Runter von der Abschussliste: Paintball bleibt legal
14.05.2009 | 23:55 Uhr 2009-05-14T23:55:00+0200
Berlin. Das geplante Verbot des Ballerspiels ist erst mal vom Tisch: Die SPD ruderte bei dem Thema zurück, weil der politische Gegendruck aus Verbänden und Gesellschaft erheblich war. Nun wird allenfalls noch über Auflagen nachgedacht.
Wolfgang Bosbach hatte nach eigenen Worten schon beim Abschluss der entscheidenden Koalitionsrunde über die Verschärfung des Waffenrechts so ein komisches Gefühl. `Ich wusste, der fällt wieder um", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Fraktion gestern im WAZ-Gespräch und meinte damit die Haltung des von ihm ansonsten geschätzten innenpolitischen SPD-Experten Dieter Wiefelspütz in der strittigen Angelegenheit `Paintball". Bosbach sollte sich nicht irren.
"Spielen mit Tötungs- und Verletzungssimulation"
Das von den Koalitionären nach mühseligen Debatten in den Gesetzentwurf hineinverhandelte Verbot von `Spielen mit Tötungs- und Verletzungssimulation" (O-Ton Justizministerium), die nach einem Übergangszeitraum künftig mit Bußgeldern bis zu 5000 Euro geahndet werden sollten, ist bereits wieder gegenstandslos.
Paintball, manchmal auch Gotcha genannt, ein vielerorts beliebtes Baller-Spiel, bei dem Freizeitschützen oder in eigenen Ligen organisierte Anhänger mit Farbmunition in Luftdruckwaffen aufeinander Jagd machen, wird im Gefolge der Konsequenzen aus dem Amoklauf von Winnenden nun doch nicht gesetzlich geregelt. "Das Verbot ist vom Tisch", sagte Wiefelspütz gestern der WAZ. Allenfalls könne mit Hilfe von Gutachtern in einem sorgfältigen Abwägungsprozess über Altersbeschränkungen und einige Auflagen nachgedacht werden, die etwa regeln, wie martialisch die Kleidung von Paintballspielern sein darf. Wiefelspütz: `Wenn man wirklich nur eine Fun-Sportart sein will, dann kann man das ja auch dokumentieren."
"Umfallerei der SPD"
Bosbach, persönlich für ein seit 15 Jahren diskutiertes Verbot, führt die "Umfallerei der SPD, die jetzt einen Dominoeffekt auslösen wird", auf den zuletzt erheblichen Gegenwind zurück, der Befürwortern etwa aus beiden Polizeigewerkschaften, anderen Parteien und weiten Teilen der Medien entgegenschlägt. Zwar gebe es auch in der Union etliche, die Paintball eher für eine technisch ambitioniertere Form des Kinderspiels Fangen halten und nicht für eine paramilitärische Tötungssimulation, er selbst, so Bosbach, werde seine Meinung aber nicht einfach aufgeben, `nur weil der Druck von außen größer wird".
Bei "Paintgalaxy", der ersten gewerblichen Paintballanlage in Berlin, sorgte die Nachricht vom Verbot, das nun doch nicht kommt, für Erleichterung: "Bei uns spielen normale Menschen zum Spaß. Mit Amokläufern hat das nichts zu tun. Genauso gut hätten die Politiker den Fechtsport verbieten können", heißt es dort. SPD-Innen-Experte Wiefelspütz hält sich übrigens nicht für einen "Umfaller". Er selbst findet "Paintball" und Artverwandtes "unverändert schlicht sittenwidrig", sagte er der WAZ, aber wenn immer mehr Zweifel aufkommen, ob ein Verbot angemessen sei, dann müsse die Politik auch entsprechend reagieren - und den Finger vom Abzug nehmen.

13:19
Ein hoffnungsvoller Beweis dafür, dass gut organisiertes Vorgehen von Interessengemeinschaften doch gegen die Dummheit von Politikern ankommen kann. Vielleicht ein zukunftsträchtiger Anreiz dafür, sich auch in anderen Bereichen nicht mehr ständig entmündigen, abzocken oder einschränken zu lassen.
12:55
Wann wird Völkerball verboten??!
07:39
Und schon wieder eine Sau, die tot am Dorfrand zusammengebrochen ist. Der Haufen wächst.
23:04
seit wann sind Politiker Experten ?
... die wissen doch von so gut wie nichts was
... holen sich für jeden furz experten, lobbyisten trifft es wohl eher.
das einzigste was die wirklich wissen, ist wann die nächste abstimmung zur Diätenerhöhung ist.
zum Thema Paintball kann ich nur sagen, das es ein Sport ist und alles andere als eine Simulation, schon gar keine Tötungs- oder Verletzungssimulation.
und ich mag mein Jersey =)
22:59
Bosbach, der bescheidene Denker der unChristlichen DU ist verwundert über die Meinung des Volkes???
18:13
Altersbeschränkungen ??
Nochmal für die Politiker die es nicht gerafft haben Paintball ist ab 18.
Martialische Kleidung ??
In Hallen ist das tragen von CAMO-Kleidung verboten, alles andere besteht hauptsächlich aus Schutzkleidung und nem Jersey welches einem Motorcross oder Eishockey_Jersey sehr ähnlich ist.
Man wie blöde denn noch ??
Wenn die Politiker schon zurückrudern, weil die Herren merken wie ungebildet und uninformiert sie tatsächlich sind, dann doch bitte komplett.
Sinngemäß nach Dieter Nuhr: Einfach mal die Fresse halten.
17:30
Na endlich sind unsere Volksverteter schlauer geworden.
Was wäre denn paasiert, würden die Paintballer verboten werden???
Die würden klagen, der Bundesköhler würde eventuell das Gesetz kippen.
Wer weiß das schon.
Aber einens wäre klar gewesen. Kurz hinter der Grenze hätten dann viele neue Vereine aufgemacht. Denn z.b. in Holland ist das nicht verboten.
Und dann wären alle Paintballer nach Holland gefahren. Und was hätte die Regierung dann gemacht???
Reisen nach Holland verboten, oder wie oder was??
Man, in Berlin scheinen nur EXPERTEN zu sitzen...
17:18
@7 könnte leider wahr sein.
16:07
Also meine Stimme ist futsch. Erst recht nach dem hier. Also mit dem ganzen ausgedachten Gehetze gegen Paintballer, Sportschützen und Videospieler kann ich ja noch leben. Rechtsradikale dürfen ja auch auf Demos ihren geistigen Sondermüll verbreiten. Aber die bleiben wenigstens dabei.
Da kann man ja schon nichtmehr von rudern sprechen. Solche Politiker haben keine Ruder. Ich bin mir nichtmal sicher ob die ein Boot haben. Die dümpeln einfach nur mit Schwimmweste im Atlantik und hoffen das Lassie ein Eichhörnchen furzen hört ;p.
Wie verteilen die eigentlich ihr Wahlprogramm? Per E-Mail Newsletter? oder geht alle 30 Minuten eine neue Version in den Druck, weils wieder kehrt marsch heisst?
15:41
Wartet nur ab, irgendwann schaffen die das doch solch einen Blödsinn zu verordnen.