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Samaras bringt keine Zusagen aus Europa mit nach Hause

26.08.2012 | 14:31 Uhr
Foto: /AP/Michel Euler

Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras bringt nach seiner Europareise keine guten Nachrichten mit nach Athen: Er erhielt bei seinen Gesprächen mit Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Staatspräsidenten François Hollande keine Zusagen für eine Lockerung der Sparauflagen für Griechenland.

Paris (dapd). Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras bringt nach seiner Europareise keine guten Nachrichten mit nach Athen: Er erhielt bei seinen Gesprächen mit Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Staatspräsidenten François Hollande keine Zusagen für eine Lockerung der Sparauflagen für Griechenland. Hollande erklärte nach einem Treffen mit Samaras am Samstag in Paris, vor seiner solchen Entscheidung müsse der Troika-Bericht abgewartet werden. Dieser wird auf einem EU-Gipfel im Oktober vorgestellt.

"Für mich sollte die Frage nicht mehr gestellt werden: Griechenland ist in der Eurozone", sagte Hollande nach dem Gespräch mit Samaras. Griechenland müsse die Glaubwürdigkeit seines Programms und die Bereitschaft der Regierung demonstrieren, alles zu tun. Das griechische Volk habe in den vergangenen zwei Jahren schmerzhafte Bemühungen unternommen, lobte der französische Staatspräsident.

Athen will Zusagen einhalten

Samaras verwies auf den anhaltenden Druck der Finanzmärkte auf sein Land. "Einige spekulieren gegen Griechenland", erklärte er. Sie glaubten, dass Griechenland nicht durchhalten werde und nicht in der Eurozone bleibe könne. "Ich bin heute hier, um zu sagen, dass es durchhalten wird, dass es in der Eurozone bleiben wird", sagte Samaras. "Ich glaube auch, dass wir unsere Verpflichtungen erfüllen können, unser Defizit zu reduzieren, unsere Schulden zu reduzieren und die begonnenen Strukturreformen umzusetzen."

Am Freitag hatte Samaras in Berlin mit Bundeskanzlerin Merkel gesprochen. Auch sie hatte erklärt, vor einer Entscheidung über einen Aufschub müsse der Bericht der Experten von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank abgewartet werden.

Rückzahlung aller Kredite versprochen

Samaras will Zeit gewinnen, um die Reformen umzusetzen, die eine Bedingung für die Zahlungen aus dem Rettungspaket sind. Derzeit müssen die Reformen bis Mitte 2014 abgeschlossen sein. Er versprach, sein Land werde alle Kredite zurückzahlen und die geplanten Reformen umsetzen, forderte allerdings zwei Jahre Aufschub bis 2016.

Nach dem Treffen mit Samaras am Mittwoch in Athen erklärte Juncker, Griechenland könne nur dann mehr Zeit beim Erreichen der Sparziele erhalten, wenn das Land die ihm auferlegten Reformen auch verlässlich umsetze. Dies könne erst entschieden werden, wenn der Troika-Bericht vorliege.

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dapd

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