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Röttgen sieht Hoffnung in den UN-Klimagesprächen

04.05.2010 | 18:54 Uhr
Röttgen sieht Hoffnung in den UN-Klimagesprächen

Bonn. Ein Schnellstart von Klimaschutzprojekten soll die UN-Verhandlungen über ein neues Abkommen retten. Beim Petersberger Klimadialog kündigten Vertreter von rund 45 Staaten konkrete Initiativen an. Grund für Bundesumweltminister Röttgen, Hoffnung zu schöpfen.

„Das Eis ist gebrochen“, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zum Abschluss der dreitägigen Ministergespräche, zu denen Deutschland sowie Mexiko als Gastgeber der nächsten UN-Konferenz eingeladen hatten.

Röttgen setzt nun auf eine „Allianz von Pionieren“, die parallel zu den UN-Verhandlungen mit konkreten Klimaschutzmaßnahmen beginnen soll. „Es ist gelungen, Bewegung in den internationalen Klimaprozess zu bekommen.“ Konkret hätten sich aus den Gesprächen heraus zwei Initiativen gebildet.

Der neue Schwung, den sich Röttgen erhofft, soll die UN-Gespräche ankurbeln. Auf der gescheiterten UN-Konferenz Ende vergangenen Jahres in Kopenhagen hatten die Industriestaaten Milliardenhilfen versprochen, um armen Ländern die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu ermöglichen. Bis 2012 wollen sie 30 Milliarden Dollar geben.

Waldschutz und Projekte zur Minderung des CO2-Ausstoßes

Deutschland wird die für die bis 2012 zugesagten 1,26 Milliarden Euro dritteln, kündigte Röttgen an. 350 Millionen Euro fließen in den Waldschutz, der Rest zu gleichen Teilen in Projekte zur Minderung des CO2-Ausstoßes sowie in Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Der deutsche Beitrag basiert jedoch überwiegend auf bereits vorgesehene Mittel für Klimaschutz oder Entwicklungshilfe. Röttgen räumte ein, dass ein Teil der Gelder für den Waldschutz bereits vor zwei Jahren auf der Konferenz zur Artenvielfalt in Bonn zugesagt worden war. In den Haushalt wurden tatsächlich lediglich 70 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln eingestellt.

Wie das Geld sinnvoll in den Entwicklungsländern angelegt werden kann, sollten die vorgestellten Klimaschutz-Initiativen zeigen. Die EU etwa bietet Entwicklungsländern technisches Know-how an, um ein Inventar der Treibhausgas-Quellen zu schaffen. Eine der wichtigsten Kooperationen ist der Transfer von Technik. Die USA werben für die Einführung von Energiestandards für elektrische Geräte. Für diese Energiespar-Strategie soll Indien gewonnen werden.

Die größten Streitpunkte der UN-Verhandlungen – konkrete CO2-Ziele und Finanzen - wurden ausgespart. Ob es Ende des Jahres zu einem weltweiten Abkommen kommt, ist weiter ungewiss.

Jürgen Polzin

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