RWE-Chef setzt sich durch: Kommunen gehen leer aus

RWE-Zentrale in Essen: Den beteiligten Revier-Kommunen entgehen Millionen.
RWE-Zentrale in Essen: Den beteiligten Revier-Kommunen entgehen Millionen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die großen Revier-Städte müssen doch auf Millionen verzichten: Der RWE-Aufsichtsrat hat den Verzicht auf die Ausschüttung einer Dividende beschlossen.

Essen.. Ruhrgebietsstädte wie Dortmund, Bochum, Essen und Mülheim müssen auf Millionen verzichten. Der Aufsichtsrat des Energieversorgers RWE beschloss am Donnerstag, auf die Ausschüttung einer Dividende für 2015 zu verzichten. Nach Angaben des Konzerns fiel die Entscheidung einstimmig aus – also mit den Stimmen der vier Aufseher, die die Kommunen entsenden.

Städte halten knapp 24 Prozent der RWE-Anteile

Damit setzte sich RWE-Chef Peter Terium gegen den heftigen Widerstand der Städte durch, die knapp 24 Prozent der Anteile am Unternehmen halten. Sie hatten zuletzt damit gedroht, Terium bei der Hauptversammlung am 20. April die Entlastung zu verweigern. Durch den Verzicht auf die Ausschüttung spart der kriselnde Energiekonzern 600 Millionen Euro ein.

RWE Terium geht gestärkt aus dem Konflikt mit den Kommunen hervor. Der Aufsichtsrat gab am Donnerstag grünes Licht, dass der Niederländer die alte RWE AG und die neue Ökostromtochter, die zum 1. April an den Start gehen soll, zunächst in Personalunion führt. Angaben zu genauen Zeitplanungen machte das Unternehmen nicht. In einer Erklärung heißt es lediglich, dass Terium das Doppelmandat „bis zum erfolgreichen Börsengang der Gesellschaft“ wahrnehmen werde. Damit gerechnet wird Ende 2016.

Bis zu 50 Prozent des neuen Unternehmens, das unter dem vorläufigen Namen RWE International SE ins Handelsregister eingetragen werden soll, will die RWE AG an die Börse bringen. Der Name der Ökostrom-Tochter soll nach Konzernangaben im Laufe des März gefunden werden. In der Gesellschaft, in der die zukunftsträchtigen RWE-Geschäftsfelder gebündelt sind, werden zwei Drittel der rund 60 000 Mitarbeiter beschäftigt sein. Sie soll von Peter Terium, Bernhard Günther (Finanzen), Uwe Tigges (Personal), Martin Herrmann, Hans Bünting und Hildegard Müller geführt werden.

Städte wollen Sitze im Aufsichtsrat der Ökostrom-Tochter

An der Spitze der alten RWE werden nach dem Willen des Aufsichtsrats der bisherige Vize-Chef Rolf Martin Schmitz und Markus Krebber stehen. Schmitz’ Vertrag wurde um eineinhalb Jahre bis Mitte 2021 verlängert.

Um ihren Einfluss auf die Ökostrom-Tochter zu sichern, fordern die Kommunen Sitze in deren Aufsichtsrat. Das war aber gestern kein Thema.