Russland setzt nach weiterem Absturz Flüge mit Bombern aus

Bedrohlich, aber möglicherweise altersschwach: eine Tu-95 der russischen Luftwaffe.
Bedrohlich, aber möglicherweise altersschwach: eine Tu-95 der russischen Luftwaffe.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Seit Monaten lässt Russland seine alten Langstreckenbomber auch über Europa fliegen. Jetzt ist ein Exemplar nahe der chinesischen Grenze abgestürzt.

Moskau.. Nach einem kompletten Triebwerksversagen ist ein russischer Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-95MS bei Chabarowsk nahe der chinesischen Grenze abgestürzt. Die Turboprop-Maschine habe keine Munition an Bord gehabt, und die etwa siebenköpfige Besatzung habe sich per Fallschirm retten können, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstag mit.

Russland Das mehr als 20 Jahre alte Flugzeug zerschellte demnach rund 8000 Kilometer östlich von Moskau auf unbewohntem Gebiet und zerstörte bei der Explosion ein Waldstück. Es war der sechste Absturz einer russischen Militärmaschine seit Anfang Juni. Experten fordern seit langem, ältere Technik in der russischen Armee auszumustern.

Ersten Erkenntnissen nach sorgte ein Defekt in der Treibstoffleitung für das Aussetzen der Triebwerke. Rettungskräfte machten sich nach dem Absturz auf die Suche nach der Besatzung. Der Agentur Interfax zufolge verbot das Verteidigungsministerium bis auf weiteres Flüge mit Maschinen vom Typ Tu-95 (Nato-Code: Bear). Laut Berichten verfügt die russische Luftwaffe über etwa 60 solcher Bomber.

Im vergangenen Jahr intensivierte die russische Luftwaffe die Flüge mit den Maschinen über Nord- und Westeuropa, was nicht nur Erinnerungen an die Zeit des Kalten Ktrieges weckte - sondern auch immer wieder zu Begegnungen mit Nato-Abfangjägern führte. (dpa)