Salafisten in NRW tarnen sich als Flüchtlingshelfer

Was wir bereits wissen
Mehrere Vereine im Land stehen im Verdacht, junge Muslime für den Kampf der Islamisten im Nahen Osten zu werben. Sicherheitskräfte haben ihre Aktivitäten im Blick.

Düsseldorf..  Der NRW-Verfassungsschutz warnt vor Organisationen der Flüchtlingshilfe, die mit der Sala­fisten-Szene eng verwoben sind. ­Einzelne Vereine stehen im Verdacht, zur Radikalisierung junger Muslime beizutragen und neue Kämpfer für Syrien zu rekrutieren.

Aufgrund der „klaren Bezüge zur salafistischen Szene“ wird der Verein „Helfen in Not“ mit Sitz in Neuss nach Angaben von NRW-Innen­minister Ralf Jäger (SPD) als extremistisch eingestuft.

Dort treten ­regelmäßig in der salafistischen ­Szene fest verwurzelte Akteure auf. Der Verein führt Hilfskonvois mit medizinischen Gütern und Kleidung nach Syrien durch.

Werbung für Hilfsprojekte und Koran-Verteilung

In der Antwort auf eine CDU-Anfrage wies Jäger auch auf Erkenntnisse der Verfassungsschützer über den Düsseldorfer Verein „Ansaar Düsseldorf e.V.“ hin. Vordergründig unterstütze der Verein Hilfsprojekte für Muslime weltweit. Bundesweit würden Spenden gesammelt, Werbeaktionen durchgeführt und im Internet geworden. Zudem treten Mit­glieder regelmäßig an Info-Ständen zum Islam und bei der Verteilung des Koran in Erscheinung.

Auch der Verein „Medizin ohne Grenzen e.V.“ mit Sitz in St.Augustin wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Mitglieder könnten der salafistischen Szene in Bonn zugeordnet werden, erklärte Jäger. Der Verein sammle Hilfsgüter und Kranken­wagen für „vordergründig humani­täre Zwecke in Syrien“. Der Verfassungsschutz beobachtet die Vereine intensiv und prüft, „ob vereinsrechtliche sowie strafrechtliche und ordnungsbehördliche Maßnahmen zielführend umgesetzt werden können“.