S-Bahnen bald im 15-Minuten-Takt

Dortmund..  Revolution im Nahverkehr des Ruhrgebiets: Ab 2019 sollen die wichtigsten S-Bahn-Linien im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) in den Hauptverkehrszeiten nicht mehr wie bisher nur alle 20 Minuten, sondern im 15-Minuten-Rhythmus fahren. Das beschloss der VRR-Verwaltungsrat gestern auf einer Sondersitzung.

Von der Umstellung erhofft sich der Verkehrsverbund ein deutliches Plus bei den Fahrgastzahlen und Mehreinnahmen in Millionenhöhe. Aus Sicht des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“ ist der Systemwechsel die bedeutendste Umwälzung im ÖPNV der Region seit Jahrzehnten.

Nach dem neuen Konzept können Berufspendler bald auf der zentralen S 1-Linie Dortmund – Essen aus vier Verbindungen pro Stunde auswählen, nicht mehr wie bisher aus nur drei. Im Gegenzug soll in verkehrsärmeren Zeiten und auf weniger frequentierten Strecken wie etwa der S 9 (Essen – Hattingen) auf einen 30-Minuten-Takt umgestellt werden. Damit will der VRR flexibler auf das Fahrgastaufkommen reagieren. Prognosen zufolge soll die Verdichtung der Takte in den Stoßzeiten die Kapazität um eine Drittel erhöhen.

Laut VRR-Angaben profitieren Fahrgäste zudem von neuen Direktverbindungen, beispielsweise zwei neuen S-Bahn-Linien in Dortmund und einer Reaktivierung der Hertener Bahn (Recklinghausen – Herten – Gladbeck – Bottrop – Essen – Wuppertal). Die Taktumstellung soll auch die Nord-Süd-Trassen stärken. Abgestimmt ist die Umstellung vom derzeitigen 20-Minuten- auf den 15/30-Minuten-Takt auch auf den ab 2018 anrollenden Rhein-Ruhr-Express (RRX). In Kraft treten soll das neue System zum Fahrplanwechsel im Dezember 2019.

Kopfzerbrechen bereitet das neue S-Bahn-Konzept den kommunalen Nahverkehrsbetrieben. Sie fürchten Zusatzkosten in Millionenhöhe, weil der Taktwechsel die Fahrpläne der eigenen Busse und Stadtbahnen durcheinanderwirbelt. Für eine Übergangszeit von fünf Jahren will der VRR den Betrieben daher jährlich drei Millionen Euro zur Verfügung stellen. Betreibern wie den Dortmunder Stadtwerken ist das zu wenig. Allein Dortmund rechnet mit Folgekosten von über fünf Millionen Euro im Jahr.

Ausdrücklich begrüßt werden die VRR-Pläne von „Pro Bahn“. Die Fahrgastprognosen für das neue Konzept seien ausgesprochen positiv, sagte dessen Sprecher Lothar Ebbers der WR.