Russische Jets sollen deutsche Tornados in Syrien verfolgen

Deutsche Tornados begegnen im syrischen Luftraum wohl öfters russischen Jagdflugzeugen.
Deutsche Tornados begegnen im syrischen Luftraum wohl öfters russischen Jagdflugzeugen.
Foto: REUTERS
Was wir bereits wissen
Laut einem Medienbericht begleiten russische Flugzeuge deutsche Tornado-Jets in Syrien. Ein Generalleutnant sieht darin eine politische Demonstration.

Berlin.. Die deutschen Tornado-Aufklärer werden bei ihren Einsätzen im Luftraum über Syrien von russischen Jagdflugzeugen begleitet. Das bestätigte Generalleutnant Joachim Wundrak, Kommandeur des Zentrums Luftoperationen der Bundeswehr, der „Rheinischen Post“ („RP“).

Wundrak betonte, dass die Begegnungen professionell ablaufen würden. Es hätte bisher keine Zwischenfälle gegeben. So seien die Tornados nicht das Ziel eines Abfangmanövers oder würden aus dem syrischen Luftraum abgedrängt werden. Der Generalleutnant sagte der „RP“, die „Moskauer Begleitaktionen“ seien eine politische Demonstration. So würden die russischen Einheiten demonstrieren wollen, dass sie „im Gegensatz zu der internationalen Anti-IS-Koalition auf Einladung der legitimen syrischen Regierung unterwegs sind“. Auch die Luftwaffe der Assad-Regierung sei wieder sehr aktiv.

Kanzlerin Merkel fordert Flugverbotszone

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Schutz von Flüchtlingen in Syrien eine Zone gefordert, in der keine Luftangriffe mehr geflogen werden dürfen. „In der jetzigen Situation wäre es hilfreich, wenn es dort ein Gebiet gäbe, auf das keine der Kriegsparteien Angriffe fliegt – also eine Art Flugverbotszone“, sagte Merkel in einem Interview der „Stuttgarter Zeitung“ (Dienstagsausgabe). „Wenn es gelänge, zwischen der Anti-Assad-Koalition und den Assad-Unterstützern eine solche Vereinbarung zu treffen, wäre das hilfreich.“ Mit IS-Terroristen seien aber keine Verhandlungen möglich. Bisher hatte die Bundesregierung von der Türkei geforderte Schutzzonen für Flüchtlinge in Syrien abgelehnt.

Sicherheitskonferenz Die Kanzlerin warf Russland vor, mit den Luftangriffen auf die Region um Aleppo die Lage noch komplizierter zu machen. Zugleich äußerte sie Verständnis für die Haltung der türkischen Regierung. Über sechs Millionen Syrer seien schon jetzt Flüchtlinge im eigenen Land. „Da habe ich durchaus Verständnis für türkische Politiker, die uns vorhalten, dass wir Europäer ihnen nicht einerseits erklären können, keine Flüchtlinge in Europa aufzunehmen, und sie andererseits auffordern, ihre türkische Grenze für weitere notleidende syrische Flüchtlinge zu öffnen.“ (jha/rtr)