Samenspende: Kinder haben Recht auf Auskunft

Karlsruhe.  . Kinder haben grundsätzlich ein Recht darauf, frühzeitig den Namen ihres biologischen Vaters zu erfahren. „Ein bestimmtes Mindestalter des Kindes ist dafür nicht erforderlich“, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) gestern in Karlsruhe.

Wenn Eltern diesen Anspruch als gesetzliche Vertreter geltend machen, setze dies voraus, dass sie die Auskunft für die Information des Kindes verlangen. Auch müssten die Interessen des Kindes schwerer wiegen als die des Samenspenders.

Im vorliegenden Fall hatten zwei Schwestern aus der Nähe von Hannover Auskunft von einer Reproduktionsklinik verlangt. Das Landgericht Hannover lehnte diesen Anspruch aber ab. Es hielt die Mädchen, die inzwischen 12 und 17 Jahre alt sind, für zu jung.

Der BGH hob diese Entscheidung nun auf und verwies den Fall mit dem deutlichen Fingerzeig nach Hannover zurück.

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1989 hat jeder das Recht auf Kenntnis seiner Herkunft. Strittig war in diesem Fall allerdings, ob das auch schon für Kinder gilt. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa 100 000 Kinder, die mit einer Samenspende gezeugt wurden.