Saudi-Arabien bricht Wirtschaftsbeziehungen zum Iran ab

Saudi-Arabien hat angekündigt alle diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran abzubrechen. Auslöser waren heftige Proteste im Iran, nachdem Saudi-Arabien den schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimrhingerichtet hatte.
Saudi-Arabien hat angekündigt alle diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran abzubrechen. Auslöser waren heftige Proteste im Iran, nachdem Saudi-Arabien den schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimrhingerichtet hatte.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Keine Handelsbeziehungen mehr, keine Passagierflüge in den Iran: Die saudische Regierung in Riad ergreift weitere Sanktionsmaßnahmen.

Riad..  Der nächste Schritt der Eskalation: Saudi-Arabien kappt nach den Worten von Außenminister Adel al-Dschubeir alle Handelsbeziehungen mit dem Iran. Außerdem werde der Flugverkehr zwischen beiden Staaten eingestellt, sagte Dschubeir am Montag laut der Nachrichtenagentur Reuters. Saudische Bürger dürften auch nicht mehr in den Iran reisen. Iranische Pilger seien allerdings nach wie vor willkommen, die heiligen Stätten in Mekka und Medina zu besuchen. Der Iran müsse sich wie ein normales Land verhalten und internationale Normen respektieren, bevor die Beziehungen zu dem Land wieder normalisiert werden könnten, sagte er.

Saudi-Arabien hatte nach der Erstürmung seiner Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran die diplomatischen Beziehungen zu dem rivalisierenden Golfstaat abgebrochen. Die Proteste im Iran waren durch die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr im sunnitischen Saudi-Arabien ausgelöst worden. Auch die sunnitischen Staaten Bahrain und der Sudan hatten ihre Botschafter aus dem Iran abgezogen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten ihre diplomatischen Beziehungen zu Teheran auf das Notwendige herabgestuft, aber nicht ganz gekappt.

Auswärtiges Amt spricht von schlechtem Signal

Regierungssprecher Steffen Seibert sowie der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, riefen Saudi-Arabien und den Iran zuvor bereits zum Dialog auf. Die Beziehungen der beiden konkurrierenden Regionalmächte – „so konfliktreich sie sind“ – seien von grundlegender Bedeutung für die Lösung der Krisen in Syrien und im Jemen sowie für die Stabilität im Mittleren Osten, erklärte Schäfer. Es wäre ein extrem schlechtes Signal, wenn Riad und Teheran diese Spannungen nutzten, um Stellvertreterkriege auszuweiten oder aufzubauen, sagte der Außenamtssprecher. (rtr/dpa)