Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Frauenförderung

Rot-Grün verteidigt Kürzungen bei Frauenarchiv

31.01.2012 | 12:09 Uhr
Rot-Grün verteidigt Kürzungen bei Frauenarchiv
Dokumentier die Geschichte der Frauenbewegung: Der Frauen-Media-Turm im Kölner Rheinaufhafen. Foto: dapd

Düsseldorf.   800.000 Euro bekam der FrauenMediaTurm seit 2008 vom Land NRW – das war nicht verhältnismäßig, heißt es nun aus Düsseldorf. Nun müsse Geld in Frauenhäuser und die beruflichen Förderung von Frauen gesteckt werden.

Die nordrhein-westfälische Frauenministerin Barbara Steffens (Grüne) hat die Kürzung der Förderung des Kölner Archivs FrauenMediaTurm verteidigt. Trotz schwieriger Haushaltslage werde das Archiv für 2012 aber noch 35.000 Euro erhalten. Das Land fördert seit 2008 das von Alice Schwarzer gegründete und geführte Archiv mit bislang 210.000 Euro im Jahr. Bereits 2011 hatte Frauenministerin Barbara Steffens (Grüne) ihren Anteil von 70.000 Euro gestrichen.

„Trotz aller Wertschätzung für die großen Verdienste von Alice Schwarzer muss die Landesregierung aufgrund der schwierigen Haushaltslage sparen und auch die Verhältnismäßigkeit der Fördermittel für den FrauenMediaTurm zu anderen Frauenkulturprojekten wahren“, heißt es in der Stellungnahme.

Zweite Fachkraft für Frauenhäuser

Die Landesregierung verwies auf die hohe Summe, die seit 2008 an Alice Schwarzers Projekt geflossen ist. Demnach bekam der MediaTurm 800.000 Euro aus dem Landeshaushalt. Nun aber müsse Rot-Grün in „zentrale politische Felder wie dem Schutz der Frauen und Kindern vor Gewalt oder der dringend erforderlichen Erhöhung der Erwerbsquote von Frauen“ investieren. So solle wieder die von der früheren schwarz-gelben Rüttgers-Regierung gestrichene zweite Fachkraftstelle in den Frauenhäusern eingeführt werden. Außerdem sei ein landesweites berufliches Beratungsangebot für Frauen geplant.

Die Landesregierung teile die Sorge, dass mit der aktuellen Debatte der Eindruck entstehen könnte, dass hier Fraueninteressen gegeneinander ausgespielt werden. „Dies gelte es vor dem Hintergrund knapper Haushaltskassen zu vermeiden.“bik

bik

Facebook
 
Kommentare
31.01.2012
17:59
Rot-Grün verteidigt Kürzungen bei Frauenarchiv
von Linker-Genosse | #3

Ein Lebenswerk von Frau Schwarzer?

Da es sich um ein steuerfinanziertes Projekt handelt, welches zwar von Frau Schwarzer von Frankfurt nach Köln geholt wurde und letztendlich auch keine eigene Idee von ihr ist, handelt es sich also um ein Projekt der Allgemeinheit.
Schon 1895 gab es die politische Idee des Frauenarchives und schon 1807 gab es die feministische Frauenbewegung. Also entspricht es auch nicht den Tatsachen dass Schwarzer diese Idee als alleinige Feministin hatte.
Das sollte sie einfach einmal zur Kenntnis nehmen.
Auch sollte sie zur Kenntnis nehmen das, bedingt durch die steuerliche Bezuschussung dieses Projektes, andere und vor allem wichtigere Einrichtungen Transverleistungen entzogen wurden, für die Schwarzer selbst einmal einstand.
Hierbei sind explizid die Frauenhäuser in ganz NRW zu nennen und nicht nur die der Kölner.
So stellt sich also nicht nur hier die Frage nach der Glaubwürdigkeit von Schwarzer, vielmehr auch die Frage nach ihrem jetzigen handeln im Umgang mit den Öffnungszeiten und der Entlassung einer Fachkraft.

Fachkräfte? Wie kann Frau Schwarzer von Fachkräften sprechen wenn sie die zu besetzenden Stellen ebenfalls aus Steuergeldern, nämlich mit Praktikanten finanziert?
Praktikanten werden von ihr bzw. der Stiftung fortwährend angefordert, was offensichtlich auch bei ihr zur Methode gehört.

Die Öffnungszeiten sind in der Zeit von Montag bis Freitag von 10.00 bis 17.00 Uhr und der Besuch ist nur per Voranmeldung möglich, wobei ein Eintrittsgeld von 5,- Euro fällig ist und ab dem dritten Besuch nur noch 3,- Euro fällig sind.

Das verschweigt uns die gute Frau allerdings alles.

Frau Schwarzer sollte einfach einmal die Öffungszeiten und vor allem das mit der Voranmeldung überdenken, überdenken aus dem Grunde, weil auch Samstags und Sonntags sehr viel interessiertes Publikum in Köln unterwegs ist, die allerdings zur Zeit vor geschlossenen Türen stehen weil sie sich nicht angemeldet haben bzw. weil ja Wochenende ist.

Fazit: Die Gelder wurden zurecht gekürzt und sollten, wie von der Landesregierung angesprochen, den Bedürfnissen der Frauenhäuser in ganz NRW angepasst werden.

31.01.2012
14:20
Rot-Grün verteidigt Kürzungen bei Frauenarchiv
von dumper | #2

Frage,wofür ist der A.S.Turm überhaupt gut,oder wofür steht der ?
Klärt mich unwissenden Chouvi doch mal auf.
Es würde mich doch interessieren wofür hier 800 00 € ausgegeben worden sind.

31.01.2012
13:32
Rot-Grün verteidigt Kürzungen bei Frauenarchiv
von hajori | #1

Wie immer wenn es um Bürgerbelange geht, ist kein Geld da!
Aber wenn es um die Erhöhung der Diäten bzw. Zuschüsse für die Altersversorgung der Abgeordneten und Minister geht, dann ist 500,00 EUR pro Kof und Monat absolut kein Problem!
Ist bis jetzt zwar noch nicht erfolgt, aber nur weil die Proteste zu groß wurden, nicht etwa aus wirtschaftlicher Einsicht!

1 Antwort
Rot-Grün verteidigt Kürzungen bei Frauenarchiv
von kikimurks | #1-1

Es geht nur nicht um "Bürgerbelange". In einem Bericht im WDR Fernsehen konnte man gestern hören, worum es sich bei dem Archiv handelt. Es ist wohl nur wenig Frauenliteratur verfügbar, aber dafür alle Ausgaben der EMMA. Für mich klingt das wie ein Alice-Schwarzer-Gedächtnisarchiv. Wenn sie so etwas haben will, dann soll sie es gefälligst selbst bezahlen. Das Geld läßt sich sinnvoller einsetzen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6301305/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker in Hula
Syrien
Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben.
Video 10 Kommentare 10
Acht Zivilisten bei Nato-Angriff in Afghanistan getötet
Militäreinsatz
Bei einem Luftangriff der Nato sind im Osten Afghanistans nach offiziellen Angaben acht Zivilisten getötet worden. Wie die örtlichen Behörden am Sonntag mitteilten, handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen und sechs Teenager. Der Angriff sei am späten Samstag geflogen worden.