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"Sandy" könnte Obamas entscheidender Wahlhelfer werden

30.10.2012 | 16:10 Uhr
Wem nützt "Sandy" bei der Wahl? Obama lässt sich vom Krisenstab über die aktuellen Entwicklungen des Wirbelsturms informieren.

Washington.   „Sandy“ kann dem Präsidenten bei der Wahl nützen – wenn die jetzt einsetzende Nothilfe funktioniert. Mitt Romney bleiben nur tröstende Worte. Jedes falsche Wort in diesen Tagen zu „Sandy“ und den Folgen könne als „durchsichtiges Wahlkampfmanöver“ des Republikaners gewertet werden.

Wenn Barack Obama am 6. November wieder ins Weiße Haus gewählt werden sollte, dann könnte der Jahrhundert-Sturm „Sandy“ für den entscheidenden Rückenwind gesorgt haben. Das gewaltige Unwetter, das seit Montag seine Wut an weiten Teilen des Nordostens der Vereinigten Staaten auslässt, ist für den Amtsinhaber nach Ansicht vieler amerikanischer Medien eine Bewährungsprobe, die angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens mit Herausforderer Mitt Romney durchaus die Wahl entscheiden kann.

Viel Lob für Obamas Krisenmanagement

Das Magazin „Politico“ bilanzierte die Einflussfaktoren am Dienstag so: Macht sich Obama bei den anstehenden Aufräumungsarbeiten das Wetter und die darunter leidenden Menschen zum Feind, ist er „weg vom Fenster“. Beweist er sich entschlossen als Krisen-Manager, der den betroffenen Bundesstaaten unbürokratisch die nötige Hilfe angedeihen lässt und als ruhender Pol in der Katastrophe wirkt, könnte das „die entscheidenden Stimmen bringen“.

Obama hat den Ernst der Lage früh erkannt . Bereits am Montag strich der Präsident den Wahlkampf von der Tagesordnung und schaltete in den Kümmerer-Modus. Die Wahl sei jetzt zweitrangig, sagte er sinngemäß vor laufender Kamera, die betroffenen Menschen gingen nun über alles. Regelmäßigen Unterrichtungen durch Experten folgte eine staatsmännische Ansprache, in der Obama seine Landsleute auf schwierige Zeiten einstimmte, die man gleichwohl gemeinsam durchstehen werde.

Republikaner lobt Präsident Barack Obama

Video
New York, 30.10.12: Während des Supersturms "Sandy" ist in der Nacht zu Dienstag im Stadtteil Queens ein Großbrand ausgebrochen – mindestens 50 Häuser sollen in Flammen aufgegangen sein. Auch die anderen Ostküsten-Regionen melden große Sturmschäden.

In Telefonaten mit den Gouverneuren der am meisten in Mitleidenschaft gezogenen Ostküsten-Staaten demonstrierte der Präsident Präsenz und unaufgesetzte Anteilnahme. So überzeugend, dass ausgerechnet der einflussreiche republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, das Engagement Barack Obamas am Dienstag als „absolut herausragend“ bezeichnete und sich öffentlich bedankte. Dem Vernehmen nach zum Missfallen der Wahlkampagne von Mitt Romney, die sich etwas weniger Applaus für den Amtsinhaber gewünscht hätte.

Für Romney stellt sich die Katastrophe „grundlegend anders“ dar, schreibt das konservative „Wall Street Journal“. Jedes falsche Wort in diesen Tagen zu „Sandy“ und den Folgen könne als „durchsichtiges Wahlkampfmanöver“ gewertet werden. Anders als Obama, der die mit gut gefüllten Fonds ausgestattete amerikanische Katastrophenschutzbehörde Fema in Gang setzen kann, hat Romney nichts zu verteilen – außer Trost.

Spendensammel-Aktion für Sandy-Geschädigte

Wirbelsturm
"Sandy" verwüstet die USA - Mindestens 39 Tote

Megasturm "Sandy" hat in den USA mindestens 39 Todesopfer gefordert, Millionen Menschen sind ohne Strom. In New Jersey ließen Wassermassen einen Damm brechen, drei Kleinstädte wurden überschwemmt. Auch Teile New Yorks stehen unter Wasser, bei einem Brand in Queens wurden mehr als 50 Häuser zerstört.

