Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Politik

Rückschlag im Kampf gegen Kinderpornos

02.03.2009 | 21:35 Uhr

Berlin/Bonn. Die von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) für März dieses Jahres angekündigte Sperrung von Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten verschiebt sich auf unbestimmte Zeit. ...

... Grund: Die großen deutschen Internetprovider wollen nicht ohne gesetzliche Grundlage tätig werden.

Noch im Februar war von der Leyen davon ausgegangen, dass kurzfristig Netzsperren gegen Kinderpornos eingerichtet würden. Sie wollte die sieben größten Internetprovider des Landes vertraglich dazu verpflichten. Eine gesetzliche Regelung sollte folgen. Jetzt aber räumte ein Sprecher des Familien-Ministeriums auf Anfrage der WR ein: "Dieses Datum lässt sich nicht halten."

Maritta Strasser, Sprecherin des Verbandes der deutschen Internet-Wirtschaft eco, bestätigt das. "Es gibt noch keine Einigung." Grundsätzlich sei man natürlich bereit, gemeldete Seiten zu blockieren. Nötig sei dafür aber eine eindeutige gesetzliche Regelung. "Eine vertragliche Selbstverpflichtung reicht nicht aus", sagt eco-Vorsitzender Michael Rotert. Auch, weil unter Umständen "unschuldige" Internet-Angebote getroffen werden könnten. In diesem Fall fürchten die Provider Schadenersatzforderungen.

Bestätigt fühlen sich die Zugangsanbieter durch Gutachten, die für den Bundestag erstellt wurden. Danach ist die Sperrung kinderpornografischer Internet-Seiten mit geltendem Recht nur schwer zu vereinbaren und weitgehend nutzlos. Eine Gesetzesänderung noch in dieser Legislaturperiode gilt nach Informationen der großen Provider als "sehr unwahrscheinlich".

Der Polizei geht der Vorstoß der Ministerin ohnehin nicht weit genug. Sie fordert zudem mehr Mittel für die Fahndung nach Sextätern im Internet.

Von Andreas Böhme

Empfehlen
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/830351/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker in Hula
Syrien
Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben.
Video 10 Kommentare 10
Acht Zivilisten bei Nato-Angriff in Afghanistan getötet
Militäreinsatz
Bei einem Luftangriff der Nato sind im Osten Afghanistans nach offiziellen Angaben acht Zivilisten getötet worden. Wie die örtlichen Behörden am Sonntag mitteilten, handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen und sechs Teenager. Der Angriff sei am späten Samstag geflogen worden.