Ruhrbischof lobt die Papst-Enzyklika

Ruhrbischof  Franz-Josef Overbeck begrüßt das Papst-Schreiben.
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck begrüßt das Papst-Schreiben.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
In seiner neuen Enzyklika geißelt Franziskus die Umweltzerstörung und fordert ökologische Umkehr. In Politik und Kirche findet das Rundschreiben an die ganze Welt große Zustimmung. Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck spricht sogar von „Weltverantwortung“.

Essen/Rom..  „Es geht um den Dreiklang Gott – Mensch – Schöpfung, aber auch ganz konkret zum Beispiel um die verschiedenen Zusammenhänge des Klimawandels.“ So erklärt Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck die wichtigsten Themen der Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ („Gelobt seist du“) des Papstes, die am Donnerstag im Vatikan vorgestellt wurde.

„Mit diesem Text stellt sich der Papst einmal mehr in die Tradition seines Namenspatrons, indem er die Weltzusammenhänge betont“, sagte Overbeck und begrüßte damit ausdrücklich die päpstliche Enzyklika. Das Rundschreiben an die ganze Welt behandle nicht nur den reinen Umweltschutz, sondern den Schutz der Schöpfung als Ganzes. Der Papst betone zurecht, „dass sich die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung nicht getrennt voneinander betrachten lassen“, so Overbeck.

In der ersten Enzyklika, die Papst Franziskus alleine geschrieben hat, prangert er unter anderem ein „selbstmörderisches“ Verhalten der Konsum- und Wegwerfgesellschaft an. „Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil, da er unhaltbar ist, nur in Katastrophen enden kann.“ Dabei kritisierte er angesichts des Klimawandels Politik und Wirtschaft scharf. „Auffallend ist die Schwäche der internationalen politischen Reaktion. Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeigt sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen.“ Eine ökologische Umkehr sei notwendig.

Die Enzyklika ist eines der wichtigsten Lehrschreiben der katholischen Kirche und wird auch politisch wahrgenommen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks wertet das Rundschreiben als Ansporn für alle, die sich für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. Der Papst sage, die Klage der Armen müsse ebenso gehört werden wie die Klage der Erde. „Das ist für mich ein ganz zentraler Punkt: Die ökologische Frage und die soziale Frage gehören zusammen“, erklärte die SPD-Politikerin.

Die Risiken tragen die Reichen

Der deutsche Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber befindet sich derzeit in Rom, um als einziger Wissenschaftler an der Seite von Kardinal Peter Turkson über die Folgen der Erderwärmung zu sprechen. „Die Enzyklika ist einzigartig, indem sie zwei Pole zusammenbringt: Glaube und Moral und Forschung und Vernunft“, sagte Schellnhuber. „Nicht die Armen, sondern die Reichen verursachen die größten Risiken für unseren Planeten, und letztendlich für die Menschheit“, erklärte der Wissenschaftler und stimmt dem Papst zu. Gesellschaftliche Pflichten sieht auch Ruhrbischof Overbeck: „Die Enzyklika ist ein starkes Zeichen der Weltverantwortung unserer Weltkirche.“