-Arabien“, erklärte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, am Samstag über Twitter.

Bundesregierung fürchtet neue Spannungen in der Region

Im Auswärtigen Amt hieß es dazu, die Hinrichtung Nimrs „verstärkt unsere bestehenden Sorgen über zunehmende Spannungen und sich vertiefende Gräben in der Region“. Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran ringen um die Vormachtstellung in der Region. Ein Schauplatz ist der Krieg im Jemen, wo Saudi-Arabien eine Allianz sunnitischer Staaten anführt, die die Regierung im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützt. Auch im Syrien-Konflikt vertreten die beiden Regionalmächte unterschiedliche Interessen.

Entsprechend kam auch aus dem Iran Protest gegen die Hinrichtung Nimr al-Nimrs. Dazu sei der saudi-arabische Geschäftsträger in Teheran einbestellt worden, berichtete das Staatsfernsehen am Samstag. In der heiligen Stadt Ghom gingen Studenten der Theologischen Hochschule auf die Straße, um gegen die Exekution Nimrs zu demonstrieren.

Saudis vollstreckten 2015 mindestens 151 Todesurteile

Saudi-Arabien hatte 2015 laut Menschenrechtlern so viel Todesurteile vollstreckt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Von Januar bis November waren demnach mindestens 151 Menschen hingerichtet worden, wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mitteilte. Im gesamten Jahr 2014 waren laut Amnesty 90 Menschen hingerichtet worden.

Der Anstieg der Zahl von Hinrichtungen geht einher mit der Machtübernahme von König Salman. Er war Ende Januar nach dem Tod seines Vorgängers Abdullah auf den Thron gestiegen. Amnesty kritisierte, Saudi-Arabien setze das Todesurteil auch als politisches Instrument gegen die schiitische Minderheit ein. (dpa)

Kommentare
02.01.2016
16:53
Saudi-arabische Regierung verteidigt die Massenhinrichtung
von Moderation | #9

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2016-01-02 16:52
Politik