Zumal der Republikaner eben jene Fema vor kurzem noch auflösen und die Zuständigkeit für die Katastrophenhilfe den Bundesstaaten überlassen wollte; aus Sicht von Fachleuten „großer Unsinn“. „Unsere Gedanken und Gebete sind mit denen, die sich in Gefahr befinden werden“, sagte Romney zurückhaltend, nahm in Ohio an einer Spendensammel-Aktion für Sandy-Geschädigte teil und wartete ansonsten auf die fürs Wochenende angekündigte Wetterbesserung.

Obama dagegen versuchte auch Dienstag, einen klaren Kontrast zu seinem Vorgänger George W. Bush zu ziehen, der 2005 bei der Hurrikan-Katastrophe Katrina in New Orleans durch Zaudern und Zögern „jämmerlich versagte“ (New York Times). In internen Briefings und öffentlichen Konferenzen inszenierte sich der Präsident laut „Washington Post“ als „oberster Katastrophenschützer“.

Mitt Romney könnte zum Edmund Stoiber der USA werden

Dass die Wirkung solcher Bilder in Wahlkampfzeiten nicht hoch genug einzuschätzen sind, weiß man auch in Deutschland nur zu gut. Das Hochwasserdrama im Sommer 2002 gab Gerhard Schröder, dessen Popularität stark zurückgegangen war, die Gelegenheit, sich als Politiker der Tat zu beweisen.

Sandy: Szenen der Verwüstung

Die Bilder vom Bundeskanzler in Gummistiefeln auf durchweichten Deichen sagten mehr als tausend Worte in Wahlkampfreden. Edmund Stoiber kam zu spät. Ist Mitt Romney Amerikas Stoiber?

Dirk Hautkapp


Kommentare
31.10.2012
17:11
Personenkult
von feierabend | #6

Präsidentenwahlen und alle Präsidenten dieser Welt bedeuten Personenkult. So wie früher Könige - nur das sie gewählt werden müssen und von verhältnismäßig kurzer Dauer herrschen, sein, im Besten Fall regieren dürfen. Mr.Obama ist ohne Zweifel ein schnuckelige superintelligente Person - dennoch betreibt auch er Personenkult. Ein lupenreine Demokratie müsste ohne auskommen - nunja, haben wir nicht, auch die Amis nicht. Wir und die haben Kapitalismus - das ist etwas anderes. Kapitalismus mit teurem aufwendigem Personenkult und der Ideologie der Demokratie - das ist etwas anderes aus wenn eine Republik demokratisch zusammenlebt mit der Ideologie des Kapitalismus. Mr,Obama bleib uns bitte erhalten, hübsch gesund und so - und noch eine Bitte: mach die Welt etwas spannender, etwas erträglicher, ein wenig sonniger und sorgenfreier, gib uns Hoffnung auf eine gute, friedliche Zivilisation und - Change! Wir kennen das alles schon, Filme, RocknRoll, Sex und Drugs und Diktaturen!

31.10.2012
03:44
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Name von Moderation entfernt | #5

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31.10.2012
01:41
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Name von Moderation entfernt | #4

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31.10.2012
00:43
Vorteil und Fluch zugleich
von vaikl2 | #3

Obamas Vorteil in der jetzigen Wahlschlacht ist die überalterte Struktur der Stromversorgung, der Kanalisation und des ÖPNV in den ach-so-reichen Ostküsten-Metropolen. Da lässt sich prima "oberster Krisenbewältiger" spielen.

Obamas Fluch wird sein, dass es in seiner letzten und auch in einer potentiell neuen Amtszeit keine staatlichen Programme und Mittel gab und geben wird, die solche dramatischen Auswirkungen zumindest teilweise eindämmen könnten.

30.10.2012
23:28
Romney
von Hugo60 | #2

könnte nicht, er ist der Edmund Stoiber der USA.

30.10.2012
17:53
Stürmisch
von wohlzufrieden | #1

Wenn die Flut schon den Lupenreinen Gasmann Gert an der Macht hielt, warum dann nicht auch einen Drittklassigen Schauspieler?

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